Drei Unfälle sorgten für Verkehrschaos

Tonnenweise Tonerde blockierte die A 9

Stundenlang ging auf der A 9 zwischen Hormersdorf und Schnaittach gar nichts mehr, weil ein mit Tonerde beladener Laster umgekippt war. | Foto: Schuster2017/10/IMG_462622.jpg

NÜRNBERGER LAND (tib/us/news5) — Fast den kompletten Tag war am Dienstag die A 9 in Richtung München zwischen Hormersdorf und Schnaittach gesperrt. Kurz nach der Talbrücke war ein LKW umgekippt und hatte mehrere Tonnen Tonerde verloren. Zwei weitere Unfälle sorgten im morgendlichen Berufsvekehr für Chaos: Auf der B 14 zwischen Rückersdorf und Lauf ging ein Wendemanöver schief und auf der A 3 bei Schwaig stürzte ein Motorradfahrer.

Ein LKW-Fahrer hatte auf der A 9 bei Schnaittach gegen 9.15 Uhr aus ungeklärter Ursache die Kontrolle über sein 26 Tonnen schweres Fahrzeug verloren. Dieses geriet ins Schleudern und kippte schließlich auf die Seite. Der 51-jährige Fahrer wurde im Führerhaus eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Er kam mit leichten Verletzungen davon und wurde in eine Klinik gebracht.

Schmierige, klebrige Schicht

Bei dem Unfall hatte sich die Ladung des LKW – mehrere Tonnen weiße Tonerde – über alle drei Fahrspuren ergossen. Der Regen tat sein Übriges und so verwandelte sich die Tonerde in eine klebrige, rutschige Masse. Die Feuerwehren aus Schnaittach, Lauf, Neunkirchen, Röthenbach, Hormersdorf und Osternohe sowie das THW Lauf hatten alle Hände voll zu tun, die Tonerde zu beseitigen und den auslaufenden Dieselkraftstoff abzupumpen. Der LKW musste mithilfe eines Krans wieder aufgestellt werden.

Der Verkehr staute sich zeitweise über zehn Kilometer zurück. Ab der Anschlussstelle Hormersdorf wurde eine Umleitung eingerichtet, die von der Autobahn herunter führte. Ab etwa 15 Uhr reichten Rettungskräfte warme Getränke an die im Stau Wartenden. Erst kurz nach 16 Uhr konnten alle drei Fahrspuren in Richtung Süden wieder freigegeben werden.

Während alle anderen Verkehrs­teilnehmer ausharren mussten, durfte ein Reisebus die Unfallstelle vorher passieren. Darin saß eine asiatische Reisegruppe, die auf dem Weg zum Flughafen München war, um die Heimreise anzutreten. Nach einer kurzen Absprache durfte der Bus noch während der Bergungsarbeiten an der Unfallstelle vorbei fahren. Die Feuerwehren säuberten danach die Reifen des Mehrachsers mit Löschwasser, um eine sichere Weiterfahrt zu gewährleisten. „Wir wollen ja, dass sich die Gäste bei uns wohlfühlen und Deutschland in guter Erinnerung behalten“, sagte Stefan Pfeiffer von der Verkehrspolizei Feucht zu der ungewöhnlichen Aktion.

Wendemanöver ging schief

Auch auf der B 14 zwischen Lauf und Rückersdorf mussten die Pendler Geduld mitbringen. Eine Skodafahrerin war von Lauf in Richtung Nürnberg unterwegs, als sie sah, das sich dort bereits ein Stau im Berufsverkehr gebildet hatte. Trotz des dortigen Verbots versuchte sie auf Höhe von Wetzendorf zu wenden und übersah dabei den BMW eines 27-Jährigen, der in Richtung Lauf fuhr. Die beiden Fahrzeuge stießen zusammen.

Beim Versuch, auf der B 14 zwischen Lauf und Rückersdorf zu wenden, krachte eine Skodafahrerin in einen BMW, der auf der Gegenfahrbahn in Richtung Lauf unterwegs war. | Foto: Feuerwehr2017/10/unfall-b14-lauf-ruckersdorf-wendemanover.jpg

Die Unfallverursacherin zog sich schwerere Verletzungen zu. Die Feuerwehr öffnete ihr Fahrzeuge mit der Rettungsschere, um eine schonende Bergung zu ermöglichen. Die Frau wurde vom Rettungsdienst ins Nürnberger Südklinikum gebracht. Der BMW-Fahrer kam mit leichten Verletzungen ins Laufer Krankenhaus.

Erst vor einer Woche war an derselben Stelle bereits ein Wendemanöver schief gegangen (hier geht’s zum Bericht). Ein 27-jähriger Laufer hatte dort gewendet und dabei mit seinem Auto das Moped eines 17-jährigen Rückersdorfers gerammt. Der Jugendliche wurde schwer verletzt.

Zwei Mal Totalschaden

Der Skoda der Frau blieb entgegen der Fahrtrichtung auf der Fahrbahn nach Lauf stehen. Der BMW wurde durch den Aufprall auf den angrenzenden Radweg geschoben, auf dem zu diesem Zeitpunkt aber kein Radler unterwegs war. An beiden Autos entstand Totalschaden in Höhe von insgesamt 25 000 Euro. Die Fahrzeuge wurden abgeschleppt.

Die beiden Fahrspuren in Richtung Lauf mussten von der Laufer Polizei kurzzeitig komplett gesperrt werden, danach wurde der Verkehr einspurig an der Unfallstelle vorbei geleitet. Die Feuerwehren aus Lauf, Rückersdorf und Röthenbach waren vor Ort und kümmerten sich um die Bergung und die Säuberung der Fahrbahn.

Motorrad geriet ins Rutschen

Und auch auf der A 3 krachte es im Berufsverkehr. Ein Motorradfahrer wollte gegen 6.30 Uhr an der Anschlussstelle Schwaig auf die Autobahn in Richtung Würzburg auffahren. Doch als seine Maschine in der Kurve der Auffahrt auf der regennassen Fahrbahn ins Schlingern geriet, verlor der Biker die Kontrolle und stürzte. Während der Fahrer mit leichten Verletzungen auf dem Boden liegen blieb, schleuderte sein Motorrad in das Heck eines vorausfahrenden LKW. Der Lastwagenfahrer blieb unverletzt. Der Verkehr staute sich zeitweise zurück bis ans Autobahnkreuz Altdorf-Burgthann.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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