Vermarktung von „ParkSide“ hat begonnen

Das künftige Wohngebiet „ParkSide“ in ein Luftbild montiert: 349 Wohnhäuser werden hier entstehen. Der graue Bereich ist eingeschränktes Gewerbe. Zur Orientierung: links unten das TSV-Gelände, über dem Wohngebiet die Fella-Werke.2012/05/parksidefotomontage_New_1336484821.jpg

FEUCHT – Mit großen Plakattafeln hatte Munck Immobilien schon Tage vorher für das künftige Wohngebiet auf dem ehemaligen Fella-Gelände geworben: Im „ParkSide“ werden 349 Häuser entstehen, 119 davon im ersten Bauabschnitt. Zum Start der Vermarktung fand eine Eröffnungsfeier mit Kinderprogramm und Sambatrommlern statt. Der Andrang künftiger Eigenheimbesitzer war groß. Ralph Munck schätzt die Besucherzahl auf 1500 Personen, die rund 600 Exposés des Wohngebiets mitnahmen. Noch wichtiger für ihn: Die ersten Häuser sind schon nach dem ersten Tag vorreserviert.

Seit 2009 läuft das Verfahren für den Bebauungsplan „Am Reichswald“. Schon im Vorfeld hatte es Besprechungen der Investoren mit dem Markt Feucht gegeben. Der Marktgemeinderat besichtigte die beiden vergleichbaren Wohngebiete „PinderPark“ in Zirndorf und „SunnySide“ in Heroldsberg.

Wohnen für junge Familien zu preisgünstigen Konditionen, so das Konzept von Munck Immobilien und Krauß Verpachtungen. Das passte zum Bestreben der Gemeinde, dem Bevölkerungsschwund und dem demographischen Wandel gegenzusteuern. Auf der letzten großen freien Fläche Feuchts, dem ausgedienten Industriegelände an der Nördlichen Entlastungsstraße, wollte man ein Wohngebiet schaffen.

Dass dafür etliche hohe Hürden zu nehmen sind, war allen Beteiligten klar. Doch letztlich war es viel komplizierter als gedacht, an mehreren Punkten drohte das Großprojekt zu scheitern. Die jetzt noch ausstehenden Verfahrensschritte für den Bebauungsplan scheinen da nur noch Formalitäten zu sein.

Wenn alles planmäßig läuft, rechnet Munck Ende August mit der Baugenehmigung. In der ersten September-Woche soll Baubeginn sein. 80 Rohbauten möchte man noch in diesem Jahr errichten. Deren Erstbezug ist fürs Frühjahr 2013 vorgesehen, spätestens zum 30. Juni.

Aufgrund der Lärmschutz-Regelungen muss im ersten Bauabschnitt zunächst die Riegelbebauung entstehen, ehe die ersten Häuser im Inneren des Gebiets errichtet werden können. Im Bereich der Nördlichen Entlastungsstraße wird eingeschränktes Gewerbe, also Büros, gebaut. Der westliche und der östliche Riegel bestehen aus Reihenhäusern. Für sie gibt es genaue Vorgaben, wo Fenster und Räume mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen dürfen.

Bedenken der Kritiker, auch im Marktgemeinderat, dass diese Riegelbebauung unattraktiv ist und damit Leerstand droht, teilt Peter Munck nicht. Die 15 festen Reservierungen des ersten Tages beziehen sich auf vier Häuser im Innen- und elf im Außenbereich. Der im Marktvergleich extrem günstige Preis sei hier das ausschlagkräftige Argument. „Ich mache mir daher keine Sorge, dass wir diese Immobilien verkauft bekommen.“

Anders sieht es dagegen bei den 4000 Quadratmetern Büroflächen aus, die zu kaufen oder zu pachten sind. „Hier rechnen wir mit etwa drei Jahren, bis alles gefüllt ist“, sagt Munck. Der Markt für Gewerbeflächen sei derzeit sehr gesättigt.

Bei den Wohnhäusern können die Käufer zwischen sieben Modellen mit einer Größe von 124 bis 163 Quadratmetern wählen. Sie werden schlüsselfertig erstellt und kosten zwischen 190.000 und 292.000 Euro.

