Infostand am Marktplatz

Was passiert mit Haus in der Hersbrucker Mühlstraße?

Das nicht mehr bewohnte Haus in der Mühlstraße ist Eigentum der Stadt. Verschwindet es, würde die Stadtmauer freigelegt. | Foto: W. Sembritzki2019/07/DSC_0724.jpeg

HERSBRUCK – Bald ist ein weiterer Blick auf die Stadtmauer frei. Das Anwesen in der Mühlstraße 6 soll nämlich abgerissen werden. Doch es gibt Gegenwehr.

Seit über 160 Jahren steht das gelbe Haus auf dem Grundstück der Mühlstraße 6. Wenn es nach den Altstadtfreunden geht, bleibt das auch so. Wenn es nach der Stadt geht, nicht.

Deshalb machen die Altstadtfreunde jetzt mobil: Am Freitag zwischen zehn und 13 Uhr informieren sie am Oberen Markt über einen Bürgerantrag gegen den Abriss. Demnach handle es sich um ein historisches Gebäude und es sei „nicht vertretbar, dass Steuergelder für den Ankauf eines Hauses verwendet werden, um dann anschließend mit weiteren Steuergeldern dasselbe abzureißen“. Weiter kritisieren die Altstadtfreunde, dass noch kein Plan vorliege, wie das Areal später einmal genutzt werden soll.

Mitten im Graben

In der Stadtverwaltung sieht man das Haus dagegen als eine bauliche „Fehlentwicklung“, da es mitten im Stadtgraben steht. Und damit nicht genug: Stadtbaumeister Lothar Grimm kündigte im Gespräch mit der HZ an, dass der Abriss dieses Gebäudes „nicht das Ende“ und damit wohl nicht das letzte Grundstück sei, mit dem sich der Bauausschuss befassen werde.

Die Vorgehensweise sei jedoch rechtens: Dass Grundstücksangelegenheiten zunächst in nicht öffentlichen Ausschusssitzungen vorbesprochen werden, ist laut Grimm gang und gäbe.

Zudem seien bei Bauangelegenheiten immer Einzelfallentscheidungen zu treffen. Entsprechend lasse sich aus dem Ausgang der Debatte um das Gebäude in der Mühlstraße 6 auch kein Präzedenzfall für weitere städtische Grundstücke ableiten, meint der Stadtbaumeister.

Wie das Areal im Anschluss gestaltet werden soll, wird Thema der kommenden öffentlichen Stadtratssitzungen. Laut Grimm ist das Projekt auch mit dem bayerischen Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt. Wann genau der Stadtrat über das Haus diskutieren wird, konnte Grimm noch nicht sagen.

N-Land Wolfgang Sembritzki
Wolfgang Sembritzki