Alle Tests waren negativ

BRK testet in Lauf über 300 Menschen

Begeisterung sieht anders aus, doch die dreijährige Anni aus Henfenfeld ließ die Testprozedur trotzdem über sich ergehen. Nach wenigen Sekunden war das Stäbchen wieder raus aus der Nase. | Foto: Andrea Beck2021/03/Schnelltestzentrum-Lauf-Anni-Strassenburg-130321-Corona-Test-Foto-Beck-1-scaled.jpg

LAUF – Das Testzelt, dass das Laufer BRK am Samstag am Marktplatz aufbaute, erfreute sich reger Beliebtheit. Über 300 Menschen kamen, um sich kostenlos testen zu lassen. Noch bevor alles aufgebaut war, hatte sich bereits eine Schlange gebildet. Die Organisatoren aus dem Arbeitskreis „Teststrategie Nürnberger Land“ sind zufrieden.

„Der nächste bitte“, schallt es am Samstagvormittag durch das weiße Zelt am Oberen Marktplatz in Lauf, wo Ehrenamtliche des Laufer Roten Kreuzes in blauen Schutzanzügen die Stäbchen bereithalten. Heute gibt es Corona-Tests frei Haus. Von 10 bis 15 Uhr darf sich jeder, der möchte, auf das Virus testen lassen. 

Und das Interesse ist groß. Vor dem Eingang warten mehrere Dutzend Passanten mit ihrem Anmeldeformular in der Hand. Sie müssen persönliche Angaben machen und eine Datenschutzerklärung unterschreiben. Bis weit hinunter in die Barthstraße reihen sich die Wartenden aneinander. Ein Team aus Ordnern achtet auf die Abstände.

Die Situation im Zelt erinnert an das Anstehen im Fast-Food-Restaurant, nur dass es nicht nach Frittierfett riecht, sondern nach Räucherstäbchen. Drei Bierbänke stehen im Hauptzelt – provisorische Stationen, an denen die Mitarbeiter Formulare ausfüllen und die Schnelltests bereitliegen. 

Nach wenigen Sekunden ist es vorbei

„Der nächste bitte“. Jetzt ist die dreijährige Anni aus Henfenfeld an der Reihe. Mit skeptischem Blick setzt sie sich auf den Holzstuhl und zuckt zusammen, als die Mitarbeiterin des BRK ihr das lange Stäbchen in die Nase schiebt. Anni kneift die Augen zusammen, nach wenigen Sekunden hat sie es überstanden. 

Doch das Wischen über ihre Nasenschleimhaut hat ihr die Tränen in die Augen getrieben. Zunächst ist sie sich offensichtlich unschlüssig, ob sie weinen soll. Dann sieht sie hinüber zum anderen Stuhl, wo Vater und Bruder gerade das Gleiche durchmachen und jetzt ist auch die Mutter an der Reihe. Durch den Test muss wohl jeder durch, denkt sie sich, und wischt sich still die Tränen von der Wange.

„Es gibt schönere Dinge, aber man hält den Test schon aus“, sagt Annis Mutter Katharina Straßenburg, nachdem alle Familienmitglieder getestet wurden. Hinter dem Zelt warten die Getesteten rund 15 Minuten auf das Ergebnis. 

Die Straßenburgs haben die Gelegenheit gerne genutzt. „Wenn am Montag die Kita wieder aufmacht, ist der Test Pflicht und es ist für uns günstig, dass die Aktion am Wochenende stattfindet“, sagt Straßenburg. Dann kommt ein Mitarbeiter mit vier Zetteln aus dem Zelt. „Nummer 21 bis 26?“ ruft er. Die Formulare bescheinigen der Familie Straßenburg für 48 Stunden Corona-Freiheit.

So wie jedem der Getesteten am Samstag. „Insgesamt haben wir 321 Personen am Marktplatz getestet, kein Test war positiv“, sagt Stefan Kleinlein, Leiter des BRK-Bereitschaftsdiensts in Lauf. 15 Helfer zählte sein mobiles BRK-Team. „Es war für viele Menschen der erste Test. Wir wollten die Angst nehmen und zeigen, wie es funktioniert“, sagt Kleinlein.

Dezentrale Teststrategie im Landkreis

Initiator der Aktion war Johannes Bisping, der Vorsitzende der Laufer IHK. Er und seine Mitstreiter aus dem Team „Teststrategie“ im Landkreis bezeichnen das Testzelt am Samstag als „Kick-Off-Veranstaltung“. Die Aktion sei ein Startschuss für die Teststrategie des Nürnberger Lands, die nicht mit großen Testzentren plant, sondern vor allem mit der Schulung von Betriebsärzten in Firmen und dezentralen Testmöglichkeiten bei Ärzten und Apotheken.

„Wenn sich jeder, der in Lauf wohnt, arbeitet oder zur Schule geht, zweimal die Woche testet, benötigen wir zwischen 5000 und 50 000 Tests pro Woche“, sagt Bisping. Das könne ein großes Testzentrum allein nicht leisten.


Trotz eisigem Wind und zäher Wartezeit bildete sich eine lange Schlange von Menschen, die die Gelegenheit des kostenlosen Tests nutzen wollten. Foto: Andrea Beck
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Bisping ist froh, dass es vorangeht. Mehrere Bürgermeister aus der Umgebung und Vertreter der Wirtschaft hätten sich die Aktion in Lauf angesehen. „Wir haben viel positives Feedback erhalten, wir wollen unsere Pläne weiter tragen in Gemeinden und Landkreise“, sagt Bisping. Mit den Schnelltests könne man Infektionsketten brechen und die Inzidenzwerte senken.

Das hofft auch Roland Schriefer, der am Samstag als einer von 321 die Chance des kostenlosen Tests nutzt. „Nummer 35?“, ruft ein Mitarbeiter aus dem Zelt und Schriefer nimmt seinen Zettel entgegen. Er atmet auf – negativ. „Durch Tests und Impfungen kommen wir zurück zur Normalität. Ich würde mir nur wünschen, dass das alles etwas schneller geht.“ 

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