Häuser mit Facelifting

Die Haustypen sind architektonisch identisch mit den Gebäuden im „PinderPark“ und in „SunnySide“, „äußerlich haben sie ein Facelifting bekommen“, beschreibt Munck. In Zirndorf sind drei von 470 Einheiten noch nicht verkauft, das Heroldsberger Areal ist komplett belegt.

Die vorherigen Großprojekte weisen Parallelen mit „ParkSide“ auf. In Zirndorf entstand das Wohngebiet auf dem ehemaligen US-Kasernen-Gelände, in Heroldsberg produzierte vorher die Firma Tempo. Beide Areale waren zunächst schwerbelastet. Bis zum Baubeginn dauert es 28 bzw. 19 Monate.

In Feucht werden es nun drei Jahre Vorlaufzeit werden. „Wir wussten, es wird nicht leicht, aber jetzt war es schon wesentlich komplizierter als gedacht“, so Muncks Fazit, der Verständnis für die Bedenken der umliegenden Unternehmensleitungen zeigt. Bei Fella und Excella habe man sich natürlich Gedanken gemacht, wie künftige Nachbarn auf nahe Industriebetriebe reagieren. „Diese Ängste sind nicht von der Hand zu weisen.“ Im Grundbuch werden jetzt klare Regelungen getroffen, damit Anlieger keine zivilrechtlichen Ansprüche erheben können. In den Verkaufsgesprächen und beim späteren Notartermin wird darauf ausdrücklich hingewiesen, informiert Munck.

Bedenken gab es auch längere Zeit bei den Verantwortlichen des Tierheims. Durch die Erweiterung der Fella-Werke nach Norden entsteht nun eine Puffer-Zone zwischen Wohngebiet und Tierheim. „Die bestehenden Häuser sind damit noch näher dran als die ersten im ParkSide“, erklärt der Vermarkter des Projekts.

Mit dem TSV war man sich vergleichsweise schnell einig. In Richtung des Sportvereins wird eine zusätzliche Lärmschutzbebauung errichtet. Zudem profitiert er nicht nur von zu erwartenden neuen Mitgliedern durch das Wohngebiet, der Verein bekommt auch zusätzliche Anlagen und Stellplätze finanziert.

Eine weitere Hürde zu Beginn des Bebauungsplan-Verfahrens: Im ersten Entwurf war noch ein Supermarkt in „Am Reichswald“ vorgesehen. Nach erfolgreichem Bürgerbegehen ließ der Marktgemeinderat die Planung aber ändern. Die Gegner hatten befürchtet, dass mit einem Discounter in dem Gebiet die Geschäfte im Ortskern zu sehr geschwächt würden.

Peter Munck räumt ein, dass die Investoren mehrfach ans Aussteigen gedacht hatten. „Dann hätte es in Feucht kein solches Wohngebiet mehr gegeben“, beschreibt er die Folgen. Wenn der Immobilienmarkt nicht so stark angezogen hätte, wäre das Projekt geplatzt.

Dass SPD und Grüne im Marktgemeinderat seit längerem das Wohngebiet in seiner jetzigen Form ablehnen – unter anderem weil ihnen die Bebauung zu dicht ist – stört Munck nicht. Trotz dieser „Fundamental-Opposition“ habe man in dem Gremium stets eine konstante breite Mehrheit gefunden.

Stimmungsmache stört nicht

Auch Stimmungsmache von Mitbewerbern lässt er an sich abtropfen und ist vom Erfolg für „ParkSide“ überzeugt. Feucht verfüge über eine „tolle Infrastruktur“ und einen schönen sanierten Ortskern. Die gute ÖPNV-Anbindung sei ein weiterer entscheidender Punkt, dass dieses Wohngebiet für viele interessant ist.

Schon an den ersten Vermarktungstagen haben Munck und seine Mitarbeiter in dem Verkaufscontainer an der Straße Zur Platte gemerkt, wie sehr Familien aus Feucht, aber auch aus Nürnberg und dem südlichen Landkreis auf dieses Gebiet gewartet haben. Diese „erste große Welle“ wird seiner Erfahrung nach aber in ein paar Wochen abebben. Wenn die ersten Rohbauten stehen und später sogar ein Musterhaus zu besichtigen ist, werden die noch freien Gebäude aber schnell Käufer finden, ist er überzeugt.

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