Ferienprogramm soll neue Mitglieder anziehen

Nachwuchsprobleme in Feuchter Vereinen?

Lichtgewehrschießen - Das Ferienprogramm der Zeidlerschützen kommt gut an. | Foto: privat2018/08/Feucht-Ferienprogramm_Lichtgewehr-liegend.jpg

FEUCHT – Wer in Feucht Sport machen will, hat die Qual der Wahl, denn mit knapp 100 Sportarten bietet der Markt ein reiches Angebot. Aber wie sieht es jenseits der gängigen Sportarten aus, finden die Feuchter Vereine überhaupt genügend Nachwuchs? Und wie schaut es eigentlich bei den anderen Institutionen wie der Freiwilligen Feuerwehr oder dem Bund Naturschutz aus?

„Natürlich haben wir Nachwuchsprobleme“, sagt Karl Ludewig, 1. Schützenmeister der Abteilung der Zeidlerschützen des Zeidler- und Volkstrachtenvereins. Während der Bereich Luftgewehr als Schwerpunkt gut besucht ist, fehlt es bei der Gruppe Luftpistole an Nachwuchs.

„Die Feuchter Vereine bieten sehr viele verschiedene Sportarten an. Damit stehen die beiden Schützenvereine KK Moosbach und Zeidlerschützen Feucht in Konkurrenz zu Sportarten, die bereits im Kindesalter junge Menschen ausbilden,“ erklärt Ludewig. Durch das Ferienprogramm erhoffen sich die Zeidlerschützen mehr Nachwuchs und blicken durch die Einführung von Lasergewehren und -pistolen auf eine größere Interessentenzahl, als noch 2011 vor der Einführung.

Mit dem Lasergewehr hat der Verein Kindern die Möglichkeit gegeben, schon vor dem Mindestalter von zehn Jahren erste Übungsstunden zu nehmen. Dennoch kommt es trotz reger Nutzung des Ferienprogramms seltener zu Vereinsbeitritten. „Kurz ausgedrückt, die Interessentenzahl steigt, aber eine Vereinsbindung möchten die wenigsten eingehen,“ erläutert der 1. Schützenmeister. Dem schließt sich auch Ramona Fehler von den Zeidlerschützen an und fügt hinzu: „Ich würde mir auch ein paar mehr Mädchen wünschen“.

Mädels bei den Trachtlern

Die wiederum kann Winfried Ferber in der Trachtenjugend aufweisen, er würde sich aber mehr Jungs wünschen. Er sieht in Sachen Nachwuchs seit drei Jahren ein Auf und Ab und erklärt, dass das Problem bei den Trachtlern nicht unbedingt bei den jungen Leuten liegt, sondern bei Mitgliedern im Alter von 20 bis 50. „Der junge Nachwuchs kommt oft durch die Eltern bereits in den Verein, aber ab der Pubertät ist es dann vorbei“.

Für Ferber geht der Trend weg vom Verein: „Die Jugend beschäftigt sich lieber mit dem Smartphone und den sozialen Medien, da ist oftmals kein Interesse mehr am Vereinsleben.“ Durch ein großes Angebot und viele Veranstaltungen versucht der Zeidler- und Volkstrachtenverein attraktiv für den Nachwuchs zu sein, indem er verschiedene Feiern und Feste anbietet und im Bereich der Zeidlerschützen sogar eine Talentsuche mit attraktiven Preisen ins Leben gerufen hat.

Die Problematik mit dem Nachwuchs teilt auch Jörg Röber von der Freiwilligen Feuerwehr Feucht. Auch in der Jugendfeuerwehr wird der Nachwuchs weniger. Sorgen bereitet das vor allem im Hinblick auf die Austritte in den nächsten Jahren, wenn viele ältere Vereinsmitglieder in den Ruhestand gehen werden. Interessierte Kinder können der Feuerwehr erst ab zwölf Jahren beitreten und hier sieht Röber das Problem: „Viele Kinder sind schon anderweitig in Vereinen aktiv, in die sie schon im Kindesalter eingetreten sind. Das geht bei uns nicht und führt zu wenig Interessierten“ erklärt er.

Tag der offenen Tür

Hinzu kommt, dass sich die meisten Jugendlichen nur wenig unter den Aktivitäten der Freiwilligen Feuerwehr vorstellen können. „Deswegen versuchen wir mit dem Ferienprogramm eine Option zu bieten, damit die Kinder und Jugendlichen in unsere Arbeit reinschnuppern können“, erzählt Röber. Die Freiwillige Feuerwehr Feucht versucht auch mit einem Tag der offenen Tür den Nachwuchs für ihren Verein zu begeistern und hofft, dass dadurch die Nachwuchsproblematik verbessert werden kann.

Mit Freude bei der Sache: Die Ferienkids bei der Freiwilligen Feuerwehr. | Foto: privat2018/08/FF-Feucht-Gruppenbild-Ferien.jpg

Dem gegenüber steht der Bund Naturschutz mit einem ausgebuchten Ferienprogramm. Sophie Wurm erkennt keine Veränderung in den letzten Jahren. Zwar wird auch hier deutlich, dass kein Nachwuchsboom vorhanden ist, dennoch spricht sich Wurm für einen Wandel hin zum Vereinswesen aus: „Ich sehe den Trend generell hin zum Vereinswesen“. Das ausgebuchte Ferienprogramm gibt ihr Recht, der Ausflug zum Gauchsbach war unter Schülern heiß begehrt und mit fünfzehn Kindern waren alle Plätze belegt. Aber auch hier ist fraglich, ob sich aus dem Ferienangebot Mitgliedschaften entwickeln. Der Bund Naturschutz bezieht seinen Nachwuchs hauptsächlich aus Familienmitgliedschaften.

N-Land Lea Schulmerich
Lea Schulmerich