Polizei spricht von „Verkehrschaos“

Kilometerlange Staus und ein schwerer Unfall

Bei dem Unfall auf der B 14 wurde ein 17-jähriger Mopedfahrer schwer verletzt.
Bei dem Unfall auf der B 14 wurde ein 17-jähriger Mopedfahrer schwer verletzt. | Foto: Feuerwehr2017/10/unfall-b14-motorrad-wendemanover.jpg

NÜRNBERGER LAND — Autofahrer brauchten am Mittwoch im morgendlichen Berufsverkehr starke Nerven: Weil sowohl auf der A 9 wie auch auf der A 6 Schwertransporte in Baustellen stecken geblieben waren, ging auf den Autobahnen im Nürnberger Land zeitweise gar nichts mehr voran. Infolge des „Verkehrschaos“ (O-Ton Polizei) kam es auf der B 14 zwischen Lauf und Rückersdorf dann auch noch zu einem schweren Unfall.

Auf der B 14 kollidierte ein 17-jähriger Mopedfahrer aus Rückersdorf mit dem Wagen eines 27-jährigen Laufers. Nach übereinstimmenden Angaben von Polizei und Feuerwehr wendeten mehrere Autofahrer im vierspurigen Bereich zwischen Lauf und Rückerdorf, weil sich der Verkehr auf der Bundesstraße staute. Auch der 27-Jährige, heißt es von der Laufer Inspektion, wollte gegen 7.40 Uhr mit seinem Skoda wenden. Er fuhr über die durchgezogene Linie zwischen den Fahrbahnen. Dabei übersah er das aus Richtung Rückersdorf kommende Moped.

Der 17-Jährige prallte gegen das Heck des Autos und wurde durch die Wucht des Aufpralls von seiner Maschine geschleudert. Er zog sich dabei schwere, aber laut Notarzt nicht lebensgefährliche Verletzungen zu. Der Rettungsdienst brachte ihn zur Behandlung in ein Nürnberger Krankenhaus.

Während am Moped ein Totalschaden von rund 2000 Euro entstand, war der Skoda nach der Kollision noch fahrbereit. Hier gehen die Beamten von rund 5000 Euro Schaden aus.

Die B14 war zunächst in beiden Richtungen gesperrt, was für noch längere Staus sorgte. Erst nach einiger Zeit leitete die Rückersdorfer Feuerwehr den Verkehr einspurig an der Unfallstelle vorbei.

Bis zu 20 Kilometer Stau

Selbst die Feuchter Verkehrspolizei spricht von einem „Verkehrs­chaos“: Gegen 6 Uhr am Morgen war zunächst auf der A 6 bei Schwabach ein Schwertransport wegen einer Panne in einer Baustelle in Fahrtrichtung Heilbronn liegengeblieben. Anschließend ereigneten sich zwei Auffahrunfälle. Der Stau war bis zu 20 Kilometer lang, er erstreckte sich über die Ausfahrt Altdorf/Leinburg hinaus.

Etwa zeitgleich überschätzte der Fahrer eines weiteren Schwertransports die Fahrbahnbreite im Baustellenbereich am Autobahnkreuz Nürnberg. Der Mann, der in Fahrt­richtung München unterwegs war, kam schließlich nicht mehr weiter und musste stoppen.

Erst als die Autobahnmeisterei die Baustelle verbreiterte hatte, konnte der Verkehr wieder normal rollen. Der Stau – zwischenzeitlich auf über zehn Kilometer Länge angewachsen – löste sich nur langsam auf. Die Behinderungen dauerten bis zum späten Vormittag an.

Noch offen blieb am Mittwoch, wie der Schwertransport überhaupt in die zu enge Baustelle geraten konnte. Am Kreuz Nürnberg erneuert die Autobahndirektion derzeit die Entwässerungsanlagen.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel