„Mein Nürnberger Land – Da bin ich daheim“

327 Orte in einem Buch: Ein Schwarzenbrucker auf Tour durch den Landkreis

Manfred Hummel präsentiert sein Buch über das Nürnberger Land, an dem er fast zehn Jahre gearbeitet hat, zusammen mit seiner Frau Heidrun. | Foto: Haase2022/08/DSC_2911_Fotor-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND/SCHWARZENBRUCK – Knapp zehn Jahre Arbeit stecken in Manfred Hummels Buch „Mein Nürnberger Land – Da bin ich daheim“. Darin stellt der 80-Jährige Schwarzenbrucker den Landkreis und seine Orte vor.

Was ist knapp 800 Quadratkilometer groß, umfasst 327 Orte und wiegt doch nur rund 1000 Gramm? Das ganze Nürnberger Land in einem Buch. Verfasst hat es der Schwarzenbrucker Manfred Hummel, der in sein Werk fast zehn Jahre Arbeit investiert hat.

In „Mein Nürnberger Land – Da bin ich daheim!“ hat Manfred Hummel aus Gsteinach in der Gemeinde Schwarzenbruck Informationen zu jedem der 327 Orte und 27 Gemeinden im Landkreis zusammengetragen. Dazu liefert er allgemeine Informationen über das Nürnberger Land, beginnend mit der Geschichte und Wirtschaft der Kommune, über die zahlreichen Schlösser, bis hin zu den Biersorten und Kirchweihtraditionen wie der Vogelsuppe.

Im Nürnberger Land gibt es zahlreiche Schlösser und Herrensitze.2022/08/Schloesser-scaled.jpg

Für das Buch sammelte der 80-jährige Diplom-Ingenieur nicht nur jahrelang akribisch alle Informationen, Artikel und Bilder über die einzelnen Orte. Er fuhr auch selbst durch den Landkreis und erkundigte sich über die örtlichen Besonderheiten, machte über 4000 Fotos, ließ Landkarten und sogar Luftbilder anfertigen.

Außerdem traf er sich mit lokalen Bürgermeistern auf ein Gespräch, die ihm so manche Geheiminfo und Anekdoten für sein Werk erzählten. „Im Nürnberger Land gibt es 327 Orte und Weiler. Die kenne ich alle. Da bin ich überall gewesen“, fasst Manfred Hummel zusammen. Und das war nur ein kleiner Teil des Aufwands, den er betrieb.

Heidrun Hummel und Manfred Hummel sind stolz beim Blick in ihr Landkreis-Buch.2022/08/Hummel1-scaled.jpg

Doch wozu die ganze Mühe? Schließlich gibt es doch – wie Hummel natürlich ebenfalls recherchierte – bereits rund 200 Bücher, die sich mit dem Nürnberger Land befassen.

Es gab aber einfach bisher noch kein einziges Buch, das das Nürnberger Land samt seiner einzelnen Orte und Besonderheiten gesammelt vorstellt“, gibt Hummel die Erklärung. Ein Atlas für den Landkreis – dass der auch für die einheimischen Menschen sinnvoll sein könnte, die Erfahrung hat der Ingenieur selbst gemacht.

Denn 1974 zogen der gebürtige Mainzer, seine Frau Heidrun und die Söhne nach einem längeren Auslandsaufenthalt nach Schwarzenbruck. Seither beschäftigte sich Hummel viel mit seiner neuen Wahlheimat und stellte als Zugezogener damals fest: So gut kennen viele Menschen im Landkreis das Nürnberger Land ja selbst gar nicht.

