Spendenaktion

Frauen stehen am Weltmissionssonntag im Fokus

Das Bild zeigt Frauen in einer Schule im Senegal, die mithilfe eines Frauenförderungsprogrammes eine Ausbildung erhalten. | Foto: privat2020/10/KLB-Di-zesanverband-Senegal-5.jpg

HELDMANNSBERG – Am 25. Oktober ist Weltmissionstag. Die HZ sprach mit dem Heldmannsberger Pfarrer Roland Klein über die in diesem Zusammenhang geplante Minibrot-Spendenaktion für ein Frauenförderungsprogramm im Senegal.

Was hat es mit dem Weltmissionstag auf sich?

Roland Klein: An diesem Tag soll der Blick aus der Kirchengemeinde hinaus in die Welt geworfen werden. Wir in Europa können von unserem Reichtum etwas abgeben und uns gerade an diesem Tag für Bedürftige einsetzen.

In welchem Rahmen wird dieser Weltmissionstag gestaltet?

Es wird inhaltlich zum Thema „Frieden“ gestaltete Gottesdienste geben, einer davon wird ein Familiengottesdienst sein. Als weiteren Beitrag werden Waren aus dem Hersbrucker Eine-Welt Laden Cocoyoc verkauft, um zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass die Arbeiter in diesen Ländern zu einem fairen Preis bezahlt werden. Zusätzlich werden noch Minibrote von der Bäckerei Grünthaler in Neukirchen bei Sulzbach verkauft.

Wie sind Sie ausgerechnet auf die Idee gekommen, Brote zu verkaufen?

Brot ist ein Grundnahrungsmittel. Es verbindet die Menschen. Und wir wollen den Menschen in Afrika helfen, ihr tägliches Brot zu bekommen.

Wohin kommen die Spendengelder und was wird damit gemacht?

Der Erlös dieser Spenden kommt einem Frauenförderungsprogramm im Senegal zugute. Wir von der Diözese Eichstätt haben eine Partnerschaft mit der Diözese Tambacounda, für die sich die katholische Landvolkbewegung (KLB) engagiert. Mit diesem Programm erhalten die Frauen eine schulische Grundausbildung (lesen, schreiben, rechnen) und eine Ausbildung für einen Beruf, zum Beispiel zur Schneiderin. Über Minikredite können sie sich dann ein Unternehmen aufbauen, ganz nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Frauen bezahlen den Kredit durch ihr eigenes verdientes Geld zurück und können dann oftmals schon einen neuen Kredit aufnehmen und andere Frauen als Arbeitskräfte anlernen.

Welche Ziele werden durch das Projekt verfolgt?

Durch die Eigenverantwortung und das eigene Einkommen werden die Frauen selbstbewusster und unabhängiger und werden somit nicht mehr von ihren Männern unterdrückt. Außerdem werden durch die Bildung das Hygienebewusstsein und der Zusammenhalt zwischen den Frauen gestärkt. Aber nicht nur den Frauen wird auf diese Weise geholfen, sondern auch den Familien. So konnte durch dieses Projekt insgesamt schon 30 000 Menschen eine Existenzgrundlage gesichert werden. Das übergeordnete Ziel dieses Projektes ist natürlich, dass die Existenz der Familien gesichert und somit der Migrationsdruck verringert wird. Wir tragen also dazu bei, dass Menschen in ihrer Heimat bleiben können.

Welche Erfolge hat das Frauenförderungsprogramm schon erzielt?

Das Projekt hat schon große Erfolge erzielt, weil es schon zweimal durchgeführt wurde. Beim ersten Mal von 2011 bis 2015 konnten 1569 Frauen in 40 Orten ausgebildet werden, beim Nachfolgeprojekt 2016 bis 2020 waren es schon 3852 Frauen aus 90 Dörfern. Das entspricht rund sechs Prozent aller Frauen in der Region. Die Gesamtkosten bei dem zweiten Projekt lagen bei rund 481 000 Euro. Jetzt wollen wir den Frauen im Senegal wieder eine vierjährige Ausbildung ermöglichen.

Wie wird das Programm gefördert?

25 Prozent sind Spenden, die wir durch Aktionen wie am Weltmissionstag einnehmen, und 75 Prozent kommen vom Ministerium für Bundesentwicklungshilfe.

Wo und wann finden die Gottesdienste statt?

Am Sonntag findet um 9 Uhr ein Gottesdienst in Neukirchen bei Sulzbach statt und um 10.30 Uhr in Happurg. Bei schönem Wetter findet der Familiengottesdienst in Happurg draußen statt. Dafür sollte jeder eine Sitzgelegenheit, wie beispielsweise einen Klappstuhl mitbringen.

Interview: Charlotte Kayser

Die diesjährige Aktion steht unter dem Motto „Selig, die Frieden stiften. Solidarisch für Frieden und Zusammenhalt“. Der Weltmissionssonntag ist die älteste Solidaritätsaktion der Katholiken; sie gibt es seit 1926. Spenden für missio München unter IBAN DE 96 7509 0300 0800 0800 04 bei der Liga Bank.

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