Diskussion im Burgthanner Gemeinderat

Streit um Dorfweiher-Areal

Keine Spur vom Dorfweiher mehr: Der Tümpel ist trockengelegt, die Fläche muss noch gänzlich aufgefüllt werden, bevor es an die Umgestaltung geht. Foto: Gisa Spandler2019/08/Ezelsdorf-Dorfweiher.jpg

Ezelsdorf. Der Dorfweiher Ezelsdorf ist nach wie vor ein heiß diskutiertes Thema, auch im Gemeinderat. Dabei ging es im Wesentlichen nur darum: Soll bei der Neuanlage des Dorfmittelpunkts als Verweilort eine kleine Pfütze als Wasserspielplatz angelegt werden oder nicht?

Der Bürgermeister nannte die Entscheidung eine Glaubensfrage, aber anscheinend halten die Gemeinderatsmitglieder nicht viel von Ökumene. Auf Varianten, die der Dorfverein nach einer Ideensammlung mit den Ezelsdorfern ausgearbeitet hatte, konnte man sich nicht einigen.

Wie berichtet, hatte der Dorfverein im März eine Ideenwerkstatt durchgeführt, bei der Vorstellungen über die weitere Gestaltung des Areals eingebracht und gebündelt wurden und auch ein ungefähres Bild darüber enstehen konnte, für welche Ideen sich die Anwesenden jeweils stark machen möchten.

Die CSU lehnte eine wie auch immer geartete Wasserfläche als Spielplatz grundsätzlich ab, wünschte sich, den Weiher sauber zu befüllen, eine Grünfläche mit Büschen anzulegen, eventuell auch eine Bienenweide und Schautafeln, die das historische Ezelsdorf darstellen, erklärte deren Sprecher Günther Nedvidek. Wolfgang Lahm, der Fraktionssprecher der SPD, hatte die Wünsche in Blick, die sich bei der Diskussion der Ezelsdorfer mit dem Dorfverein herauskristallisierten, und bezog sich dabei auf einen kleinen Wasserlauf oder eine Wasserfläche als Attraktion. Dabei erhielt er Unterstützung von Dr. Eckhard Töpert (SPD): „Die Übereinkunft war, keine Trinkwasser zu verwenden“, und ein derartiger Wasserlauf ließe sich ohne regelmäßige Frischwasserzufuhr mit einer Umwälzpumpe mit geringem Aufwand realisieren. Er und auch Karin Gätschenberger-Bahler (SPD) fanden es schade, dass der Dorfverein seine Vorschläge nicht dem Gremium unterbreiten durfte.
Hier hakte Bürgermeister Heinz Meyer ein und belehrte die SPD, dass die Mitglieder des Vereins keineswegs als Experten zu betrachten sind, auch wenn sie sich intensiv mit dem Thema beschäftigt hätten: „Die Repräsentanz dieser Gruppierung in der Bevölkerung ist nicht besonders hoch“, wollte er wissen.
Dem widerspricht dem Boten gegenüber Katja Wittmann, Sprecherin des Dorfvereins, die traurig darüber ist, dass das Wasser-Element von Seiten der CSU so vehement abgelehnt wird: „Der Vorschlag kam ja nicht von unserem kleinen Verein, sondern von den Teilnehmern der Ideen-Werkstatt. Auch wenn deren Zahl nicht so groß war, kann sie doch als repräsentativ für die Mehrzahl der Ezelsdorfer angesehen werden“, glaubt sie, worauf auch die Umfrage verweist, die der Verein vor einiger Zeit im gesamten Ortsteil durchgeführt hatte.
In der Sitzung wandten sich allerdings noch weitere CSU-Räte gegen den Wasser-Vorschlag, zum Teil klang allerdings durch, man könnte ja Wasser irgendwann später immer noch einrichten. Auch wurde das Argument Töperts, man brauche gar kein Trinkwasser, ignoriert und sprach von einer Verschwendung von Frischwasser.

Eine Reihe von Vorschlägen über das weitere Vorgehen führte die Gemeinderatsmitglieder nicht weiter. Sowohl Bürgermeister Meyer („Wir haben Wichtigeres zu entscheiden, die Diskussion nimmt schon viel zu viel Platz ein“) als auch Wolfgang Lahm („Wir sind hier festgefahren, die CSU wird sich wohl nicht mehr bewegen“) stellten fest, dass eine Einigung in weite Ferne gerückt war. Am Ende wurde sowohl der Gedanke, einen Planer zu beauftragen, den Dennis Kummarnitzky als einziger CSU-Rat vortrug, als auch der der SPD, Angebote von einem Landschaftsgärtner mit oder ohne Wasser-Element einzuholen, mit der knappen Mehrheit der CSU abgelehnt.
Katja Wittmann vom Dorfverein äußerte sich immerhin froh darüber, dass etwas in der Dorfmitte geschieht, und hofft, dass die Umgestaltung sich gewinnbringend für den Ortsteil auswirken wird, auch wenn man glaube, dass ein kleiner Wasserlauf die geplante Anlage attraktiver machen könnte.
Mit 11:9 Stimmen votierten die Räte schließlich für den CSU-Antrag, Angebote für eine Platzgestaltung ohne Wasser von einer Gartenbaufirma einzuholen, um dann eventuell mit dem Bauhof eine Planung umzusetzen.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler