Konzert in Hersbruck

Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen besticht mit perfekter Intonation

Den „Marsch Herzog von Braunschweig“ bliesen die Fanfarenbläser. | Foto: P. Meyer2019/04/IMG_2974.jpeg

HERSBRUCK – Qualität, Klangkraft und Spielfreude des Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr beeindruckten die Zuhörer beim Benefizkonzert in der Geru-Halle.

Dirigent Oberstleutnant Karl Kriner verwies direkt nach dem ersten erweckenden Marsch „Zauber der Montur“ auf den roten Faden im Programm – nämlich die Zauberei. Sehr viele der Stücke trugen daher das Wort „Zauber“ im Titel oder drehten sich darum. Bei der Ouvertüre zur Oper „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart schien es dann fast, als seien die Musiker auf der riesigen Bühne der Zauberei mächtig. Denn die Zuhörer trauten ihren Ohren kaum, als sie die schnellen Läufe vernahmen.

Durch die anschaulichen, klaren und sympathischen Ansagen des Dirigenten wurden die Musikstücke noch lebendiger. Unterstützt von Stabsfeldwebel Bettina Peschanel, die eindrucksvoll das Gedicht „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe vortrug, erweckten die Musiker bei dem gleichnamigen Stück von Paul Dukas die Figuren in der Phantasie des Publikums zum Leben: Sich langsam intensivierende Melodien, bei dem die Schlägel der Schlagzeuger in atemberaubendem Tempo über das Glockenspiel flogen, schließlich zum Schweigen kamen. Die lauten wie die leisen Töne, die tiefen wie die hohen – allesamt waren sie perfekt intoniert.

Mit Witz und Charme

Mit „The Wizard of Oz“ und der „Harry Potter Symphonic Suite“ stand auch Filmmusik auf dem Programm. Mächtig, voll und warm erklang das wohl bekannteste Stück „Over the rainbow“ und erfüllte noch den letzten Winkel der Geru-Halle mit Wohlklang.

Viel Witz und Charme ließ das Orchester mit dem äußerst unterhaltsamen Stück „Manegenzauber“ erkennen, bei dem eine komplette Zirkusvorstellung in knapp zehn Minuten nacherlebt werden konnte. Ein besonderes Mitbringsel aus dem Alpenland hatte Oberfeldwebel Johannes Mimler dabei. Der junge Tenorhornist spielte bei den „Erinnerungen an Altrei“ ein astreines Solo auf seinem Alphorn.

Doch auch die Marschliebhaber kamen mit fünf Märschen unterschiedlichen Charakters nicht zu kurz, gefolgt von zwei weiteren in den Zugaben. Diese spielte das Gebirgsmusikkorps nur zu gerne, weil das Publikum am Konzertende vor lauter Begeisterung von den Plätzen aufgesprungen war.

Sicher am Pult

Stets den Überblick behaltend, leicht, mit ausdrucksstarker Mimik und oft einem leichten Lächeln im Gesicht führte Karl Kriner sein Orchester durchs Konzert. Und so präsentierte sich zum wiederholten Mal ein Klangkörper in Hersbruck, der homogener nicht sein könnte und der all die mannigfaltigen Facetten der unterschiedlichsten Musikstile mit Leichtigkeit abdeckt. Von daher hatte Bürgermeister Robert Ilg bei seiner Begrüßung Recht behalten: Es war ein gewaltiger Konzertabend, der das Publikum durchwegs bestens unterhalten hatte.

Mit den Einnahmen des Benefizkonzerts, das von der Raiffeisenbank Hersbruck, der Hewa und der Fackelmann-Therme gesponsert wurde, wird ein soziales Projekt in der Stadt unterstützt.

N-Land Petra Meyer
Petra Meyer