Ende der OpenAir-Schau

Rückblick auf Kunst im Fluss in Hersbruck

Freiwillige der Wasserwacht Hersbruck holen die teils überlebensgroßen Kunstwerke wieder aus dem Wasser. | Foto: U. Olpp2021/09/Paddel.jpg

HERSBRUCK – Kunst im Fluss ist vorbei. Die Wasserwacht hat noch einmal ihre Neopren-Anzüge übergestreift und Kunstwerke aus der Pegnitz geborgen, der Bauhof half tatkräftig mit, zu entfernen, was vor knapp vier Wochen zu Wasser gelassen worden war. Teils hatten die Werke gelitten, der Regen hatte Lack durchdrungen und die Enten, die der Kunstaktion stets unfreiwillige Komik verleihen, haben mit ihren Hinterlassenschaften Oberflächen verziert.

Passanten drückten schon während der geführten Rundgänge immer wieder ihr Bedauern aus, dass die Exponate nicht bleiben können. Die zwei Figuren von Franz Weidinger am Wassertor sind fürs erste noch geblieben. Unter welchen Umständen sie länger einen Platz in der Stadt finden, darüber berät sich derzeit Bürgermeister Robert Ilg mit dem Künstler.

Das Team des Kunstmuseums Hersbruck, Christoph Gerling, Uli Olpp, Barbara Henning, Ingrid Pflaum, Ute Plank und Angelika Eisenbrand, ist erschöpft von dem mehrwöchigen Kraftakt, der die Grenzen des Ehrenamts teils weit überschritten hat, aber auch glücklich, weil so viele Besucher wie nie und teilweise von weit her die Kunst sehen wollten und ihre Wertschätzung ausgedrückt haben. Barbara Henning und Ute Plank, die bis zum letzten Tag Gruppen geführt haben, waren begeistert vom Wissensdurst und Interesse ihrer Gäste. Gerade die kritischen und philosophischen Ansätze, die in diesem Jahr besonders stark vertreten waren, wurden von den Besuchern anerkennend wahrgenommen.

Anstoß zum Denken

„Kunst im Fluss ist keine Dekoration zur Verschönerung des Stadtbildes“, war denn auch dem Leiter des Kunstmuseums Hersbruck, Uli Olpp, wichtig. „Wir bieten den Besuchern speziell für den Ort erstellte Kunstobjekte an, die die Perspektive verändern, einen neuen Blick auf die Stadt ermöglichen und damit auch neue Ideen beflügeln. Die Kunstwerke können ein Anstoß sein“, betont der Bildhauer und Architekt.

Die zahlreichen Schaulustigen, die eifrig fotografierend und bei jedem Wetter die Brücken und Ufer bevölkerten, zeigten, wie interessant das Freiluft-Kunstformat für viele ist.

Katalog als Unterstützung

Wer den ehrenamtlich arbeitenden Verein Kunstmuseum Hersbruck unterstützen möchte, kann das auch durch den Kauf des hochwertigen und schön fotografierten Doppelkatalogs 2019/2021 für 20 Euro tun. Er ist noch einige Zeit in der Geschäftsstelle der HZ und in der Buchhandlung Lösch erhältlich. Es ist besonders vergnüglich, darin die Bestückung manches Standorts mit verschiedenen Kunstwerken zu vergleichen.

Für 2022 ist zur Abwechslung wieder ein „Kunstspaziergang“ geplant, der die Innenstadt mit einbezieht.

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