Lernwirkstatt sammelte in einem Workshop Ideen

Die Schule der Zukunft

Die Welt ist längst digital und mit ihr die Klassenzimmer. Den Fokus auf die Kinder zu richten, ist dabei das erklärte Ziel der Pädagogen. Sie wollen ihre Schüler auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten. | Foto: fotolia2016/04/db-feuchtlernwirkstattinklusionworkshop.jpg

FEUCHT – Digitalisierung, Migration, Inklusion: die Welt verändert sich. Schüler auf ihre Zukunft vorzubereiten ist die Aufgabe der Lehrer. Ein Workshop in Feucht zeigte Perspektiven.

Erschienen waren nicht nur Lehrkräfte, sondern unter den 38 Teilnehmern aus dem ganzen Bundesgebiet sind auch Vertreter aus Pädagogik, Politik und Wirtschaft, darunter dem Kultusministerium, der Strategieabteilung der Agentur für Arbeit sowie des bayerischen Lehrerverbands, verschiedener Bildungsbüros und diverser Personalabteilungen. Das Thema war nicht weniger als ein großes an diesem Tag. „Bildung der Zukunft – Schule der Zukunft“ lautete der Titel der Veranstaltung, die in den Räumen des Vereins Lernwirstatt Inklusion stattfand.

„Wir haben heute für die Schule so viele Herausforderungen“, sagt der Niederländer Nobert van Halderen, der den ersten Teil des Workshops leitete. Eine davon: die Digitalisierung. Dabei will van Halderen eins klarstellen: „Die Hauptaufgabe der Schule ist nicht die Technologie, sondern die Kinder.“ Es ginge nicht um eine Vermüllung der Bildungseinrichtungen mit Technik, meint auch Gerald Klenk, Vorsitzender des Vereins Lernwirkstatt Inklusion.

Dennoch verändert die Digitalisierung alles. „Eine Prognose für die nächsten zehn Jahre ist nicht möglich.“ Heute gäbe es Berufszweige, die vor zwei Jahren noch nicht erfunden waren. Wie der des 3D-Designers. Er lernt, wie er eine menschliche Leber oder ein Ohr mit Hilfe von DNA und Technik drucken kann.

Bildung für alle Schichten

Auch im Bildungsbereich ermöglicht die Digitalisierung Neues. „Wie etwa ein niederschwelliger Zugang zu Bildung, wenn sie richtig angewendet wird.“ Klenk denkt dabei beispielsweise an kostenlose Videos zum Deutschlernen für Flüchtlingskinder. Oder an E-Learning-Programme, die es Menschen auf der ganzen Welt ermöglichen, digital an einem Seminar teilzunehmen. „Es ist faszinierend, was alles möglich ist.“ „Wir sind der festen Überzeugung, dass Lehrer auf diese Situation vorbereitet werden müssen.“ Schließlich haben sie enorme Auswirkungen, was Kinder für die Zukunft – und die Arbeitswelt von morgen – erlernen.

Genau da knüpft die Arbeit von Roland Deinzer an. Er ist Chef der Strategieabteilung der Agentur für Arbeit. „Die Arbeitswelt 4.0 ist eines der wichtigsten Themen.“ Verschiedene Fragen stehen für den Strategen im Mittelpunkt: Wie verändert sich unsere Arbeitswelt? Welche Fortbildungen sind deshalb für Arbeitssuchende nötig? Wie können auch die Mitarbeiter der Arbeitsagentur auf diese Veränderungen vorbereitet werden, um ihnen durch die Digitalisierung mehr Zeit für die Essenz ihrer Tätigkeit zu geben?

Eine Idee von der Zukunft der Bildung, ein Bewusstsein für die Chancen der Digitalisierung und vielleicht sogar ein konkreter Leitfaden für die Teilnehmer, das sind für Gastgeber Klenk die Ziele seiner Veranstaltung. Bislang handelt es sich um ein einzigartiges Projekt. Wenn es gut läuft, kann er sich eine Wiederholung gut vorstellen.

Moderator Norbert van Halderen sprach mit den Teilnehmern in Feucht über die Schule der Zukunft.
Moderator Norbert van Halderen sprach mit den Teilnehmern in Feucht über die Schule der Zukunft. | Foto: Kappes2016/04/db-fotoliatablet.jpg
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