Sound of Joy

Hersbrucker Chorklänge zum Träumen

Heidi Brettschneider animierte gerne zum Mitklatschen. | Foto: P. Meyer2020/01/IMG-7192.jpg

HERSBRUCK – Ein wahres Feuerwerk an Spiel- und Singfreude zündete der Gospelchor der Selnecker-Kantorei „Sound of Joy“ zusammen mit den Bläsern und der Band unter der Leitung von Heidi Brettschneider.

Die Stadtkirche bot wie bereits in den Vorjahren nicht im geringsten ausreichend Sitzplätze für all die musikbegeisterten Menschen, die gekommen waren, um das aktuelle Konzertprogramm der rund 60 Sänger zu hören. Und das Kommen hatte sich gelohnt.

Gleich zu Beginn legte das komplette Ensemble passend mit dem Gospel „Here we are, oh Lord“ los. Kräftig und mitreißend versprach dieses Stück ein intensives und gleichermaßen ergreifendes Konzerterlebnis.

Freude schwappte über

Mit ihrem akkuraten und energiegeladenen Dirigat hielt Heidi Brettschneider die Fäden stets in der Hand, und es entstand zwischen der fünfköpfigen Band, den sechs Bläsern und dem Chor ein ausgewogenes Miteinander. Strahlend und souverän animierte Brettschneider bei zwei Stücken das Publikum zum Mitsingen und -klatschen, das dieser Aufforderung nur zu gerne folgte. Denn die Freude an der Musik war längst aus dem Altarraum auf die Zuhörer übergeschwappt.

Die verschiedenen Gesangssolisten glänzten allesamt mit ihren auswendig dargebotenen Einlagen. Begleitet wurden sie dabei von einem Chor, der sich stets in adäquater Weise zurückhielt, wenn es nötig war, um kurz darauf wieder in vollem Fortissimo loszulegen. Überhaupt ist die rhythmische Exaktheit auch in harmonisch ungewohnten Passagen bewundernswert.

Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle das A-cappella-Stück „Elaijah Rock“ in einem Arrangement von Moses Hogan, das den Sängern und Sängerinnen vollste Konzentration abverlangte mit seinen steten Wechseln zwischen den einzelnen Stimmregistern und den perkussiven Teilen.

Der Chor – gekleidet in blaue Jeans und weiße Oberteile – zeigte sich von den verschiedensten Seiten, und man konnte sich nur schwer entscheiden, welche denn nun die beste sei. Leise, laut, schnell, langsam, feurig, ruhig, swingend – alles wurde abgedeckt. Fast wähnte man sich in einem Santana-Konzert bei den ersten E-Gitarrenklängen von „Come into his presence“ von Ruthild Wilson und Heinz-Helmut Jost.

Von Bläser bis Klavier

Denn neben ausgezeichneten Sängern bestritten nicht minder begabte Instrumentalisten den Auftritt. Eine harmonisch aufeinander eingespielte Band, bestehend aus Klavier, E-Piano, Drumset, E-Gitarre und E-Bass, untermalte gekonnt den Gesang. Sechs der 14 Bläser kamen hier ebenfalls zum Einsatz. Allerdings durfte die komplette Bläsergruppierung auch drei Mal nach vorne ins Kirchenschiff treten, um sich den Zuhörern mit klassischen wie modernen Werken zu zeigen.

Fließend wiegende Melodien bei einem „Andante“ von Haiko Schulz wurden einfühlsam von Trompete und Posaune eingeleitet und ließen eine wunderbare Tonkultur vernehmen. Rhythmisch anspruchsvollere Stücke wurden präzise abgeliefert, und bei den südamerikanischen tänzelnden Klängen von Enrique Crespos „Garden of Eden“ kam man ins Träumen.

Dass es das restlos begeisterte Publikum nach dem letzten Stück nicht mehr auf den Sitzen hielt, ist selbsterklärend. Nach den zwei schmissigen Zugaben, „Rejoice“ und einem wunderschönen Medley aus den beiden Gospel-Klassikern „Swing low sweet Chariot“ und „Oh when the Saints“, folgte ein ruhiges Segenslied, das Zuhörer wie Akteure zufrieden nach Hause gehen ließ.

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