Hürden auf dem Weg zum Psorisol-Anbau

Die Natur-Energie möchte das Hackschnitzel-Heizwerk an der Amberger Straße erweitern. Foto: J. Ruppert2011/07/5_2_1_2_20110728_ANBAU.jpg

HERSBRUCK (jr) – Die Erweiterung der Psorisol gestaltet sich schwieriger als erwartet. Da die Nachbarn am vorgesehenen Standort „Turnhalleninsel“ mit dem Vorhaben alles andere als einverstanden sind, hat der Bauausschuss des Hersbrucker Stadtrates den Punkt vertagt. Die weiteren Themen reichten vom Spielplatz Hirtenbühl-West bis hin zum Hackschnitzel-Heizwerk beim Eisernen Steg.

Stadtbaumeister Lothar Grimm sagte eingangs, dass die Arbeiten in der Verkehrsachse Martin-Luther-Straße nahezu abgeschlossen sind. Die Fertigstellung – dazu zählen zum Beispiel die Ruhebänke – erfolgt nach dem Hersbrucker Altstadtfest. Im Anschluss gibt es eine Dankeschön-Feier für die Anlieger, die viel Geduld bewiesen haben, sagte Bürgermeister Robert Ilg.

Außerdem gab der Stadtbaumeister bekannt, dass im neuen Altensittenbacher Baugebiet Hirtenbühl-West fleißig gewerkelt wird. Der künftige Straßenverlauf ist bereits zu erkennen. 16 Grundstücke sind bereits reserviert. Weniger positive Nachrichten hatte Lothar Grimm vom „Bund“. Der will die Städtebauförderung stark kürzen. In Hersbruck hätte dies Folgen für das Fassadenprogramm und die angestrebte Sanierung des Eisenhüttleins.

Auf Vorschlag von Robert Ilg wurde die Beratung über den Bebauungsplan Turnhalleninsel gar nicht erst begonnen. Wie berichtet, will die Psorisol mit einem großen Klinikkomplex dorthin expandieren, was der Stadtrat nicht zuletzt wegen der Arbeitsplätze unterstützt. „Wir nehmen die Einwendungen der Nachbarn im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung ernst“, sagte der Rathauschef und möchte das Gespräch mit den Beteiligten suchen.

Die Naturenergie wird das bestehende Hackschnitzel-Heizwerk an der Amberger Straße vergrößern. Gründe dafür sind weitere Wärmeabnehmer und die Produktion von Strom. Außerdem sollen in dem Bereich Verwaltungsgebäude und Lager entstehen. Voraussetzung für alle Vorhaben ist ein Bebauungsplan.

„Die CSU begrüßt diese Entwicklung, ein solch nachhaltiges Energiekonzept passt in eine Citta Slow“, sagte Fraktionssprecher Peter Uschalt und erntete die Zustimmung aller Stadträte. Alexander Pollmer mahnte eine bessere Ordnung der Hackschnitzel-Lagerung an. Robert Ilg wird die Naturenergie darauf aufmerksam machen.

Landschaftsarchitektin Claudia Horneber stellte dem Bauausschuss das Spielplatzkonzept für Hirtenbühl-West vor. Es soll ein 150 Meter langes und zehn Meter breites „grünes Band“ den Hang hinauf entstehen. Im Süden sind ein Lindenplatz an der Seniorentagesstätte der Diakonie, in der Mitte „Natur“ und im Norden die „Aktivzone Jugend“ vorgesehen.

Die große Lösung würde rund 160.000 Euro kosten. Zur Verfügung stehen aber nur an die 70.000 Euro, was nur eine abgespeckte Version erlaubt.

Eine Nachrüstung mit Seilbahn, „grünem Telefon“, Hangrutsche und anderen Spielmöglichkeiten ist aber möglich. Robert Ilg begrüßte die Einbeziehung der Diakoniestation als einen Beitrag zu einer Mehrgenerationenstadt.

Diskussionen gab es bei der Voranfrage eines Grundstückseigentümers in der Hohensteinstraße. Der möchte statt eines dort erlaubten Einfamilienhauses ein Doppelhaus errichten. „Eine verdichtete Bebauung ist im Übergang zur freien Natur nicht erwünscht“, wurde die Ablehnung mehrheitlich begründet.

Günther Langheinrich hatte zuvor gesagt, dass der Bauausschuss kein Bauverhinderungsausschuss sein solle. Robert Ilg und Alexander Pollmer wiesen den Vorwurf ruhig zurück. Zudem rückte Lothar Grimm die Argumentation von Langheinrich zurecht. Zwar bleibe das Doppelhaus der Größe nach im Rahmen des dort möglichen. Die „Baufenster“ sind aber nur deshalb so groß, um den Eigentümern viel „Spielraum“ zu geben und ihnen Kosten für Änderungsanträge zu ersparen.

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