Marktgemeinderat berät erneut

Moserbrücke: Wie geht es weiter?

Wald oder Gewerbe an der Moserbrücke? Der Marktgemeinderat befasst sich erneut mit dem Thema.2015/05/moserbruecke_wald_02.jpg

FEUCHT – Nach dem furiosen Start des Bürgerbegehrens gegen das Gewerbegebiet Moserbücke gehen SPD und Grüne nun mit einem überraschenden Vorschlag an die Öffentlichkeit. Der Markt Feucht solle nun doch noch auf die Aufstellung eines Bebauungsplans für Gewerbeflächen auf der umstrittenen Fläche verzichten und von einer Umwidmung des Waldgebiets in gewerbliche Baufläche absehen.

Ausführlich begründet die SPD ihren Vorstoß: Mehr als 1500 Bürger hätten innerhalb von dreieinhalb Tagen mit ihrer Unterschrift das Gewerbegebiet Moserbrücke abgelehnt. Eine Woche später kamen dann noch einmal 800 Unterschriften von Gewerbegebiets-Gegnern dazu. „Darin drückt sich eine klare Stimmung gegen das Gewerbegebiet Moserbrücke aus“, so die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Ines Stelzer. Sie erinnert in diesem Zusammenhang an das seinerzeit angestoßene Bürgerbegehren gegen die Planung eines Supermarkts im Neubaugebiet „Am Reichswald“.

Hier sei die Marktgemeinde ja auch auf die Initiatoren des Bürgerbegehrens zugegangen: Man habe die Planung zurückgezogen, so dass es gar nicht zum Bürgerentscheid kam.

„Pragmatisch“

„Pragmatisch“ nennt die SPD diese Vorgehensweise und wünscht sich nun, dass die Kommune im Fall Moserbrücke genauso verfährt. „Damit würden viele Mühen erspart“, so Stelzer, „den Wahlberechtigten, der Verwaltung, den Gegnern und ebenso den Befürwortern eines Gewerbegebiets und den zahlreichen Ehrenamtlichen am Tag der Abstimmung.“ Für die Sitzung des Marktgemeinderats am 19.5. erheben SPD und Grüne ihre Vorschläge zu Anträgen, die nun fast wortgleich im Rathaus liegen und in der heutigen Sitzung behandelt werden.

Ebenso wie ein gemeinsamer Antrag von CSU, UCS, FW und den Franken, die zum selben Thema ein Ratsbegehren initiieren wollen. Das Bebauugnsplanverfahren solle zum Abschluss gebracht werden, um nachhaltig Gewerbeflächen und die damit verbundenen Arbeitspätze und Gewerbesteuereinnahmen für den Markt Feucht zu sichern, heißt es im Antrag der Christsozialen und kleinen Rathausparteien. Um das neue Gewerbegebiet Moserbrücke zu realisieren, sollen drei als Gewerbeflächen ausgewiesene Gebiete im GNF-Gewerbepark zu Waldflächen umgewidmet werden.

Die „an die Natur zurückgegebenen Flächen“ sind größer als das neu geplante Gewerbegebiet. Deshalb gebe es auch keine Ausdehnung von Gewerbeflächen, begründen die CSU-Fraktionsvorsitzeende Karin Reiwe und Gerd Steuer, als Sprecher der „Kleinen“, den gemeinsamen Antrag. Der gerodete Wald im Gebiet Moserbrücke werde in der näheren Umgebung wieder aufgeforstet, militärische Altlasten entfernt. Außerdem sei die Erschließung des Gebiets Moserbrücke flächensparender und kostengünstiger als im Fall der drei isoliert liegenden Standorte im GNF-Gebiet. Die Bündelung der Gewerbeflächen im neuen Gebiet sei ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Der Markt Feucht brauche dringend weitere nachhaltige Gewerbesteuereinnahmen, um den bisherigen Qualitätsstandard im Kultur-, Bildungs- und Sportbereich zu sichern. Die Alternative wären „extreme Erhöhungen von Steuern, Beiträgen und Gebühren“ für die Bürger. Mehr Gewerbesteuern durch das Gebiet Moserbrücke seien deshalb unabdingbar, so die Antragsteller für das Ratsbegehren. A.B.

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