Infoabend

Smartphone und Co.: Expertin gibt Altdorfer Eltern Strategien an die Hand 

Die Auswahl an digitalen Medien ist groß. Wichtig ist deshalb, dass Eltern wissen, wie sie ihren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit ihnen beibringen.
Die Auswahl an digitalen Medien ist groß. Wichtig ist deshalb, dass Eltern wissen, wie sie ihren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit ihnen beibringen. | Foto: Rebecca Haase2026/07/Social_Media_Soziale_Medien_Instagram_Smartphon.jpg

ALTDORF – Für viele Kinder ist es ein großer Wunsch: das erste eigene Smartphone. Doch für Eltern wirft das Thema oft Fragen auf: Wie viel Freiheit ist gut? Wie schützt man vor Risiken wie Cybermobbing oder unangemessenen Inhalten? Und wie bleibt der Familienfrieden trotz Bildschirmzeiten gewahrt?

Der Digitalausschuss des Elternbeirats der Grundschule Altdorf lädt seine Eltern zu einem Infoabend ein, der diese Herausforderungen aufgreift. Die Altdorfer Kinder- und Jugendpsychologin Julia Dharma gibt psychologische Einblicke für den Familienalltag. Zudem zeigt Fatma Chilli (Inhaberin von „zum Handyladen“) wichtige technische Sicherheitseinstellungen direkt am Gerät.

Folgende Themen werden am Elternabend behandelt: Auswirkungen von Algorithmen auf das kindliche Gehirn, der Umgang mit Gruppenzwang und Cybermobbing sowie die Stärkung von Resilienz und Empathie im Netz. Außerdem gibt es praktische Hilfestellungen zu Jugendschutz-Einstellungen, App-Sperren und dem Schutz der Privatsphäre. Auch der Ernstfall – etwa die Konfrontation mit für Kinder unangemessenen Inhalten – wird thematisiert. Der Abend bietet zudem Raum für Fragen und Austausch von Erfahrungen unter Eltern.

Einblick in die Themen

Um interessierten Eltern schon vorab einen Einblick in die Themen des Abends zu geben, erzählt Referentin Julia Dharma über Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung. Viele Eltern seien unsicher ob und wie viel sie ihre Kinder an Bildschirme oder gar ein Smartphone lassen sollen. Dharma findet diese Sorgen durchaus berechtigt: „Studien zeigen, dass insbesondere bei jüngeren Kindern ein hoher Medienkonsum mit einem erhöhten Risiko für psychische Auffälligkeiten, Sprachentwicklungsstörungen und Entwicklungsverzögerungen verbunden ist. Dabei gilt: Je weniger, desto besser.“

In Ihrer täglichen Arbeit hat die Kinder- und Jugendpsychologin viel Kontakt mit verschiedenen Problemen der Kinder und stellt fest: „Psychische Probleme entstehen selten allein durch Medien. Jedoch ist unabhängig von den konsumierten Inhalten ein deutlich erhöhter Medienkonsum mit einem erhöhten Risiko für psychische Auffälligkeiten assoziiert. Mögliche Ursachen sind eine Beeinträchtigung der Emotionsregulation sowie die Tatsache, dass wichtige Entwicklungsbereiche wie Schlaf, Bewegung, Eltern-Kind-Interaktionen oder soziale Erfahrungen zu kurz kommen.“

Bei allen Gefahren, die die Nutzung digitaler Medien mit sich bringt, sehe Dharma auch positive Effekte durch altersgerechte und dosierte Bildungsangebote. Sie betont: „Entscheidend ist daher nicht ein generelles Verbot, sondern ein bewusster und begleiteter Umgang.“

„Eltern haben mehr Einfluss, als sie glauben“

Großen Techkonzernen wie Meta, Tiktok oder Youtube begegnet Dharma grundsätzlich gelassen: „Eltern haben mehr Einfluss, als sie häufig glauben. Wenn Eltern einen bewussten Umgang mit Medien vorleben, gemeinsame Regeln etablieren und Interesse an der digitalen Lebenswelt ihrer Kinder zeigen, lernen Kinder schrittweise einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Angeboten.“ Aus verhaltenstherapeutischer Sicht entwickle sich Selbstregulation und gesunde Gewohnheiten vor allem durch Vorbilder und wiederholte Erfahrungen im Alltag.

Das Vertrauen in die Selbstwirksamkeit der Eltern und Kinder ist bei Dharma ein wichtiger Baustein, der auch beim Elternabend sichtbar werden soll: „Beim Themenabend möchte ich Eltern daher keine Angst machen, sondern wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich vermitteln und konkrete Strategien für einen entspannten und achtsamen Umgang mit Medien im Familienalltag aufzeigen. Darüber hinaus bietet der Abend die Möglichkeit zum gemeinsamen Austausch untereinander.“ Gerade dieser Erfahrungsaustausch zwischen Eltern, so die Psychologin, sei häufig sehr wertvoll und förderlich, da viele Familien vor ähnlichen Herausforderungen stünden und voneinander profitieren könnten.

Info: Interessierte Eltern der sind eingeladen, an der Infoveranstaltung teilzunehmen. Beginn ist am Donnerstag, 9. Juli, um 18 Uhr in der Aula der Grundschule.

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