Sponsoren freuen sich aufs Festival

Mia san MIA

„Gelungenes Werbematerial“, befinden Sponsoren und Soulbuddies-Vertreter, Otfried Bürger, Hermann Vogel, Armin Kroder, Stefan Eisele, Thomas Peter, Andreas Kasperowitsch und Günther Kraußer (v.l.). | Foto: Spandler2019/07/Lauf-MIA-Sponsoren.jpg

LAUF/ALTDORF – Unterstützer und Sponsoren haben sich kurz vor dem  anstehenden MIA-Festival mit den Organisatoren der Soulbuddies zur Lagebesprechung getroffen. Im Mittelpunkt stand einmal mehr die Frage: „Wie kann man es schaffen, weiterhin auf Neues, Vielfalt und Qualität zu setzen und dabei möglichst viele Musikinteressierte anzusprechen?“

Günther Kraußer, erster Vorsitzender des Vereins, berichtete von Diskussionen in der Programmgruppe, bei denen man um genau diese Balance ringt. Der Anspruch, musikalische Qualität nach Altdorf zu holen, auch wenn die Künstler noch nicht bekannt sind, und die Notwendigkeit, Zugeständnisse an den Mainstream-Geschmack zu machen, um keine Zuhörer zu verlieren, war von Anfang an eine Gratwanderung. Dieses Jahr hat man mit den Headlinern Ana Popovic und Electro Deluxe tatsächlich bekanntere Namen unter Vertrag genommen. „Doch das kann nächstes Jahr wieder anders sein“, könnte sich Kraußer vorstellen, zumal man beim Versuch, sich ein wenig mehr an existierenden Hörgewohnheiten zu orientieren, sehr schnell an seine finanziellen Grenzen stößt.

Daneben ging es um die Prinzipien des Festivals, das heuer am Freitag, 19., und Samstag, 20. Juli, stattfindet, die sowohl Organisatoren als auch Sponsoren für nicht verhandelbar halten. Stefan Eisele vom Kernteam der Soulbuddies, der für Produktion und Technik verantwortlich ist, führte hier vor allem das Konzept des Events an, internationale Künstler, die musikalisch auf hohem Niveau unterwegs sind und ausschließlich Eigenkompositionen spielen, zu präsentieren, auch wenn sie vielleicht gar nicht oder nur Insidern bekannt sind. Die Zielgruppe seien Menschen, die sich auf Neues einlassen, wenn es gut ist.

Neben Qualität und Vielfalt setze man zudem auf eine gute Künstlerbetreuung und eine ordentliche Gage, damit die Agenturen auch weiter Künstler nach Altdorf schicken. Das Bekenntnis zur Qualität betreffe im Übrigen auch das Catering.

34.500 Euro Sponsorengelder

In diesen Punkten war man sich mit den Sponsoren einig. Dass sich MIA von Jahr zu Jahr ein wenig verändert, stellte Otfried Bürger, der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse Nürnberg, fest. Kraußer bestätigte dies und führte als Beispiel an, dass heuer eine noch größere Bühne und eine noch ausgefeiltere Licht-Technik gebucht wurde. „Das schaffen wir nur mit Ihnen als Unterstützer“, spielte er auf die insgesamt 34.500 Euro an, mit denen alle Sponsoren den Soulbuddies dieses Jahr unter die Arme greifen, und hob aus dem Kreis der Großsponsoren auch die Stadt Altdorf und die Firma Merz Reisen sowie den neuen Unterstützer, die Altdorfer Frenco GmbH, Spezialist für Verzahnungsmesstechnik, hervor. Denn man habe letztes Jahr erkannt: „Wir brauchen ein anderes Finanzierungskonzept.“

Und so stockten die Musikfreunde das Werbebudget gegenüber dem Vorjahr um 80 Prozent auf 6000 Euro auf, denn die öffentliche Wahrnehmung ist das A und O. Neben der eigenen Homepage und Facebook wurden weitere Kanäle im Internet und im Radio genutzt, professionelle Plakatierung im südlichen Landkreis und auch in Nürnberger Stadtteilen spielte eine Rolle, mit dem Boten erschienen 12.000 Beilagen, ferner wurden Plakate und Flyer und weitere Werbeträger gedruckt, bis hin zum Bierfilzl.

Die Rechnung scheint aufzugehen: Die bisher verkauften etwa 600 Tickets wurden zu 85 Prozent im Internet gebucht, was dafür spricht, dass sich viele Besucher auch von außerhalb die Karten sichern. Ein Erfolg, will man doch Musikbegeisterte möglichst weit über Altdorf hinaus ansprechen. Die örtlichen Interessierten werden sich kurzfristig entscheiden und den Eintritt erst vor Ort bezahlen, bestätigte aus Erfahrung Andreas Kasperowitsch, einer der privaten Sponsoren der ersten Stunde.

Verstärkte Sichtbarkeit

Schirmherr Landrat Armin Kroder lobte neben dem enormen Engagement der Verantwortlichen besonders die neue „Sichtbarkeit“, die durch das erweiterte Werbekonzept erreicht wurde. Dem schloss sich der Sparkassen-Marketing-Chef Bürger an: „Besser kann man seine Hausaufgaben nicht machen.“ In die gleiche Kerbe schlug der Altdorfer Geschäftsstellenleiter der Sparkasse Nürnberg, Hermann Vogel. „Werbemäßig gut aufgefallen“ seien die Ankündigungen des Spektakels bisher, und für das Geldinstitut sei es selbstverständlich, dass man als unmittelbarer Nachbar das Kulturereignis – nicht nur finanziell – unterstütze.

Frenco-Geschäftsführer Thomas Peter konstatierte ebenfalls eine breitere Außenwirkung, die sich im Laufe der Zeit noch weiter verstärken sollte, denn: „Die Qualität stimmt, die Richtung stimmt.“ Außerdem sei es eine gute Idee, das letzte Wochenende vor den großen Ferien als fixen Termin festzuhalten.

Mit Roth und Hersbruck auf Augenhöhe

Resümierend stellten die Veranstalter fest, dass sie ihrem Ziel, in Altdorf ein Musik-Event zu etablieren, das sich auf Augenhöhe mit Veranstaltungen wie dem Hersbrucker Gitarrenfestival oder den Rother Bluestagen befindet, deutlich näher gekommen sind. Günther Kraußer machte das daran fest, dass beim Rother Blues-Festival im Frühjahr allein vier Bands auftraten, die vorher bei den Soulbuddies zu hören waren.

Auch das Preiskonzept wurde thematisiert und insgesamt für gut befunden. Durch die Spendenfreudigkeit der Unterstützer könne man „ungewöhnlich günstige Eintrittspreise für die Besucher“ ermöglichen: Wer für alle fünf Konzerte seine Tickets im Vorverkauf erwirbt, löhnt nur 56 Euro. Dies setzte Kraußer in Bezug zu anderen gleichwertigen Veranstaltungen, die durchwegs deutlich teurer sind. Als besonderes Sahnehäubchen hoben die Soulbuddies-Vertreter auch die Kostenfreiheit für Kinder bis 16 Jahre hervor.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler