Interview mit Fitzgerald Kusz

Hauptsache Humor

Fitzgerald Kusz. Foto: Privat2013/11/73111_KuszFitzgerald_New_1384506064.jpg

„Des woärs“ nennt Fitzgerald Kusz sein neues Projekt, eine szenische Lesung von Alltagsdramen, die am heutigen Freitag im Dehnberger Hof Theater Premiere feiert. Gemeinsam mit Schauspielerin Antje Cornelissen wagt sich der Autor, Lyriker und Dramatiker damit an eine neue Interpretation seiner beliebten Mundartgeschichten – eine Mischung aus Lesung und Schauspiel. Im PZ-Interview erklärt er, warum.

PZ: Herr Kusz, erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Frankenwürfel, den Sie am Montag erhalten haben. Haben Sie sich gefreut?

Fitzgerald Kusz: Natürlich, immerhin hat mich der Regierungspräsident persönlich angerufen, um mich zu fragen, ob ich die Auszeichnung annehme. Andererseits – offenbar komme ich langsam in ein Alter, in dem man Auszeichnungen erhält. Das gibt mir zu denken.

Nicht so bescheiden, Sie haben ja auch in der Vergangenheit schon etliche Auszeichnungen erhalten. Der Frankenwürfel wird seit 1985 Persönlichkeiten verliehen, die sich mit besonderem Humor um Franken verdient gemacht haben. Wie würden Sie Ihren Humor beschreiben?

Kusz: Das ist schwer. In jedem Fall nicht „krachledern“, wie man in Bayern sagt, sondern eher versteckt, hinterhältig. Mit einem ausgeprägten Sinn für Melancholie. Ich halte es da mit dem Dichter Jean Paul, der einmal sagte, Humor sei „überwundenes Leiden“.

Wie wichtig ist Humor für Sie?

Kusz: Sehr wichtig. Er ist aus meiner Sicht ein „Überlebensmittel“. Meine Großmutter, die ja aus Forth stammte, sagte immer: „Hauptsache, man verliert den Humor nicht.“ Da ist schon was dran. Auch wenn mal etwas schief läuft – ein „Shit happens“ macht es in der Regel leichter. Aber Humor darf nicht platt sein, das ist mir wichtig.

Mit ihrer szenischen Lesung im Dehnberger Hof Theater wenden Sie sich wieder den fränkischen Alltagsgeschichten zu, für die Sie unter anderem bekannt sind. Warum lassen die Short Stories Sie nicht los?

Kusz: Weil man Situationen darin wunderbar verdichten und zuspitzen kann. Gerade wenn es um menschliche Beziehungen geht. Das reizt mich. Kurzgeschichten, das ist das ganze Leben in einer Nussschale. Aber eigentlich sind meine Dramen eher Short Cuts, als Short Stories. Sie machen irgendwann einen Schnitt.

Alice Munro hat für Ihre Short Stories gerade den Literaturnobelpreis bekommen. Wurde die Gattung lange unterschätzt?

Kusz: Ich denke schon, denn ich kenne wirklich hervorragende Kurzgeschichten, etwa von Hemingway. Das sind echte Minidramen.

Worin liegt die Schwierigkeit, Kurzgeschichten zu schreiben?

Kusz: Zum einen in der kurzen Form, das erfordert einen bewussten Umgang mit Sprache. Und man kann es nicht erzwingen. Es ist ähnlich wie mit den Gedichten, sie fliegen einem zu. Man liest etwas in der Zeitung, hört etwas im Radio und dann macht es Klick.

Worauf können sich die Besucher im DHT freuen?

Kusz: Auf jeden Fall auf neue Geschichten, denn alles was Antje Cornelissen und ich lesen und spielen, ist nicht älter als zwei Jahre. Dann natürlich auf eine hervorragende Schauspielerin, die auch den fränkischen Dialekt perfekt beherrscht. Und ansonsten – schauen wir mal. Das ist auch für mich eine ganze neue Erfahrung, denn normalerweise lese ich ja fast immer Lyrik. Aber ich freue mich drauf.

Interview:

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