Bauprojekt geplant

Zeitgemäßes Hotel für Altdorf

So könnte das Hotel von außen aussehen. | Foto: Magdalena Gray2019/11/Altdorf-Hotel.jpg

ALTDORF – In Altdorf fehlen zeitgemäße Beherbergungseinrichtungen, das ist längst bekannt. Nun könnte sich schon bald etwas ändern. Im jüngsten Stadtrat stellte ein Entwickler und Investor zusammen mit seinem Partner und einem Architekten ein Konzept für ein Hotel zwischen dem Kreisverkehr Ludersheim und dem S-Bahnhof Altdorf-West vor: Oliver Schüller, Eigentümer des Hotels Number One in der Münchener Straße in Nürnberg, hat Pläne, sein Hotel-Konzept auf Feucht und Altdorf auszuweiten.

Zusammen mit dem Altdorfer Geschäftsmann Thomas Schmidt und dem Möhrendorfer Planer Helmut Reck präsentierten sie dem Stadtrat ihr Vorhaben auf dem stadteigenen Grundstück, auf dem in unmittelbarer Nachbarschaft zum geplanten Hotel auch eines Tages eine Stadthalle entstehen könnte.

Schüller betonte eingangs den Vorteil, den ein derartiges Konzept hat, wenn Investoren und Eigentümer auch gleichzeitig Betreiber des Projekts sind. Die Stadträte waren ohne Ausnahme von dem Vorhaben angetan

Dienstwohnung und Tiefgarage

Zur Beruhigung der Verwaltung teilte Schüller mit, dass sich der aktuelle Plan nahezu hundertprozentig an den gültigen Bebauungsplan hielte, ein dreistöckiges U-förmiges Haus mit 47 Zimmern und Dienstwohnung vorsehe.

Um flächensparend zu agieren, sei eine Tiefgarage mit 20 breiten Stellplätzen geplant, die Zimmer seien alle aus Schallschutzgründen zu einem Innenhof hin gelegen.

Bürgermeister Erich Odörfer sowie etliche weitere Stadträte hielten fest, dass es für sie ausschlaggebend sei, dass auf dem Grundstück nach der Errichtung noch genügend Platz vorhanden sei, um eine Stadthalle zu realisieren.

Man solle dies vertraglich festlegen, meinten manche. Dr. Peter Wack hakte nach, ob das Hotel Tagungsräume und Restaurant beinhalte, was Schüller verneinte. Zudem warnte Wack, dass ja auch an der Nürnberger Straße ein Hotel angedacht sei, die beiden sollten sich nicht in die Quere kommen. Hier sah Schüller keine Probleme, er sei ein Befürworter eines gesunden Wettbewerbs und Altdorf könne durchaus auch zwei Hotels vertragen. Restaurant und große Konferenz-Ausstattung gehörten nicht zum Konzept, dafür aber die optimale Anbindung an den ÖPNV, wie sie durch den S-Bahn-Anschluss gewährleistet sei. Aus diesem Grund ist das S-Bahn-Ticket auch im Zimmerpreis enthalten.

Wärmepumpen und Solar

Kritisch fragte Horst Topp nach, ob man denn an neueste umweltfreundliche Technologien bei der Umsetzung gedacht habe: „Bausubstanz, Wärmeversorgung, Dachbegrünung?“ Zur Stromversorgung sei Wärmepumpentechnologie geplant, allerdings nicht für die Warmwasserversorgung.

Solartechnologie käme zum Einsatz, bei Bedarf werde mit Gas nachgeheizt, erklärte der Architekt. Eckart Paetzold wollte wissen, ob angedacht sei, eine Bahnunterführung von der Bahn AG zu fordern, weil der Bahnsteig auf der entgegengesetzten Seite liege. „Die Leute werden gern ein paar Meter laufen, wenn sie kostenlos die S-Bahn nutzen können“, zeigte sich Schüller unbesorgt.

Michael Gleiß wollte noch geklärt haben, ob sich nicht die Feuerwehr und das Rote Kreuz für das Areal interessiert hätten, als es um einen neuen Standort für die beiden ging. „Das war nur ein Vorschlag, von der Feuerwehr kamen dann andere“, erwiderte der Bürgermeister, der schließlich noch in Aussicht stellte, dass man theoretisch – da ja gültiges Planungsrecht vorhanden sei – im nächsten Frühjahr mit dem Bau beginnen könnte.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler