Bewerbung um EU-Fördermittel

Gesundheitsregion wird um viele Themen reicher

Bürgermeister und WiSo-Partner winkten die Satzung für die LAG-Erweiterung einstimmig durch. Foto: A. Pitsch2014/02/LAG.jpg

HERSBRUCK – Die LAG „Gesundheitsregion Hersbrucker Land“ ist Geschichte: In einem Sitzungsmarathon aus je zwei Mitglieds- und Vorstandsversammlungen der alten und der neuen lokalen Aktionsgruppe wurden die Voraussetzungen geschaffen, um sich bei der EU für Fördermittel für heimische Projekte zu bewerben. Für die Kommunale Allianz der Hersbrucker Schweiz bedeutet das, dass die Fördermittel von ca. zwei Millionen in sechs Jahren künftig auf den ganzen Landkreis verteilt werden. Dies und eine Wahlentscheidung ließen merken, dass sich noch nicht alle mit der LAG „Nürnberger Land e. V.“ angefreundet haben.

Die neue landkreisweite LAG verfügt über 61 Mitglieder aus den Bereichen Wirtschaft und Soziales (WiSo-Partner) sowie 27 Kommunen plus Landkreis. „Damit bekunden sie das Fortbestehen der LAG“, befand Robert Ilg, Vorsitzender der alten LAG. Diese hatte für 23 Projekte rund zwei Millionen Euro an EU-Geldern (Leader-Mittel) in der abgelaufenen Förderperiode einstreichen können, wie Leader-Manager Ekkehard Eisenhut erläuterte.

Für ihn bedeutet die Landkreis-Gruppe keinen Neustart, sondern: „Die LAG startet nun richtig durch“. Um von der EU für den Geldtopf von 2014 bis 2020, der aus dem Landwirtschafts-Fonds gespeist wird, in Frage zu kommen, musste sich die Gesundheitsregion an Fläche, Einwohnerzahl und Themen vergrößern (HZ berichtete).

Um die Erweiterung nun dingfest zu machen, stimmten die Mitglieder der alten LAG einstimmig über eine neue Satzung ab. Der Verein bleibt nämlich bestehen, hat dadurch lediglich einen neuen Namen, mehr Mitglieder, eine Finanzierung über zehn Euro-Mitgliedsbeitrag sowie Spenden, Zuschüsse und sonstige Zuwendungen und eine geänderte Vorstandschaft bekommen: Künftig sitzen 17 Personen dem lokalen Netzwerk vor.

Diese rekrutieren sich aus der früheren Aktionsgruppe sowie den „Neuen“, die ebenfalls einstimmig willkommen geheißen wurden: 14 Kommunen und 36 WiSo-Partner schrauben das frische Netzwerk auf 89 Mitglieder. Nachdem diese nicht alle im Vorstand sitzen können, wurden sieben Kommunalvertreter und zehn WiSo-Partner auf drei Jahre gewählt – und das nicht ganz reibungslos. Zügig und ohne Gegenstimmen sprach sich die Mitgliederversammlung der neuen LAG für den Landkreis Nürnberger Land (Armin Kroder) als ersten und die Stadt Hersbruck (Robert Ilg) als zweiten Vorsitzenden aus.

Klar war auch die Besetzung des Kassiers in Form der Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberger Land w.V. (Richard Sperber) und des Schriftführers mit dem Bayerischen Bauernverband, Kreisvereinigung Nürnberger Land (Betty Schmidt). Zu Beisitzern aus den Kommunen wurden Gemeinde Reichenschwand (Bruno Schmidt), Stadt Altdorf (Erich Odörfer), Gemeinde Schwarzenbruck (Bernd Ernstberger), Stadt Lauf (Benedikt Bisping) und Markt Schnaittach (Georg Brandmüller) bestimmt.

Diskussionen gab es bei der Wahl der WiSo-Beisitzer. Der Vorschlag des Wahlausschusses, der eine En-bloc-Abstimmung ermöglicht hätte, wurde nicht angenommen. Stattdessen mahnte Otto Wolze an, den Gesundheitsaspekt nicht zu vernachlässigen. Andere sahen Handwerk, Medien oder Naturschutz benachteiligt. Aus den Reihen der alten Vorstandschaft war zu hören, dass ihnen der Wahlvorschlag einfach mitgeteilt worden, dieser eine rein politische Entscheidung gewesen sei. Ilg sagt, er habe alle abtelefoniert.

Letztlich entschieden sich die Mitglieder für Caritasverband Nürnberger Land e.V. (Angela Henke), Diakonisches Werk Altdorf-Hersbruck-Neumarkt e.V. (Detlef Edelmann), Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, vertreten durch das IHK-Gremium Hersbruck (Norbert Fackelmann), Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH (Dr. Michael Hitzschke), Gesundheitsregion Nürnberger Land e.V. (Cornelia Wilhelm), Verlag „Der Bote“ (Ulrich Bollmann), Kreishandwerkerschaft (Walter Maisel) und Kreisjugendring Nürnberger Land e.V. (Bruni Schmidt) als WiSo-Beisitzer. Kassenprüfer sind Sparkasse Nürnberg (Otfried Bürger) und Raiffeisenbank Hersbruck (Bernd Strauß).

Sie alle werden nun zusammen mit dem Regionalmanagement am Landratsamt und dem LAG-Management unter Gero Wieschollek bis Juni ein regionales Entwicklungskonzept erarbeiten, das im Herbst von der EU angenommen werden soll. Anträge für Projekte können ab Ende 2014 gestellt werden.

Maximal 50 Prozent der Nettokosten bzw. 300.000 Euro werden gefördert. Insgesamt dürften laut Eisenhut wieder rund zwei Millionen Euro an Unterstützung für die Region herausspringen. „Der ganze Aufwand für diese Summe bei mehr Leuten?“, warf Henfenfelds Bürgermeister Gerhard Kubek ungläubig ein. Für Wieschollek steht nicht nur das Geld im Vordergrund. Er versuchte die Zuhörer durch „Zusatznutzen von Vernetzung und Kooperation“ für die LAG zu erwärmen.

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