Bürgerversammlung Henfenfeld

Auch Henfenfelder haben Angst vor Hochwasser

Der Hammerbach stand im Mittelpunkt der Fragen der Bürger, sowohl für mögliches Hochwasser, als auch für die Wasserqualität. | Foto: J. Dechant2021/08/Hammerbach-9420.jpg

HENFENFELD – Die Dorferneuerung ist größtenteils abgeschlossen, daher entspannt sich auch der Haushalt: Das erfuhren die vielen Interessierten von Bürgermeister Markus Gleißenberg bei der Henfenfelder Bürgerversammlung.

Die sicherste Einnahmequelle ist die Einkommensteuer, trotz Pandemie brachte sie 2020 rund 1,126 Millionen Euro in die Gemeindekasse, sagte Gleißenberg. Richtig erfreut zeigte er sich, dass die Gewerbesteuereinnahme im vergangenen Jahr fast 487 000 Euro einbrachte, der höchste Stand seit 25 Jahren. Auch die Schlüsselzuweisung erreichte mit 638 000 Euro einen Rekordwert, allerdings sei dies ein Spiegel, wie finanzschwach die Gemeinde vor zwei Jahren war.

Trotz Senkung des Kreisumlage-Prozentsatzes überwies Henfenfeld 827 000 Euro an den Landkreis, auch hier zeige der Trend nach oben. Neuerungen bei der EDV-Anlage führten zu einem Höchststand der Zahlungen an die Verwaltungsgemeinschaft von fast 361 000 Euro. Bedingt durch die Einwohnerzahl kommt die Gemeinde für 40 Prozent der Gesamtkosten im Hammerbachtal auf.

Mehr rein als raus

Insgesamt nahm die Gemeinde fast 2,5 Millionen Euro ein und gab knapp über zwei Millionen aus. Dicke Brocken waren die Dorferneuerungsmaßnahmen (210 000 Euro) und der Umbau der Staatsstraße mit 400 000 Euro. Für diesen bekam die Gemeinde einen Zuschuss von 235 000 Euro.

Als sehr willkommene Einnahme bezeichnete Gleißenberg den Investitionszuschuss mit 126 500 Euro, der zwar nicht zweckgebunden, doch immer zur Haushaltsdeckung erforderlich sei. Nachdem keine Kreditaufnahme mehr erforderlich war, sank die Pro-Kopf-Verschuldung von 949 auf 870 Euro bei 1831 Einwohnern.

Satter Zuwachs im Kiga

Die Grundschule in Henfenfeld besuchen 65 Schüler in vier Klassen, 59 davon sind ortsansässig. Zur Mittelschule nach Hersbruck fahren derzeit 18 Jugendliche. Einen deutlichen Anstieg gibt es im Kindergartenbereich: Vor einem Jahr waren es 104 Kinder, für den September dieses Jahres sind 130 angemeldet.

Einen deutlichen Zuwachs gab es vor allem bei den Krippenkindern. 26 Kinder sollen betreut werden, neun mehr als im Vorjahr. Deshalb wurde seitens des Kindergartens eine Anpassung erforderlich: Der Kindergarten in der Bahnhofstraße betreut künftig nur noch Krippenkinder, die Kindergartenkinder werden in der Kirchenstraße untergebracht. Neue Räumlichkeiten wurden für den Schulkinderhort in der Grundschule geschaffen.

Nur zwei Wahllokale

Als „langwieriges Thema“ bezeichnete Gleißenberg das geplante Neubaugebiet „Rohäcker III“, das kürzlich auf den Weg gebracht wurde. Dazu soll in Kürze eine Anliegerversammlung stattfinden. Sorgen bereitet dem Bürgermeister der Zustand der Kanäle. Er befürchtet, dass viele saniert werden müssen, was Unsummen an Kosten für die Gemeinde bedeutet.

Zum Schluss wies er darauf hin, dass es bei der Bundestagswahl am 26. September in Henfenfeld nur noch zwei Wahllokale geben wird: die Grundschule und die Awo-Begegnungsstätte, da immer mehr Bürger von der Briefwahl Gebrauch machten.

Kein Schutz möglich

Die Bürger fragten nach der Hochwasserlage des Hammerbaches. Zur Frage nach dem Zustand der Bachmauer erklärte Gleißenberg, dass sich diese, laut Wasserwirtschaftsamt als Eigentümer, in einem guten Zustand befinde, daher gebe es keinen Handlungsbedarf. Sorge macht auch das sogenannte 100-jährige Hochwasser. Hier wies Gleißenberg darauf hin, dass der Hammerbach vom Wasserwirtschaftsamt nicht mehr erfasst wird, nachdem mehrere Aufweitungen bereits durchgeführt worden sind und es im Ort Regenrückhaltebecken gibt. Weitere Maßnahmen wären nur wirksam, wenn diese im Gebiet der Gemeinde Offenhausen getroffen würden. Der Bürgermeister erklärte, dass es bei einem Starkregen wie in Westdeutschland auch hier keinen Schutz geben würde, denn dies war kein Jahrhunderthochwasser, sondern eine Naturkatastrophe.

Eine Nachfrage wurde zur Wasserqualität des Hammerbaches gestellt. Diese sei, so Gleißenberg, nach Auskunft des Wasserwirtschaftsamts von der Wasserqualität her nicht gut, aber ökologisch gesehen nicht bedenklich.

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