Zehn Hektar großes Waldstück soll eingemeindet werden

Neues Gewerbegebiet für Lauf?

Der Blick geht vom Waldgasthof am Letten Richtung Lauf: Dieses Waldstück zwischen der Straße nach Diepersdorf (rechts) und der Autobahn A9 könnte in Teilen ein neues Laufer Gewerbegebiet werden. | Foto: Fischer2021/05/gewerbegebiet-lauf-letten-fi-neu.jpg

Lauf – Schon seit Jahren ist das schmale Waldstück zwischen der A9 an der Ausfahrt Lauf Süd und der Straße nach Dieperdorf Richtung Waldgasthof am Letten als mögliches Laufer Gewerbegebiet im Gespräch. Das Problem: die 14 Fußballfelder große Fläche ist bislang gemeindefreies Gebiet und sogenannter Bannwald, sie gehört zum Schönberger Forst. Nun hat die Stadt ein Eingliederungsverfahren auf den Weg gebracht.


„Wir brauchen Flächen für die künftige Stadtentwicklung“, sagt der Laufer Hauptamtsleiter Benjamin Wallner im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung. „Die Fläche bietet sich an, weil sie die Stadtgrenze abrundet.“


Keine Diskussion im Stadtrat


Diese Argumentation findet sich auch in der Beschlussvorlage der Stadtratssitzung vom 29. April. Im Laufer Stadtrat gab es mit 22 zu sieben Stimmen eine klare Mehrheit für die Empfehlung der Verwaltung. Trotz der Gegenstimmen wurde während der öffentlichen Sitzung aber nicht über das Thema diskutiert, es gab dazu keine einzige Wortmeldung aus dem Gremium – das ist bei kon­troversen Themen eine Seltenheit.


Stimmen für und gegen den Antrag hatte es in mehreren Fraktionen gegeben, unter anderem bei den Grünen, der größten Fraktion. Doch weder der ehemalige Bürgermeister Benedikt Bisping noch die Fraktionssprecherin Christine Platt möchten sich im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung inhaltlich zum Thema äußern. Man habe im Vorfeld der Sitzung darüber diskutiert, so Platt, auch mit den anderen Fraktionen habe es Gespräche gegeben.


Ähnlich zurückhaltend äußert sich CSU-Sprecher Christian Mayer. Ja, es habe zu dem Thema kontroverse Diskussionen gegeben, da es sich um Bannwald handelt, aber nur in den vorherigen Beratungssitzung, die online stattfinden. Öffentliche Ausschusssitzungen mit Abstimmungen und Empfehlungen an den Stadtrat finden aufgrund der Pandemie aktuell nicht statt.


Auf die Frage, ob es bei dem Waldstück um ein künftiges Gewerbegebiet gehe, sagte Mayer, „das können Sie sich ja denken“. Mehr dürfe man momentan aber aus Datenschutzgründen nicht sagen.


Am Montag Thema im Kreisausschuss


Am kommenden Montag beschäftigt sich der Kreisausschuss des Landkreises mit dem Thema. Gibt er grünes Licht für die Eingliederung der Fläche ins Laufer Stadtgebiet kommt die Regierung von Mittelfranken ins Spiel. Es würde ein Beteiligungsverfahren beginnen und es würde beleuchtet werden, ob es Gründe des öffentlichen Wohls gebe, die gegen eine Eingemeindung des Waldgebiets sprechen, so Laufs Hauptamtsleiter Wallner zu den künftigen Schritten. Wann dieser Prozess abgeschlossen ist und das Areal Teil der Stadt werden könnte, darüber möchte Wallner nicht spekulieren.


Bedeckt hält sich auch Bürgermeister Thomas Lang. „Ich würde Ihnen gern was sagen“, das dürfe er aber noch nicht. Allerdings verspricht Lang, kommende Woche Licht ins Dunkel zu bringen. Am Dienstag werde sich der Stadtrat erneut mit dem Thema beschäftigen – in einer nichtöffentlichen Sitzung. Danach will sich der Bürgermeister äußern.


Nach Informationen der Pegnitz-Zeitung plant ein großes Laufer Unternehmen mit dem Areal. Eine entsprechende Anfrage bei der Firma blieb bis gestern unbeantwortet.

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