Resolution gegen Stromtrasse P 44 mod

Ein Zeichen für die Bundestagsabgeordneten

Nach der Unterzeichnung der Resolution trafen sich Bürgermeister, Landräte und BI-Mitglieder an der Einfahrt der Firma Meier vor einem großen Andreas Kreuz. Mit sochen Kreuzen wollen die Bürgerinitiativen jetzt die Trassenverläufe im Nürnberger Land markieren. | Foto: Blinten2018/03/Resolution.jpg

LUDERSHEIM – Landräte und Bürgermeister haben in Ludersheim eine Resolution gegen die geplante Stromtrasse P 44 mod unterschrieben. Damit wollen die Kommunalpolitiker ein Zeichen für den Gesetzgeber setzen. Die Bundestagsabgeordneten müssen demnächst darüber entscheiden, ob die in den Netzentwicklungsplan aufgenommene umstrittene Trasse gebaut wird.

In Ludersheim hatten sich in unmittelbarer Nachbarschaft des dortigen Umspannwerks im Gemeinschaftsraum der Firma Fahrzeugbau Meier die Kommunalpolitiker, Vertreter von Bürgerinitiativen gegen Stromtrassen und Vertreter des Versorgungsunternehmens N-Ergie zur Unterzeichnung der Resolution versammelt.

„Durchaus spannend“ nannte der Landrat des Landkreises Nürnberger Land, Armin Kroder, die Situation. Wann stehen schon einmal Bürgerinitativen und Politiker Seite an Seite und können sich dabei auch noch über argumentative Unterstützung eines Energieversorgers freuen, der doch eigentlich jeden Netzausbau begrüßen müsste.

50 Milliarden Euro bis 2030

Genau das tut die N-Ergie freilich nicht. Der Netzausbau, das betonte N-Ergie-Prokurist Rainer Kleedörfer, ist in dem geplanten Umfang überdimensioniert. Er verschlingt ungeheure Mengen Geld, 50 Milliarden Euro bis 2030. Bezahlen müssen das die Stromkunden.

Netzausbau ist zwar nötig, aber in weitaus geringerem Umfang als derzeit vorgesehen, sagt Kleedörfer und verweist auf die Bedeutung der dezentralen Energieversorgung. „Am Ende steht es im Ermessensspielraum der Mandatsträger, gute Lösungen zu finden, es ist aber keine technische, sondern eine politische Frage“, fasst der Prokurist der N-Ergie zusammen.

Wie Kleedörfer ist auch Kroder der Überzeugung, dass der Netzausbau überzogen und die Trasse P 44 mod in einem überdimensionierten Plan vollends überflüssig ist. Selbst Netzbetreiber Tennet bezeichnet diese in den Netzentwicklungsplan aufgenommene Trasse inzwischen als unnötig.

Fachkundige Unterstützung

Die Neunkirchener Bürgermeisterin Martina Baumann, im Landkreis mit an der Spitze der P 44 mod-Gegner, freut sich über die fachkundige Unterstützung durch viele in den hiesigen Aktionsgruppen zusammengeschlossenen Bürger und verweist auf die gelungene Vernetzung mit Nachbarlandkreisen, die ebenfalls von der geplanten Trasse durchschnitten würden.

Seit 2014 ist das Aktionsbündnis Süd-Ost-Trasse aktiv, kämpft weiterhin gegen die inzwischen weiter nach Osten gerückten Gleichstromtrassen und im Landkreis Nürnberger Land gegen die P 44 mod.

„Wir brauchen einen neuen Kreis an Verbündeten, deshalb ist es gut, dass wir jetzt die Politik an unserer Seite haben“, sagt Dörte Hamann, die Sprecherin des Aktionsbündnisses und erntet zustimmendes Nicken von Altdorfs Bürgermeister Erich Odörfer, der für die Stadt schon mehrfach die von Norden kommende und in Ludersheim endende Trasse P 44 mod abgelehnt hat. Odörfer appellierte deshalb von Ludersheim aus an die Mandatsträger in Berlin, auf die Trasse zu verzichten.

Mortler hält den Ball flach

Ob der Appell ankommt? Johann Kalb, Landrat im Landkreis Bamberg, steht in engem Kontakt zu seinen Bundestagsabgeordneten, die vor Ort gemeinsam mit Bürgerinitiativen Widerstand organisiert haben. Er ist sich sicher, welche Entscheidung die Mandatsträger über die Trassen treffen werden. Einzige Schwierigkeit im Landkreis Bamberg: Hier stehen sich die Alternativen P 44 und P 44 mod gegenüber. Kommt die eine Trasse, kann man auf die andere verzichten. Die Oberfranken wollen aber beide ablehnen.

Die hiesige Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler hält den Ball flach: „Wir stehen voll und ganz hinter der Energiewende. Das heißt aber nicht, dass wir jede Ausbauvariante für unsere Stromleitungen gutheißen“, betont sie.

Apropos Energiewende: Die geplanten Stormtrassen hätten damit nichts zu tun, stellt Dörte Hamann fest. Und Landrat Kroder ergänzt: „Die sind das Ende der Energiewende.“

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten