Regionalbischöfin führt Martin Adel ins Amt ein

Altdorf hat einen neuen Dekan

Regionalbischöfin Eisabeth Hann von Weyhern hat Martin Adel in sein neues Amt als Dekan in Altdorf eingeführt. Foto: Alex Blinten2020/08/Altdorf-Amtseinfuehrung-Adel-scaled.jpg

ALTDORF – Regionalbischöfin Eisabeth Hann von Weyhern hat Martin Adel in sein neues Amt als Dekan in Altdorf eingeführt. Als ausgesprochen teamfähig, als Geistlichen mit der Kompetenz zum Leiten und als Entwickler von Perspektiven bezeichnet die Bischöfin den zuletzt in Fürth-Sankt Paul wirkenden Dekan. Aufhorchen ließ dann ihre Frage, ob Altdorf einen Pfarrer verträgt, der fromm ist und der es ernst meint mit seinem Gott.
Wie das gemeint ist, erschließt sich den Teilnehmern am Festgottesdienst, als Martin Adel seine Predigt hält. Ausgehend von der Darstellung in der Bibel, wie Jesus einen blind geborenen Menschen sehen lässt und wie darüber Streit und Zwietracht entsteht, analysiert Adel den aktuellen Zustand der Kirche.

Kritik von allen Seiten

Seit Jahren steigen die Austrittszahlen und mit Corona wird es noch schlimmer. Von allen möglichen Seiten gibt es Kritik an der Kirche. Immer mehr Patentrezepte kommen auf den Tisch und dann, so formuliert es Dekan Adel, wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben. „Sind wir orientierungslos?“ fragt er in die Runde. Manchmal hat es wohl den Anschein. Dem setzt Adel eine Überzeugung entgegen: Veränderungen brauche es zwar immer wieder, „aber wenn der Glaubensinhalt nicht zündet, dann können wir machen, was wir wollen.“ Statt Hin und Her und Experiment und Neuerung also Konzentration auf das Wesentliche. Auf den Glauben.
Was also kann eine Gemeinde stabilisieren? Das „Moderne“ nicht, sagt Adel. Es ist vielmehr der Glaube an Jesus Christus, der die Gemeinden zusammen hält. „Wir in der Kirche sind festgemacht in Christus.“ Permanente Defizit-Diskussionen seien der Grund für Zwietracht – wie nach der in der Bibel geschilderten Heilung des Blinden durch Jesus. Hier gibt es kein einziges Wort zur Freude über die Heilung, hier wird nur der Streit geschildert.

Was Verkündigung für Dekan Adel bedeutet, erklärt er mit einem Satz seines Vaters: „Ohne meine Kirche am Sonntag hätte ich meine Frau nicht pflegen können“, hatte der gesagt. Mehr Verkündigung brauche es nicht, sagt Dekan Adel, ein Pfarrer, der fromm ist und der seinen Gott ernst nimmt, wie Bischöfin Elisabeth Hann von Weyhern es formuliert.
Die Bischöfin sagt noch etwas über den neuen Dekan, das für die Arbeit in Altdorf wichtig ist. „Sie können sich auf Herrn Adel freuen, er bringt einen herzhaften Humor mit.“ Das macht das Miteinander leichter und fröhlicher. Eine Himmelsgabe nennt Elisabeth Hann von Weyhern das.
Im Anschluss an den Festgottesdienst versammelten sich die Gottesdienst-Teilnehmer im Garten des Gemeindehauses am Schlossplatz. Landrat Armin Kroder dankte Martin Adel dafür, dass er in seiner Predigt den Markenkern der Kirche herausgearbeitet hatte. „Sie haben das richtig getroffen.“
Bürgermeister Martin Tabor versprach, dass Dekan Adel in Altdorf auf Unterstützung rechnen kann – durch ein Team von Pfarrern und durch viele engagierte Bürger. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“
Für die Landeskirchliche Gemeinschaft, für die Volksmission und für den EC begrüßte Pfarrer Daniel Ketzer den neuen Dekan. Er verwies auf die vielen Gemeinden und die vielen Interessen, die der Dekan in seiner Arbeit berücksichtigen und verbinden muss.
Als Vertreter des Pfarrkapitels hieß Pfarrer Jörg Petschat Martin Adel willkommen. „Wir sind auf der Suche, wie es weitergeht im Dekanat und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.“
Diakon Walter Pfeufer sprach beim Empfang im Garten des Gemeindehauses für die Dekanatssynode: „Wir sind darauf gespannt, was sie anders machen, viele Aufgaben stehen an.“
Die Partnerschaft mit dem tansanischen Dekanat Karatu skizzierte kurz Margarethe Kern. Der Dekan in Altdorf sei ja eigentlich immer für zwei Dekanate zuständig, stellte sie augenzwinkernd fest.
Waltraud Monath schließlich überbrachte die Grüße der Gemeinde Eismannsberg und verband das mit der Übergabe einer ganzen Reihe von Geschenken.
Die Moderation des Empfangs im Garten übernahm der Altdorfer Pfarrer Bernd Popp, der am Ende Martin Adel das Mikro überreichte. „Lasst uns gemeinsam ans Werk gehen“, forderte der neue Dekan dann die Gäste auf.

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