Sanierung des Schloss Grünsberg

Schlossherrin freut sich über 50.000 Euro

Auf der Burg Grünsberg stehen noch umfangreiche Arbeiten an, unter anderem eine Hangsanierung an der Burgmauer.2015/05/scheck_gruensberg.jpg

GRÜNSBERG – Solche Schecks gibt es nur, wenn große Aufgaben zu stemmen sind: 50.000 Euro hat Gerhard Zenger von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz an Rotraut Freifrau Stromer von Reichenbach-Baumbauer für die die Sanierung von Schloss Grünsberg übergeben. Damit unterstützt die private Denkmalschutz-Stiftung zum vierten Mal die umfangreichen Arbeiten auf der Grünsberger Burg. Insgesamt stellte sie für das Juwel im Schwarzachtal nun 130.000 Euro zur Verfügung.

„Denkmalpflege ist eine gesellschaftliche Aufgabe“, betonte Ortskurator Zenger anlässlich der Scheckübergabe, „das geht uns alle an“. Die von der Stiftung zur Verfügung gestellten Mittel stammen aus privaten Spenden und von Lotto Bayern, der staatlichen Lotterie, die von Beatrix Nürnberger und Helmut Habammer bei der Scheckübergabe vertreten wurde.

Der Altdorfer Bürgermeister Erich Odörfer wies auf die Bedeutung von Schloss Grünsberg für die Stadt Altdorf hin: „Das ist eines unserer ältesten Baudenkmäler.“ Außerdem, so Odörfer, finden regelmäßig Kulturveranstaltungen auf der Burg statt.

Arbeiten im Pallas

Wie das Geld nun verwendet wird, erläuterte Architektin Karin Windisch. Die Mittel werden schwerpunktmäßig im Pallas, und dort in der sogenannten Himmelbettstatt, eingesetzt. Fenstersanierungen stehen ebenso an wie außen Hangabsicherungen an der Burgmauer.

Rotraut von Stromer-Baumbauer dankte für den Scheck der Denkmalschutzstiftung und lobte die bisherige Arbeit der Architektin, außerdem den Einsatz des Bürgermeisters, der die Burg Grünsberg als gebürtiger Weinhofer seit Kindertagen kennt.

In staufischer Zeit gegründet, liegt die Burg auf einem Bergsporn über einer Seitenschlucht des Schwarzachtals. Eingenommen wurde sie nie, allerdings 1504 durch einen Brand zerstört. Der heutige Hauptbau und die Burgkapelle gehen daher auf die Wiederaufbauphasen von 1530 und 1560/61 zurück. Ein gutes Jahrhundert später baute die Familie Paumgartner die Burg zu einer Schlossanlage aus. Damals entstanden die Erweiterungsbauten im Bereich der Vorburg, das Verwalter- bzw. Försterhaus sowie Baumaßnahmen an der Burgkapelle. Auch in den folgenden Jahrhunderten wurde die Burg mehrfach erweitert. Die wichtigste Baumaßnahme am Hauptgebäude war dessen Erhöhung um drei Geschosse sowie die Stuckausstattung in der heutigen Form.

Die Burg gehört seit 1754 den Freiherren Stromer von Reichenbach, die durch ihre Mitgliedschaft in den Nürnberger Räten besondere Bedeutung für die dortige Stadtgeschichte haben.

Die Familie sammelte die überregional bedeutende Ausstattung der Burg, zur der unter anderem Architekturmodelle, Portale und Gemälde aus dem 17. Jahrhundert gehören.

Zum Schloss-Komplex gehören eine barocke Zehntscheune, ein Renaissance-Barock-Garten, der sogenannte Himmelgarten, und die barocke Sophienquelle.

Heute ist die Burg im Besitz der öffentlichen und gemeinnützigen Stromerschen Kulturgut-, Denkmal- und Naturstiftung, die die Anlage erhält und für Ausstellungen und Veranstaltungen öffnet.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten