Drei Personen kamen 2020 im Straßenverkehr ums Leben

Weniger Unfälle, mehr Verletzte

Unfall auf der Kreisstraße bei Altdorf im April vergangenen Jahres: 171 Menschen wurden im Bereich der Polizeiinspektion Altdorf im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen verletzt, drei verloren ihr Leben. | Foto: Der Bote2021/04/Altdorf-Unfall-scaled.jpg

ALTDORF – Die Polizeiinspektion Altdorf legt die Verkehrsstatistik für das Jahr 2020 vor. Gegenüber 2019 hat sich die Zahl der verunglückten Radler im vergangenen Jahr fast verdoppelt. Drei Menschen kamen in der Region ums Leben.

Deutlich weniger Unfälle als im Vorjahr, aber mehr Verletzte, kein einziger Unfall, bei dem der Fahrer unter Drogeneinfluss stand und ein Rückgang der Alkoholunfälle um 53 Prozent – diese Daten prägen die Verkehrsstatistik der Polizeiinspektion Altdorf für das Jahr 2020. Licht und Schatten also für einen Zeitraum, dessen statistische Zahlen durch die Pandemie verzerrt sind. Der Lockdown im Frühjahr war eine der Ursachen für den starken Rückgang der Gesamtunfallzahlen.

Obwohl es im Bereich der Altdorfer Polizei 2020 deutlich weniger Unfälle gab als im Vorjahr, stieg die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Menschen von 151 in 2019 auf 171 in 2020 an, ein Zuwachs um 13,25 Prozent. Drei Verkehrsteilnehmer verloren 2020 ihr Leben.

Drei tödliche Verkehrsunfälle

Im August bremste eine Autofahrerin auf der Verbindungsstraße Feucht-Altdorf ab, weil sie in Richtung Hahnhof einbiegen wollte. Ein nachfolgender 61-jähriger Motorradfahrer erkannte das zu spät, wich nach links aus und stieß frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen. Der Kradfahrer verstarb noch an der Unfallstelle. Einen Monat später wurde eine 52-jährige Radlerin beim Überqueren der Verbindungsstraße von Burgthann zur B 8 in Höhe des Ludwig-Donau-Main-Kanals von einem vorfahrtberechtigten Pkw erfasst. Die Frau erlitt tödliche Verletzungen. Im Oktober schließlich erfasste der Wagen eines 72-Jährigen in der Feuchter Hauptstraße an einem Zebrastreifen einen Fußgänger. Der 85-Jährige wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, wo er einen Tag später verstarb.

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E-Biker überschätzen sich

Die Top-Ten-Liste der Unfallursachen führen seit Jahren in der Altdorfer Statistik der ungenügende Sicherheitsabstand, Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren, das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit und die nicht angepasste Geschwindigkeit an. Stichwort nicht angepasste Geschwindigkeit: Hierbei fällt in der Altdorfer Statistik auf, dass viele Radler beteiligt sind. Inspektionsleiter Reimund Mihatsch und sein Stellvertreter Gerhard Zenker sehen eine Ursache dafür in der zunehmenden Verbreitung von Elektro-Fahrrädern, mit denen Radler deutlich schneller unterwegs sind und dabei ihre Möglichkeiten überschätzen.

Die Zahl der Unfälle mit Radlern hat sich im vergangenen Jahr gegenüber 2019 fast verdoppelt, „weil viele Leute im Corona-Jahr wieder das Radfahren für sich entdeckt haben“, sagt Reimund Mihatsch. Bei drei verunglückten Fahrradfahrern spielte Alkohol eine Rolle. Senioren, das fällt in der 2020er Unfallstatistik auf, sind mit dem Fahrrad offenbar vorsichtiger unterwegs als ein Jahr zuvor, als ihre Altersgruppe noch 34 Prozent bei den verunglückten Radlern ausmachte. 2020 waren es noch 18,9 Prozent. Verkehrsunfälle, bei denen eine zu hohe Geschwindigkeit die Ursache war, wurden in der Hauptsache nicht etwa von jüngeren Fahrern verursacht, sondern von einer Personengruppe im Alter von 45 bis 54 Jahren.

Die Zahl der Wildunfälle ging gegenüber 2019 zwar zurück, allerdings wurden Autofahrer bei zwei Unfällen mit Rehen verletzt, einer sogar schwer. Lediglich zwei Schulwegunfälle im Bereich der Gemeinde Burgthann verzeichnet die Statistik der Altdorfer Polizei, bei beiden wurden Kinder leicht verletzt. 2020 gab es auch weniger Motorradunfälle als im Jahr zuvor. Dabei fällt eine Zahl auf: Nur 0,9 Prozent aller Unfälle mit Beteiligung von Motorrädern wurden auch durch Motorradfahrer verursacht.

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Keine Unfallschwerpunkte mehr

Dass es keine Unfallschwerpunkte im Bereich der Altdorfer Polizei mehr gibt, ist laut Zenker und Mihatsch auch auf die gute Zusammenarbeit von Polizei, Verkehrsbehörde und Stadt- und Gemeindeverwaltungen zurückzuführen. In den vergangenen Jahren haben die Verantwortlichen einen neuralgischen Punkt nach dem anderen entschärft.
Für den weiteren Verlauf dieses Jahres sehen Mihatsch und Zenker Verkehrsbeeinträchtigungen auf der B 8 im Bereich der Schwarzachbrücke und eine Zunahme des Schwerverkehrs auf der Bundesstraße und auf der Staatsstraße/Nürnberger Straße in Altdorf.

Die B 8 in Ochenbruck bleibt in Schwarzenbruck auf der Tagesordnung. „Die Gemeinde möchte aufgrund eines im September 2020 vorgestellten Verkehrsgutachtens erreichen, dass eine Ortsumfahrung noch in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen wird“, sagt Mihatsch.

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