Hirtenmuseum Hersbruck

Hörner contra Patscher beim Hersbrucker Hirtentag

Die Dynamik bei Thomas Geiger verrät, dass das laute Knallen mit der Ringelpeitsche eine gelungene Mischung aus Kraft und Geschicklichkeit verlangt. | Foto: J. Ruppert2022/01/Himu.jpg

HERSBRUCK – Ein spielerischer Wettstreit hat zu den Höhepunkten des Hirtentages gehört. Robert Vogel und Thomas Ertel ließen auf Hörnern Rufe der Viehhüter ertönen. Als sie pausierten, knallten Hermann Schmitt und Thomas Geiger mit ihren Ringelpeitschen. Dann gaben erneut die Musiker den Takt vor, schließlich wieder die Patscher. Trotz Corona durfte das Dreikönigstreffen vor dem Deutschen Hirtenmuseum stattfinden.

Überschaubarer Andrang

„Ich bin froh, dass es so manch liebgewonnene Dinge noch gibt“, sagte Bürgermeister Robert Ilg zur Eröffnung. Wegen der Pandemie gab es allerdings nur eine abgespeckte Version des Festtags der Viehhüter im Hersbrucker Eisenhüttlein: außen, komprimiert, nur wenige bekannte einheimische Protagonisten. Auf die sonst gewohnten Verkaufsstände, Vorführungen innen oder im Museumshof sowie Mitmachmöglichkeiten mussten die Besucher diesmal verzichten.

Der Andrang zu der Traditionsveranstaltung, im Volksmund auch der „Oberste“ genannt, war denn auch überschaubarer als sonst. Robert Ilg nutzte die Gelegenheit, einige Gäste namentlich zu begrüßen: Landrat Armin Kroder, der zum Stammpublikum beim Hirtentag zählt, Stadträte, Kunst-Professor Christoph Gerling und Generaldirektor Daniel Hess vom Germanischen Nationalmuseum Nürnberg

„Andere respektieren“

Das Stadtoberhaupt sparte in seiner Ansprache das derzeitige Thema Nummer eins nicht aus. Ohne erhobenen Zeigefinger warb Robert Ilg für einen guten Umgang miteinander. Das bedeute, andere Meinungen ebenso wie Regeln und Mehrheiten zu respektieren.

In diesem Jahr steht die „Neun“ im Mittelpunkt des Obersten, sagte Hirtenmuseumsleiterin Ingrid Pflaum. Die Einrichtung wird 89 Jahre alt, der Hirtentag 49 und Patscher Hermann Schmitt darf auf 29 Einsätze zurückblicken. Der Sohn des letzten Hersbrucker Stadtviehhüters schilderte auf Fränkisch das Leben der Hirten, die bei jedem Wetter ins Freie gingen, was „ned immer schäi woar“.

Sternsinger und große Vier

Robert Vogel intonierte auf einem Langhorn und zusammen mit Thomas Ertel auf Vogelhörnern Hirtenrufe aus dem Nürnberger Land. Ingrid Pflaum nutzte die Gelegenheit und warb um einen Besuch im Museum. Die Melodien wurden nämlich aufgezeichnet und können jederzeit an einer Station angehört werden. Eine weitere Bereicherung des Obersten und optisch einen Farbtupfer bildete eine vierköpfige Sternsingergruppe. Auf Einladung von Hermann Schmitt schauten sich viele Besucher nach Ende der Vorführungen noch die derzeitige Sonderschau „Die großen Vier“ in den Ausstellungsräumen an.

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