Jahresempfang der Kreisstadt

Gute Zukunft für die Stadt: „In Lauf läuft´s“

Der Laufer Jahresempfang ist seit Jahrzehnten ein Stelldichein von Politik, Wirtschaft und Ehrenamt sowie Bürgern. Auch in diesem Jahr nutzten wieder mehr als 500 Gäste die Gelegenheit zum Austausch. | Foto: Fischer2018/01/neujahrsempfang-lauf-2018-bisping-rede.jpg

LAUF — Es sind spannende Tage für Deutschland: In Berlin geht die Regierungsbildung in eine neue Runde. Große Politik und lokale Ebene – nicht immer ist der Zusammenhang für die Bürger ersichtlich. Beim Laufer Jahresempfang, dem politischen und gesellschaftlichen Auftakt der Stadt ins Jahr 2018, zeigten sich Querverbindungen. Gut 500 Gäste begrüßte Bürgermeister Benedikt Bisping in der Aula der Bertleinschule.

„Der Laufer Kompass steht auf Zukunft“, ist Benedikt Bisping überzeugt. Im zehnten Jahr seiner Amtszeit zeigte sich das Stadtoberhaupt in seiner Ansprache stolz auf die guten Daten der Stadt. „In Lauf läuft´s“, meinte Bisping. Sehr selbstbewusst forderte er die politischen Akteure in Berlin auf, nicht länger zu sondieren, sondern ebenfalls „anzupacken“. In der Kommunalpolitik könne man sich einen derartigen Stillstand nicht erlauben, „an unserer Entschlossenheit sollte man sich in Berlin ein Beispiel nehmen“.

Nun geht es bei Verhandlungen zwischen Parteien natürlich immer sehr ums Grundsätzliche, das weiß auch der Grünen-Politiker aus Erfahrung und vielen zähen Verhandlungen im eigenen Stadtrat. In der Tat aber können sich die Ergebnisse in Form der Wirtschaftsdaten von Lauf zum Beginn des Jahres 2018 sehen lassen. Eine Folge von politischen Mehrheiten, die sich am Ende dann doch meist bildeten, und von Wirtschaft und Unternehmen, die in der Pegnitzstadt gerne investieren. Unausgesprochen aber auch ein Verdienst des unermüdlich tätigen und gut vernetzten grünen Stadtoberhauptes, das die Saaten seines Amtsvorgängers Rüdiger Pompl auch im engen Dialog mit dem Landkreis in den zehn Jahren nutzte, um die Kreisstadt mit ihren aktuell 28173 Einwohnern weiter zu entwickeln.

2018 erntet Lauf einige Früchte: Der Krankenhausstandort wurde durch Neubau und Zentralisierung gestärkt, die Stadtwerke planen Investitionen für mehr als sechs Millionen Euro, die Sparkasse Nürnberg baut ein neues Büro- und Dienstleistungsgebäude in der Saarstraße, Laufer Firmen wie ebm-Pabst Zeitlauf und Emuge erweitern.

Kommunen brauchen Hilfe

All das geht nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die neue Fachschule für Altenpflege – und Hilfe der Diakonie Neuendettelsau und die beiden neuen Ausbildungszweige an der Montessori-FOS in Lauf für „Gesundheit“ und „Europäische Wirtschaft“ seien hier ein Gewinn, betont Bisping. Bessere Rahmenbedingungen in Sachen Vergütung und Finanzierung – hier schließt sich die Lücke zur Bundes- und Landespolitik – und mehr Unterstützung bei den in den letzten Jahren gewachsenen Aufgaben der Kommunen etwa im Bereich der Kinderbetreuung seien allerdings dringend erforderlich, damit auch in Zukunft in Ausbildung, Bildung und Infrastruktur investiert werden könne.

Das gelte auch für den Bereich Wohnen. „Bezahlbarer Wohnraum“ sei nicht nur Aufgabe der Kommunen, sondern hänge an Förderinstrumentarien, betonte Bisping. So sei es den Laufer Wohnungsbaugenossenschaften mangels geeigneter Mittel derzeit unmöglich, flächendeckend günstigen Wohnraum zu schaffen.

Dass dieser benötigt wird, ist auch Fakt. „Nicht nur die Wirtschaft brummt, auch die Tafel in Lauf ist gefragt wie nie“, räumte Bisping ein. 2017 habe es eine Steigerung um 55 Prozent gegeben, immer mehr Senioren kämen. „Es gibt Altersarmut, auch bei uns in Lauf.“ All denjenigen, die sich hier oder anderweitig ehrenamtlich engagieren, dankte der Bürgermeister ausdrücklich.

Hans Heyder (vorne links), ist ein Laufer Urgestein und Ehrenvorstand des SK Heuchling. Auf Bitten von Bürgermeister Benedikt Bisping erzählte der 91-Jährige, der auch in der Reihe „Laufer Zeitzeugen“ aktiv ist, aus seinem Leben. Neben ihm die Träger der Goldenen Bürgermedaille Helmut Glimpel, Heinz Lausch und Martin Lauer, sowie der ehemalige Rektor der Grundschule Rudolfshof, Wolfgang Kneißl und Altlandrat Helmut Reich. | Foto: Fischer2018/01/empfang-lauf-bisping-heyder-begrussen.jpg

 

Landrat Armin Kroder nutzte seine Rede vor allem dazu, um das Publikum ein wenig zu lockern. Wie Bisping ist der Jurist aus Neunkirchen seit zehn Jahren im Amt. Sie hätten wohl beide nicht gedacht, dass das einmal so sei, meinte Kroder. Für den Landrat stehen 2018 Themen wie die Elektrifizierung der Strecke nach Neuhaus und die Sanierung der landkreiseigenen Schulen an oberster Stelle. Während sich der Bürgermeister an diesem Abend vor allem über die Erfolge bei der Burg freut, fordert der Landrat im Hinblick auf eine Akademie im Wenzelschloss: „Hier müssen wir Gas geben“.

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