„Sind zuversichtlich, einvernehmliche Lösung zu finden“

Platz für Umspannwerk gesucht

Das Luftbild zeigt eine Kabelübergangsanlage von Tennet am Niederrhein. Diese Anlagen werden an Ein- und Ausgängen von Erdverkabelungen gebaut. | Foto: Tennet2021/05/Kabel-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – Tennet hat die Raumordnungsunterlagen für die Juraleitung bei der Regierung von Mittelfranken eingereicht und sucht ein Grundstück westlich von Ludersheim.

Tennet hat in der vergangenen Woche Mandatsträger, Vertreter von Verbänden und Fachbehörden über die abgeschlossenen Planungen für das Raumordnungsverfahren informiert. Die Unterlagen für das Verfahren hat das Unternehmen nun bei der Regierung von Mittelfranken zur Prüfung eingereicht, nachdem im Anschluss an die Bürgerbeteiligung eine Reihe von Anregungen und Änderungsvorschlägen eingearbeitet wurden.

Damit ist Tennet fast im vorgegebenen Zeitplan, nach dem die Regierung nun das Planfeststellungsverfahren vorbereiten kann. Der Korridor für die Juraleitung steht, Details müssen im Rahmen der Planfeststellung beziehungsweise in weiteren Gesprächen mit Kommunen und Grundbesitzern geklärt werden. Etwa im Bereich Ludersheim, wie Tennet-Pressesprecherin Lea Gulich im Telefongespräch mit dem Boten erläutert. Hier muss der Netzbetreiber ein neues Umspannwerk bauen, das bestehende ist zu klein und für die neue Leitung in seiner gegebenen Lage nicht zu erreichen.

Den Standort des Umspannwerks um einige Kilometer nach Norden oder Süden zu verschieben, sei nicht möglich, weil Ludersheim für die Planung vorgegeben ist. „Wir brauchen also vor Ort einen Alternativstandort“, betont Gulich. Gefunden hat man den immer noch nicht, Tennet sei aber laufend im Gespräch – sowohl mit dem Altdorfer Bürgermeister wie auch mit Grundstückseigentümern vor Ort. „Ein Standort westlich der Ortschaft wäre für das neue Umspannwerk ideal“, stellt Gulich fest. „Wir sind zuversichtlich, dass wir hier eine einvernehmliche Lösung finden.

Einer von drei Erdkabel-Bereichen

Die Leitungsführung im Ludersheimer Bereich solle jedenfalls so verlaufen, dass die im Landesentwicklungsplan niedergeschriebenen Mindestabstände möglichst eingehalten werden. Wo das nicht möglich ist, wird Tennet mit der Leitung unter die Erde gehen. Damit ist Ludersheim im gesamten Verlauf der Jura-Leitung von Raitersaich nach Altheim einer von drei Bereichen, der zum Teil erdverkabelt wird.

Insgesamt 52 Streckenteile hat Tennet in der Vergangenheit auf die Option Erdverkabelung untersucht, neben Ludersheim blieben davon lediglich Katzwang und Mühlhausen (Landkreis Neumarkt) übrig. Unterirdisch wird die Leitung von Ludersheim unter der A 3 hindurch auch in Richtung Weinhof verlegt. Hier entsteht wie auf Ludersheimer Seite eine Kabelübergangsanlage.

Die genaue Situierung der beiden Anlagen, darauf weist Tennet-Pressesprecher Markus Lieberknecht hin, steht noch nicht fest, wahrscheinlich wird die südliche auf der Höhe westlich der Straße von Altdorf nach Prackenfels entstehen, auf einer Fläche, die etwa halb so groß ist wie ein Fußballfeld.Wo die Anlage hinkommt, wird erst im Verlauf der Planfeststellung festgelegt“, erläutert Lieberknecht. Für Erdverkabelung und Kabelübergangsanlagen seien noch detaillierte Bodenuntersuchungen nötig.

Ezelsdorf: Mindestabstand eingehalten

Aus Richtung Feucht kommend orientiert sich der Verlauf der Jura-Leitung an der A 6 und wird über weite Strecken parallel zur Autobahn geführt, bevor die Trasse das Umspannwerk erreicht und dann weiter südlich auf Burgthanner Gebiet kommt. Östlich von Burgthann können laut Gulich die Mindestabstände eingehalten werden, bei Schwarzenbach könne man „nachsteuern“, so dass auch hier letztlich ein Mindestabstand von 400 Metern zur Wohnbebauung möglich wird. Dasselbe gilt für Ezelsdorf, hier umgeht die neue Leitung den Ort im Osten und kann dabei laut Gulich auch den Mindestabstand von 400 Metern zum Waldkindergarten einhalten.

In Stein gemeißelt ist der genaue Verlauf der Juraleitung mit dem Einreichen der Planfeststellungsunterlagen noch nicht, betonen die Pressesprecher von Tennet. Im Verlauf der Planfeststellung kann es noch Änderungen geben, allerdings lediglich in Details. Der jetzt geplante Trassenkorridor wird mit großer Wahrscheinlichkeit bestehen bleiben.

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