Kosten sprengen das Projekt

Aus für Parkdeck

Eine weitere Reihe im Bereich der Birken (links) soll den Feuchter Park-and-ride-Parkplatz entlasten. | Foto: Christian Geist2020/02/Feucht-Bahnhof-Parkplatz-Park-Ride-scaled.jpg

FEUCHT – Der Marktgemeinderat beerdigt die Pläne für ein Parkdeck
am Bahnhof. Stattdessen sollen nun 30 ebenerdige Parkplätze entstehen.

1,8 Millionen Euro für 42 neue Stellplätze: Diese Rechnung ist dem Markt Feucht zu teuer. Dennoch haben sich einige Mitglieder des Marktgemeinderats für ein Parkdeck am Feuchter Bahnhof ausgesprochen – um die angrenzenden Wohngebiete zu entlasten und sich staatliche Fördermittel zu sichern. Bürgermeister Konrad Rupprecht (CSU) beispielsweise sprach in der jüngsten Sitzung von „hervorragenden Zuschüssen“ und empfahl dem Gemeinderat, zumindest einen Vorentwurf in Auftrag zu geben. Dem schloss sich CSU-Bürgermeisterkandidat Oliver Siegl an. Er nannte den Ausbau des Park-and-ride-Parkplatzes „eine der wenigen Stellschrauben, um den Menschen den ÖPNV schmackhaft zu machen“ und appellierte ebenfalls an seine Kollegen, sich die Fördermittel nicht vorschnell entgehen zu lassen.

„Schlicht nicht finanzierbar“

Dem widersprach unter anderem Frank Flachenecker (Freie Wähler), der davon ausgeht, dass die Zuschüsse für derartige Projekte in Zukunft eher steigen denn sinken werden. Ein Parkdeck erachtet er als „schlicht nicht finanzierbar“ und riet stattdessen dazu, das Machbare möglichst schnell zu verwirklichen. Das Machbare, damit meint er eine weitere Reihe ebenerdiger Parkplätze. 30 an der Zahl. Anhand der Kosten pro Parkplatz veranschaulichte Lothar Trapp (SPD) die beiden Erweiterungs-Varianten. Er rechnete vor, dass der Bau eines Standard-Parkplatzes 6500 Euro koste, wohingegen ein Parkdeck-Parkplatz mit 50 000 Euro zu Buche schlage.

Anwohner-Park-Regel

Und Hannes Schönfelder (SPD) schlug vor, die angrenzenden Wohngebiete mittels einer Anwohner-Park-Regel zu entlasten. Gänzlich in Frage stellte Christian Nikol, Bürgermeisterkandidat der Franken, den Park-and-ride-Gedanken. Er sprach von einer Idee aus dem „Lehrbuch der 80er Jahre“. Letztlich entlaste dies nur die Stadt Nürnberg und verlagere deren Probleme nach Feucht. „Wenn man den ÖPNV stärken will, dann muss man die Fahrkarte von der Haustür weg nutzen können und nicht erst ins Auto steigen müssen.
Schließlich fiel das Parkdeck mit 7:14 Stimmen durch und man entschied sich einstimmig für 30 neue, ebenerdige Parkplätze. Diese sollen rund 200 000 Euro kosten.

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