Diepersdorfer Unternehmen spart 12000 Tonnen CO2

Bolta investiert in Blockheizkraftwerke

Bolta-Geschäftsführer Christian Falk begrüßt zahlreiche Gäste zum Start der Blockheizkraftwerke. Foto: Brinek2014/08/bolta_werke_mit_blockheizkraftwerk.jpg

DIEPERSDORF — Als energieintensives Unternehmen investieren die Bolta-Werke in Diepersdorf immer wieder in ein zukunftsfähiges Energiekonzept. Gestern konnten die Verantwortlichen des Unternehmens zwei Blockheizkraftwerke mit hocheffizienten Erdgasmotoren in Betrieb nehmen. Damit werden künftig rund 25 Prozent des Strombedarfs und über 60 Prozent der benötigten Wärmeenergie selbst erzeugt.

Die Bolta-Werke GmbH mit – seit nunmehr 50 Jahren – Sitz in Diepersdorf ist ein international tätiges mittelständisches Unternehmen der kunststoffverarbeitenden Industrie. Am Standort Diepersdorf mit rund 1 200 Mitarbeitern werden hochwertige technische und oberflächenveredelte Spritzgussbauteile und -systemkomponenten aus Kunststoff gefertigt. Überwiegend kommen diese Bauteile in der Automobilindustrie zum Einsatz.

Mit einem Maschinenpark von über 50 Spritzgussmaschinen – mit Schließkräften bis zu 1 600 Tonnen – und zwei Galvanikanlagen mit einer Kapazität von 9 000 Quadratmetern veredelter Oberfläche pro Arbeitstag sowie einer Lackieranlage stellt Bolta Bauteile vom Rohteil bis zum galvanisierten bezeihungsweise lackierten Fertigprodukt selbst her.

Nach viermonatiger Bauzeit wurden nun zwei Blockheizkraftwerke mit Pufferspeicher durch die „Bayernwerk Natur“ offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Nach Grußworten von Christian Falk, dem Geschäftsführer der Bolta-Werke, sowie Landrat Kroder und Bürgermeister Lang erläuterte Alexander Fenzl (Geschäftsführer der Bayernwerk Natur GmbH) den zahlreichen Gästen die Wirkungsweise des Kraftwerks.

Herzstück der Anlage sind leistungsstarke Erdgasmotoren, die mit einem Stromgenerator und einem Wärmetauscher gekoppelt sind und so nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. Künftig werden rund 12 000 Megawattstunden (MWh) Strom pro Jahr selbst erzeugt und genutzt. Der restliche Strom wird vom örtlichen Netzbetreiber bezogen. Die gleichzeitig mit dem Strom produzierte Wärmemenge von 13860 MWh pro Jahr wird für die Beheizung von Produktionsprozessen, für Büro und Warmwasser genutzt.

Neben dem wirtschaftlichen ­Aspekt ist die Umweltbilanz der Anlagen äußerst positiv. Sie erreichen jeweils einen Gesamtnutzungsgrad von 90 Prozent. Somit wird deutlich weniger Energie benötigt, als zur getrennten Erzeugung von Strom, Heizwärme und Kälte erforderlich wäre. Durch den Einsatz der Anlagen werden jährlich rund 12 000 Tonnen CO2 eingespart. Dies entspricht einem jährlichen CO2-Ausstoß von rund 1200 Zwei-Personen-Haushalten.

Schon im Jahr 2007 ließen die Bolta-Werke eine Wärmerückgewinnungsanlage installieren und im Jahr 2011 bauten sie für knapp eine Million Euro eine eigene Gasleitung mit Gasdruckregelmessanlage, wodurch auf Heizöl verzichtet werden kann. Das Unternehmen hat in acht Jahren über acht Millionen Euro in Umwelttechnik investiert.

Mit weiteren Maßnahmen im Werk Diepersdorf in Höhe von rund 15 Millionen Euro sichert das Unternehmen den Standort, wie bei dem Termin ebenfalls betont wurde. Mit Stolz blickten die Bolta-Verantwortlichen auf 50 Jahre am Standort Diepersdorf zurück. Dies nimmt das Unternehmen zum Anlass, um an die Firmengeschichte zu erinnern und im September auch Ereignisse aus der jüngeren Vergangenheit wie die Einweihung der Galvanikanlage und die Gründung des Standortes Bolta US in Tuscaloosa, Atlanta, zu feiern. Dort entstehen Produktions- und Verwaltungsgebäude und bereits im 4. Quartal 2015 sollen die ersten Bauteile ausgeliefert werden. Investiert werden in den neuen Standort in Nordamerika insgesamt über 50 Millionen Dollar.

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