Ärger um neuen Zustellstützpunkt

Altdorf streitet mit der Post

Die Entscheidung für einen Poststandort in der Neumarkter Straße an der dortigen Ladenstraße kam im Rathaus gar nicht gut an. Verwaltung, Bürgermeister und auch viele Stadträte sehen hier nur begrenzte Parkmöglichkeiten. | Foto: Alex Blinten2019/05/Altdorf-Ladenstrasse.jpg

ALTDORF. Missstimmung zwischen der Stadt Altdorf und der Post: Bürgermeister Erich Odörfer wirft den Verantwortlichen beim Postservice vor, die Vorschläge aus Altdorf für einen Zustellstützpunkt und eine neue Postagentur einfach zu ignorieren oder aus fadenscheinigen Gründen abzulehnen. Die Gescholtenen weisen das postwendend zurück.

Wie mehrfach berichtet, hat die Post ihren zentralen Zustellstützpunkt (ZSP) für Briefe, Päckchen und Pakete im vergangenen Jahr von der Stephanstraße in Altdorf ins Ochenbrucker Industriegebiet Mittellandholz verlegt. Für Odörfer bis heute völlig unverständlich, weil die Stadt dem Unternehmen gleich mehrere Standorte angeboten hatte, die alle abgelehnt wurden.

Doris Walke hat sich als Leiterin des Bürgermeisteramts über Monate immer wieder in Sachen Post engagiert und einen ganzen Ordner mit Vorschlägen gesammelt. Darunter sind auch Hinweise auf geeignete Standorte für eine neue Packstation, die die Post aber ebenfalls ignorierte.

Ohne mit der Stadt Kontakt aufzunehmen, hat sich das Unternehmen entschlossen, eine neue Packstation beim Aldi in der Prackenfelser Straße aufzubauen.

Parkzeiten verkürzen?

Auch die am 1. Juli im Sportgeschäft Grunert in der Neumarkter Straße öffnende neue Postagentur als Nachfolgerin der dann schließenden Filiale der Post in der Bahnhofstraße war nicht mit der Stadtverwaltung kommuniziert.

Als Bürgermeister Odörfer davon erfuhr, warnte er vor möglichen Parkproblemen an der ohnehin schon überlasteten dortigen Ladenstraße, die am Sportgeschäft, dem Schuhhaus Hommel und dem Backhaus Fuchs vorbei führt. „Dann hat man uns gesagt, wir sollten halt die Parkzeiten verkürzen“, ärgert sich Odörfer über den vom Politikbeauftragten der Post, Helmut Muhr, gemachten Vorschlag.

Der ist aus Sicht des Bürgermeisters nicht praktikabel.

Keine Schließfächer mehr

Auch die Auflösung der Postfächer, die derzeit einige Altdorfer mächtig ärgert, nahm die Post vor, ohne die Stadtverwaltung zu informieren. Im Rathaus ging wie bei allen Postfach-Inhabern eine Nachricht ein, dass es künftig keine Postfächer in Altdorf mehr gibt.

Die Suche nach einem ZSP in Altdorf hat die Post übrigens nicht aufgegeben. Das erläuterte Muhr im Rahmen eines Gesprächs im Rathaus. Zum Erstaunen von Odörfer, der davon ausgegangen war, dass die Post kein Interesse mehr an einem Standort Altdorf hatte, weil alle Vorschläge aus dem Rathaus abgelehnt oder ignoriert wurden.

Post weist Vorwurf zurück

Ob die verantwortlichen Planer bei der Post sich die Angebote aus Altdorf jetzt noch einmal vornehmen, ist offen. Pressesprecher Dieter Nawrath bleibt auf Nachfrage des Boten vage: Nach wie vor sei das Unternehmen an einem zentralen Zustellstützpunkt in Altdorf interessiert. Dafür müssten aber die betrieblichen Anforderungen erfüllt sein, die Grundstücksgröße müsste ebenso stimmen wie Raumgrößen und -aufteilung.

Auf den Vorwurf aus dem Altdorfer Rathaus, dass die Post Vorschläge einfach ignoriere oder ablehne, reagiert Nawrath mit dem Hinweis, dass örtliche Entscheidungsträger immer in Lösungsansätze mit einbezogen werden. Der Regionalbeauftragte Helmut Muhr habe alle erhaltenen Informationen und Unterlagen an die zuständigen Fachabteilungen zur Prüfung übergeben.

„Kundenfreundlich“

Der neue Postagentur-Standort in der Neumarkter Straße sei „nach ausgiebiger Prüfung aller Alternativen“ ausgewählt worden, sagt Nawrath. „Er erfüllt alle unsere Anforderungen und wir sind froh, diese kundenfreundliche Lösung gefunden zu haben.“

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten