Maßnahme gegen Geflügelpest

Legehennen im Lockdown

Achtung beim Ostereier-Färben: Geflügelwirt Helmut Rupprecht hat beobachtet, dass die Schalen der Eier seiner Hühner zur Zeit dunkler sind, da die Tiere momentan wegen der Geflügelpest nicht nach draußen dürfen. | Foto: MK/stock.adobe.com2021/04/NL-Gefluegelpest-Huhn-online-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – Seit drei Wochenherrscht wegen der drohenden Ausbreitung  der Geflügelpest schon eine Ausgangssperre für Geflügel im Nürnberger Land.

Nicht nur Menschen stöhnen dieses Ostern unter den verschärften Schutzmaßnahmen gegen ein hochansteckendes Virus. Auch die fürs Osterfest so wichtigen Eierlieferanten im Landkreis befinden sich buchstäblich im Lockdown: Seit Beginn des Monats herrscht für Hühner und anderes Geflügel Stallpflicht. Schuld daran ist die Ausbreitung der Geflügelpest.

Im Nürnberger Land gibt es zwar nach wie vor keinen nachgewiesenen Fall der Erkrankung, die nach jetzigem Kenntnisstand für Menschen ungefährlich ist, wohl aber in den Landkreisen Bayreuth und Erlangen-Höchstadt.

Helmut Rupprechts Hühner müssen derzeit im Stall bleiben. Foto: Archiv2021/04/NL-Gefluegelpest-Rupprecht.jpg

Helmut Rupprecht, Geflügelwirt in Moosbach, zog dementsprechend schon zwei Wochen vor der offiziellen Anweisung des Landratsamts Konsequenzen und verordnete seinen 2300 Legehennen und 1500 Jungtieren Quarantäne im Stall. „Gern machen wir das natürlich nicht, aber es geht hier auch um die Tiere“, sagt Rupprecht. „Für die geht es um Leib und Leben. Und während die eine Hälfte vom Virus gerichtet wird, wird die andere gekeult“, erklärt er.

Spielzeug gegen Langeweile

Die Schwierigkeit bei der Stallpflicht liege darin, den Vögeln ausreichend Beschäftigung zu liefern, damit sie nicht aufeinander losgehen. „Hühner sind Picktiere“, sagt der Geflügelwirt weiter. „Und wenn sie sich langweilen, picken sie nicht mehr nur nach Futter, sondern vornehmlich andere Artgenossen.“ Um das zu verhindern haben er, sein Sohn Daniel und sämtliche Mittuende auf dem Geflügelhof, nun seit Wochen zu tun, um ihr Federvieh auf Trab zu halten.


Sie schaffen abwechselnd Stroh und Sand zum Scharren, Muschelschalen und harte Brotleibe zum Picken heran und entwerfen sogar Spielzeug für die Hühner. Ein Staubbad sorgt für extra Ablenkung. „Wir merken in unserem Arbeitsalltag schon, dass das erheblich mehr Aufwand ist“, sagt Rupprecht. „Wenn wir die Tiere rauslassen könnten, müssten wir das alles nicht tun, da beschäftigen sie sich selber und finden jeden Tag irgend etwas Neues.“ Aber, davon ist der Moosbacher überzeugt, in diesem Fall ist Vorsicht besser als Nachsicht. Die angeordnete Stallpflicht sei zwar etwas lästig, aber den Schritt finde er durchaus nachvollziehbar. Bis jetzt zumindest halten seine Hühner gut durch, berichtet er.

Schale wird etwas dunkler

Die gute Nachricht aus Produzentensicht: Die Legeleistung der Hühner vermindert sich durch die Stallquarantäne nicht, eher im Gegenteil. Der einzige Nebeneffekt, den Rupprecht bei den Eiern beobachtet, ist, dass die Schale etwas dunkler wird. Gern würde er seinen Tieren wieder bald mehr Freiraum geben, doch wann dies wirklich der Fall sein kann, wagt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu sagen. Erst mal, so vermutet er, wird es noch schlimmer werden. „Aber das schaffen wir“, sagt er zuversichtlich.

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