Max Barnabas Revueorchester in Hersbruck

Liebeserklärung an den Swing

Max Barnabas stand mit seiner sonoren Bassstimme im Vordergrund des Orchesters. | Foto: P. Meyer2019/10/IMG_6211.jpeg

HERSBRUCK – Mit vollem Swing-Sound erzählte Max Barnabas mit seinem Revueorchester einem hingerissenen Publikum von der Liebe und ihren Irrungen und Wirrungen in der gut besuchten Geru-Halle.

Liebevoll verpackt in die Geschichte des ersten vorsichtigen Kennenlernens über die große Verliebtheit bis hin zu Beziehungsproblemen, verknüpfte der charismatische Bandleader Max Barnabas mit seinen Ansagen die mehr als 20 Swing-Nummern gekonnt miteinander. So war es keine lose Aneinanderreihung von Stücken, sondern ein großes Ganzes.

Parallel dazu vereinten sich die zehn hervorragenden Musiker zu einem wohlklingenden Gesamtkunstwerk. Anfangs war die Aufregung zwar ein wenig spürbar, doch schnell hatten sie sich gefunden und musizierten auf sehr hohem Niveau ein fast komplett anderes Programm als im Vorjahr.

Durchgehend spannend

Neben den Swing-Legenden Duke Ellington, Glenn Miller und Frank Sinatra gesellten sich Roger Cicero und sogar Joe Cocker. So entspann sich ein hoch unterhaltsamer Abend, der selbst bei den wenigen ruhigeren Nummern nie an Spannung verlor.

Barnabas ist ein geborener Entertainer, der mit seiner sonoren Bassstimme klar im Mittelpunkt steht. Er hatte jedoch keine Mühe, in dem harmonierenden Orchester nach hinten zu treten, um Gerhard Wagner aus Altensittenbach bei dem Max-Greger-Stück „Night Train“ Raum für ein grandioses Tenorsax-Solo zu geben. Überhaupt übertrafen sich die solistischen Darbietungen gegenseitig.

Exakter Herzschlag

Die Trompeter Roland Horsak und Stefan Schalanda stiegen in unsägliche Höhen auf. Die Finger des Pianisten Volker Graf schlugen und streichelten die Tasten in hoher Virtuosität, wobei ihm Hendrik Grossmann am Kontrabass in punkto Fingerfertigkeit in nichts nachstand. Christian Tournay sorgte mit seinem exakten Schlagzeugspiel für den regelmäßigen Herzschlag, sodass die Bläsergruppe mit den Altsaxophonisten Dirk Eidner und Dominik Landmann sowie Sebastian Streicher an der Posaune ihre Begleitakkorde und Zwischensoli stets pünktlich und perfekt intoniert setzen konnten.

Mit viel Herzblut handwerklich hervorragend dargeboten, sprang der Funke aufs Publikum über, und es wurde fleißig mitgewippt und mitgeklatscht. Die Zugabe des Udo-Jürgens-Klassikers „Aber bitte mit Sahne“ brachte die Hersbrucker dann sogar zum Singen. Unter stehenden Ovationen verabschiedete sich das Revueorchester schließlich mit dem Versprechen, bald wiederzukommen.

Vielleicht eine Konzertreihe?

Und vielleicht wird es dann doch zu einer Konzertreihe, die Organisator Wolfgang Wein so gar nicht geplant hatte. Aber auf vielfache Anfragen des begeisterten Publikums vom Vorjahr hatte er Max Barnabas erneut nach Hersbruck geholt. Wein bedankte sich herzlich beim Schirmherrn Armin Kroder und den Sponsoren, ohne die man die zehn Profimusiker nicht in die Geru-Halle laden hätte können. Der Gewinn aus den Konzerteinnahmen wird für die Sanierung der Spitalkirche gespendet.

N-Land Petra Meyer
Petra Meyer