Gemeinden und ihre zahlreichen Orte

„Ich habe zum Beispiel Bekannte gefragt, wie viele Ortsteile die Gemeinde Schwarzenbruck eigentlich hat. Die Antwort war drei oder vier. In Wirklichkeit sind es aber elf (Anm. d. Red.: Hierbei bezieht er Ober- und Unterlindelburg, Mauschelhof, Fröschau und Wallersberg mit ein), gibt der Landkreisliebhaber ein Beispiel. „Ich bin sehr heimatinteressiert. Das Nürnberger Land ist wunderschön, aber viele Leute wissen einfach nicht, was hier alles dazugehört. Jeder einzelne Ort hat seine ganz besondere Faszination“, sagt Hummel. Und an dieser Faszination wollte er nun auch andere teilhaben lassen.

Otzenberg ist ein Ort in der Gemeinde Alfeld.2022/08/Otzenberg2-scaled.jpg

Ein Blick für Details

Der Diplom-Ingenieur hat bereits zwei Bücher über die Technologie der Leiterplatten geschrieben und arbeitet heute noch im Vertriebsbüro seines Sohnes im selben Bereich. „Die Bücher über Technik sind für mich Arbeit, aber das Buch über den Landkreis hat richtig viel Freude gemacht“, sagt der 80-Jährige. Denn wer ein Buch über technische Zusammenhänge schreiben will, muss akribisch genau arbeiten – und dieses akribische Vorgehen und den Blick für Details findet man auch in Hummels Landkreisbuch wieder.

Es gibt so viele Kleinigkeiten, die man erkennt, wenn man so rumfährt“, sagt der Buchautor. Da wäre zum Beispiel die Sonnenuhr am Turm der Kirche in Alfalter in der Gemeinde Vorra, der Weiler Poppenhof in der Gemeinde Schnaittach, der seinen Namen vom alten Adelsgeschlecht Poppo bekam, die „schwarzen Gestalten“, die auf der Alfelder Kirchweih ihr Unwesen treiben, die Kirche der Gemeinde Engelthal, auf der kein Kreuz thront, sondern ein Engel, oder das Petzsche Schloss und der Mondscheinmarkt in Schwarzenbruck.

Damit das Buch passend zum 50. Jubiläum des Landkreises erscheinen konnte, musste Hummel am Ende sogar einen Endspurt hinlegen. Wegen Corona hat er viel Zeit verloren, tippte und sortierte, zog die dicken Ordner, die er für jede Gemeinde angelegt hatte, nacheinander aus dem Regal.

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Dass ihr Mann rund zehn Jahre lang an den Wochenenden und in den letzten Monaten außerdem jeden Abend mit seinem Hobby beschäftigt war, störte seine Frau Heidrun nicht. „Ich bin so stolz auf ihn und er hat jeden Abend immer seinen PC ins Wohnzimmer getragen und dort gearbeitet, während ich gelesen habe. So waren wir ja doch immer zusammen“, sagt die 76-Jährige.

Und das gemeinsame „Zusammensitzen“ war auch hilfreich. „Meine Frau hat mich auf die Idee gebracht, zu jeder Gemeinde eine Karte von Alfred Markgraf zeichnen zu lassen, damit man gleich sehen kann, wo der Ort innerhalb unseres Landkreises liegt“, sagt Hummel.

Auch die Idee eines Schlagwortverzeichnisses nach Orten stammt von Heidrun Hummel. Das Layout übernahm Simon Schmid, ein Freund des Sohnes des Paares und Manfred Hummel engagierte einen Lektor, so dass er am Ende ein 227 Seiten umfassendes Buch in den Händen halten konnte – sein Buch. „Das Nürnberger Land ist für mich ein Zusammenspiel zwischen Natur, gutem Essen, der Umgebung, den einzelnen Besonderheiten und der Gemeinschaft“, sagt Hummel. „Und das soll auch mein Buch zeigen“.

Der Weg zum Buch:

„Mein Nürnberger Land – Da bin ich daheim!“ ist für 24.50 Euro erhältlich im Service Center des Boten, der Pegnitz-Zeitung, der Hersbrucker Zeitung, in ausgesuchten Buchhandlungen, sowie per E-Mail an [email protected]

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