Reichswald-Bilanz

Bund Naturschutz rügt Schulholz-Pläne und B-14-Ausbau

Das Schulholz bei Neunkirchen: Hier soll ein Industriegebiet entstehen. Dafür müssten, schätzt der Bund Naturschutz, 10 bis 15 Hektar Wald gefällt werden. Er kündigt deutlichen Widerstand an. | Foto: PZ-Archiv/Kirchmayer2018/07/schulholz-alternative.jpg

NÜRNBERGER LAND — Der Bund Naturschutz (BN) hat gestern seine jährliche Reichswald-Bilanz vorgestellt. Er rügt darin mehrere Projekte im Nürnberger Land, denen zum Teil große Waldflächen zum Opfer gefallen sind oder sollen. Dazu gehört auch der nach BN-Ansicht „überdimensionierte Aus­bau“ der B 14 bei Ottensoos.

Für den neuen Kreisverkehr, so der Bund Naturschutz, seien 0,8 Hek­tar Wald „vernichtet“ worden. Dabei stehe in der Nähe bereits der nächste größere Eingriff in die Natur an: Bei Neunkirchen soll das schon einmal vor der Rodung gerettete Schulholz für eine Erweiterung des Kranherstellers Tadano geopfert werden (die Pegnitz-Zeitung berichtete). Der BN geht davon aus, dass 10 bis 15 Hektar Wald betroffen sind. „Hier werden wir Widerstand leisten, so gut es geht“, sagt Otto Heimbucher, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Nürnberg-Stadt.

Stromtrasse und Autobahnkreuz

Weitere Vorhaben, die auf der Negativliste auftauchen, sind – neben der geplanten 380-Kilovolt-Stromtrasse durch den Landkreissüden – das Gewerbegebiet „Östliche Haimendorfer Straße“, das die Gemeinde Schwaig ausgewiesen hat, der Umbau des Autobahnkreuzes Nürnberg Ost und der Ausbau der Anschlussstelle Fischbach. Alleine hier stünden 20 Hektar Wald zur Disposition, so der BN. Um fünf Hektar geht es beim geplanten Lastwagenparkplatz bei Moosbach an der A 6. Hier unterstütze man örtliche Bürgerinitiativen, so Heimbucher.

Als Erfolg wertet der BN, dass der vom Behringersdorfer Kalk­sandsteinhersteller Zapf geplante Sandabbau am Birkensee (die Pegnitz-Zeitung berichtete) auf „nur noch“ 7,5 Hektar genehmigt wurde – 2006 und 2009 sollten etwa 30 Hek­tar als sogenannte Vorrangfläche ausgewiesen werden. Ganz verhindern konnten BN und Fränkischer Albverein die Genehmigung allerdings nicht.

Die Naturschützer warnen: „Mindestens drei Grad Celsius lägen die Temperaturen an den heißen Sommertagen höher, wenn wir den Reichswald nicht hätten, und das vor allem auch nachts. Ersatzaufforstungen weit weg in der Oberpfalz wie für einige Eingriffe geplant nutzen da wenig.“

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel