Künftiges Impfzentrum Altdorf besichtigt

„Weg mit den bürokratischen Fesseln“

Gemeinsam durch die Corona-Krise: Landrat Armin Kroder mit den Bürgermeistern des südlichen Landkreises, Malteser Geschäftsführerin Claudia Ramminger (hinten links) und Julia Meyer, Leiterinder Abteilung Jugend, Familie und Soziales am Landratsamt in Lauf (rechts)2021/03/Altdorf-Impfzentrum-Besichtigung-scaled.jpg

ALTDORF – Anfang April soll das Corona-Impfzentrum in Altdorf an den Start gehen. Landrat Armin Kroder und die Bürgermeister des südlichen Nürnberger Landes haben sich die Örtlichkeiten schon jetzt angesehen.

Wesentlich mehr Impfstoff soll ab dem 2. Quartal im Freistaat zur Verfügung stehen. Die Verimpfung ist ein logistischer und bürokratischer Kraftakt für die Verantwortlichen im Landkreis, die dabei auf Satellitenstellen setzen: Die Außenstelle in Hersbruck wird vom BRK Kreisverband betrieben, in Altdorf zeichnet die Malteser Hilfsdienst GmbH verantwortlich – falls die Regierung und Staatsministerium grünes Licht für die Außenstellen geben.

Gemeinsam mit den Bürgermeisterkollegen des südlichen Landkreises hat Landkreischef Armin Kroder in Altdorf den vorgesehenen Standort des Impfzentrums in der Zweifachturnhalle besichtigt und dabei klargestellt: „Wir planen so, dass wir gewappnet sind, wenn der Freistaat es erlaubt. Wir bereiten uns vor, damit wir impfen können, wenn wir gefordert sind. Wir wollen die Kapazitäten so erweitern, wie auch tatsächlich nötig. Ziel ist ein aufwachsendes System. Das hängt von der Einbindung der Arztpraxen – auch im Landkreis – ab. Die Entscheidung, wie zukünftig geimpft wird, liegt aber eben nicht allein bei uns. Wir sind auf entsprechende Signale aus München bzw. Berlin angewiesen.“

Landkreisweit dreistellige Zahl an Personal

Helfende für die neu einzurichtenden Zentren zu finden, sei noch schwieriger als die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, erklärt Kroder: „Landkreisweit wird eine dreistellige Zahl an Personal benötigt.“ Claudia Ramminger, Geschäftsführerin der Malteser Hilfsdienst, sieht den Standort in Altdorf als gut geeignet für eine Impfzentrum-Außenstelle: „Wir sind mit Volldampf unterwegs und profitieren von den Erfahrungen, die wir in Röthenbach gesammelt haben“, erklärt Ramminger. Die Personalakquise laufe und die IT stehe bereit. Die Malteser gehen dafür in Vorleistung und bieten danach im laufenden Betrieb eine Mengengarantie, d.h., eine festgelegte Anzahl von Impfungen, die pro Tag verbindlich verabreicht wird.

Jede Hilfe ist willkommen

Geplant ist, in der Zweifachturnhalle in Altdorf sieben Tage die Woche von 8 bis 22 Uhr Impfungen in voraussichtlich 5 Impfstraßen zu verabreichen. In der Außenstelle gibt es von allen Seiten ebenerdige Ein- und Ausgänge. Gearbeitet würde in zwei Schichten, einmal von 7.30 bis 15.30 Uhr, außerdem von 14.30 bis 22.30 Uhr. Pro Schicht würden 15 Helfende gebraucht. Eine Aufgabe, die natürlich auch im Ehrenamt übernommen werden kann, wie Dr. Christian Stock, stellvertretender Bezirksgeschäftsführer vom Malteser Hilfsdienst, betont. Dass im Landkreis die Bereitschaft, ehrenamtlich Unterstützung zu leisten, groß ist, weiß Altdorfs Bürgermeister Martin Tabor. „Es ist wichtig, dass wir alle an einem Strang ziehen, egal, ob aus Altdorf, Burgthann, Winkelhaid, Feucht oder Schwarzenbruck.“

Alle Freiwilligen erhalten vor dem Einsatz eine genaue Unterweisung. Vorrangig wird Unterstützung bei verwaltenden Tätigkeiten gesucht, grundsätzlich gibt es aber viele Einsatzmöglichkeiten, die keinerlei Qualifikation voraussetzen, wie zum Beipsiel die Betreuung von Seniorinnen und Senioren. Auch diejenigen, die helfen wollen, aber keine ganze Schicht übernehmen möchten, können sich einbringen.


Eine Zeit lang Dualismus

Voraussichtlich ab Anfang oder Mitte April sollen die Corona-Impfungen auch in Arztpraxen vorgenommen werden. Landrat Kroder ist dankbar dafür, wie sehr sich Ärzte schon jetzt einbringen. Die aktuell umfangreiche Bürokratie wertet er als erhebliche Hürde, die es abzubauen gelte, um schnelle Fortschritte bei den Impfungen zu erzielen. „Bis dahin werden wir wohl noch eine Zeit lang im Dualismus leben“, sagt Kroder und meint die Koexistenz von Impfzentren und Haus- und Betriebsärzten bei der Umsetzung der Impfstrategie. „Im Grunde ist es ganz einfach: Weg mit den bürokratischen Fesseln und her mit ausreichend Impfstoff!“

INFO
Wer helfen möchte, kann sich ganz unkompliziert an die Malteser wenden: Kontakt: Bianca Scheffelmeier, Telefon: 0911 968-9115; E-Mail: [email protected]

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren