Ilse Aigner warb in Alfeld für CSU-Kandidatinnen

Politische Frauenpower im Volksmusikzentrum: Kerstin Rösel, Ilse Aigner und Cornelia Trinkl. | Foto: K. Rösel2020/03/Alfeld-BZ2.jpg

ALFELD – „Sie haben mich mit geballter Frauenpower gelockt“, bedankte sich Ilse Aigner für die Einladung. Die Präsidentin des Bayerischen Landtags hat im vollbesetzten Alfelder Volksmusikzentrum redegewandt Werbung für die Bürgermeisterkandidatin Kerstin Rösel und die Landratspostenbewerberin Cornelia Trinkl gemacht.

Der scheidende Rathauschef Karl-Heinz Niebler beschrieb kurz, was Alfeld auszeichnet: Vor Ort seien Handwerker, Hausarzt, Zahnarzt, Supermarkt, Gastronomie, die musikalische Grundschule. „Das muss erhalten bleiben“, schrieb er dem künftigen Oberhaupt der 1200-Einwohner-Gemeinde ins Stammbuch. Als Bitte nach München gab Karl-Heinz Niebler dem prominenten Gast mit auf den Weg, kleine Kommunen finanziell gut auszustatten. Aus dem Nähkästchen plaudernd, beschrieb er aber auch, wie Alfeld dank einer kleinen Portion Schlitzohrigkeit und Beziehungen an zusätzliche Gelder gekommen ist.

Gut gekontert

Nach Karl-Heinz Nieblers Überleitung „Frau Landtagspräsidentin, Sie haben das Wort!“ revanchierte sich Ilse Aigner augenzwinkernd und lachend: „Gut, dass er aufgehört hat zu reden, sonst wäre es richtig teuer geworden …“ Die Alfelder Musikanten, die den Abend bestens umrahmten, erhielten von ihr ein „Daumen hoch“.

Mit Blick auf das aktuelle Geschehen in Thüringen beklagte Ilse Aigner das Erstarken der politischen extremen Flügel. Applaus gab es für ihre Forderung nach „Brandmauern“ gegen die AfD, aber auch gegen die „Linke“. Unter Hinweis auf eine verbale Entgleisung bei einem Treffen der Linkspartei in Kassel warnte sie: „Aus bösen Gedanken werden böse Worte und böse Taten.“

Ilse Aigner erläuterte zudem die von Gegnern kritisierte Heimatstrategie der CSU. „Dies heißt nicht, dass jeder eine Lederhose oder ein Dirndl anzieht“, sagte sie. Vielmehr gehe es um die Schaffung von Strukturen im ländlichen Raum, damit niemand zum Beispiel wegen nicht mehr vorhandener Arbeitsplätze in die Ballungszentren umziehen müsse.

Mehr Studenten als Bürger

Damit, dass China mehr Studenten als der Freistaat Einwohner habe, begründete Ilse Aigner die Förderung des Freistaates im Bereich Künstliche Intelligenz. Beim Klimawandel setzt sie auf Innovationen. Forderungen der Grünen nach Verzicht oder Verboten seien für viele eben nur dann attraktiv, wenn sie andere und nicht einen selbst träfen.

Beifall erntete die ehemalige Bundesministerin, als sie das Grünen-Feindbild Auto relativierte: Ohne funktionierenden Nahverkehr wie in den Städten könne darauf im ländlichen Raum nicht verzichtet werden. Weitere Statements machte die 55-Jährige zur Sicherheit („Sie müssen sich weder in Alfeld noch in Nürnberg Gedanken machen, ob Sie nachts auf die Straße können“), Investitionen in Grundschulen nach dem Prinzip „Kurze Beine, kurze Wege“, Pflegegeld, den „Kraftakt“ Schuldentilgung und anderem.

Bier statt Wasser

Zwischendurch bewies die Landtagspräsidentin ihre weiß-blauen Wurzeln, als sie ein angebotenes Wasser ablehnte und lieber einen Schluck Bier trank. Kommunalpolitik umschrieb Ilse Aigner mit „Gestaltung des unmittelbaren Umfelds“ und rief dazu auf, wählen zu gehen – trotz der riesigen Größe mancher Stimmzettel.

Bürgermeisterkandidatin Kerstin Rösel skizzierte kurz ihr Programm. Dazu zählen eine Dorf-App für den Einkauf ebenso wie eine Lösung für das Feuerwehrhaus, die Erschließung des Baugebietes „Alter Sportplatz“ und Glasfaser für die Grundschule und keine teure Abhängigkeit von Dritten bei den Aufgaben. Die Alfelderin nannte auch eine Liste von Erfolgen in den 18 Jahren ihrer Tätigkeit als Gemeinderätin, vom Wasserverbund über das Volksmusikzentrum bis zum Verkauf der Gewerbeflächen.

Kurze Wege fürs Klima

Vizelandrätin Cornelia Trinkl warb für eine starke Regionalmarke Nürnberger Land mit besserer Vermarktung der heimischen Produkte. „Der beste Klimaschutz sind kurze Wege durch Kauf hiesiger Erzeugnisse“, verknüpfte sie zwei Ziele. Weitere Anliegen sind die digitale Baugenehmigung und Unterstützung der Pflegeberufe, um die Versorgung der älteren Menschen zu gewährleisten. Die Bewerber um Mandate im Landkreis, von Norbert Dünkel bis Kerstin Rösel und in der Gemeinde, nutzten die Plattform und stellten sich dem Publikum vor.

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N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert