Die Gemeinde sucht freie Träger, um Kosten zu sparen

Neunkirchen will seine Kindergärten abgeben

155 Kinder werden in den Einrichtungen in Neunkirchen und Speikern (im Bild die „Villa Fabula“) betreut. Nun sucht die Gemeinde für das Kindergartenjahr ab Herbst 2019 nach Trägern. | Foto: Kirchmayer2019/02/Kindergarten-Speikern-Villa-Fabula-2.jpg

NEUNKIRCHEN — Seit Jahren diskutiert der Gemeinderat Neunkirchen über Personalkosten. Nun wird die Kommune aktiv: Für die beiden Kindergärten „Sonnenschein“ im Kernort und „Villa Fabula“ in Speikern sollen Träger gefunden werden. Das spart Geld und Aufwand im Rathaus – und soll auch den Kindern zugute kommen.

Die Idee ist bereits ein paar Monate alt, sagt Bürgermeisterin Martina Baumann im PZ-Gespräch. Auslöser war ein Handzettel eines Wohlfahrtsverbands, der Ende vergangenen Jahres seinen Weg zur Gemeinde fand. Darin ging es darum, Kindergärten als Träger zu übernehmen. Das ist „nicht unüblich“, betont Baumann. Die Rollhofener Einrichtung hat mit der Lebenshilfe bereits einen Träger, auch in den Nachbarkommunen Schnaittach, Lauf oder Ottensoos gibt es dieses Modell. Meist handelt es bei Trägern sich um Kirchen oder Wohlfahrtsverbände wie den Arbeiter-Samariter-Bund.

Die Verwaltung brachte das Thema im Dezember in nichtöffentlicher Sitzung in den Gemeinderat. Unter Ausschluss von Presse und Öffentlichkeit wurde einstimmig beschlossen: Neunkirchen wird sich darum bemühen, Träger für die Kindergärten im Kernort und in Speikern zu finden. Mittlerweile hat die Gemeinde die Leitungen der beiden betroffenen Einrichtungen, die Elternbeiräte und via Rundschreiben auch die Eltern über die Pläne informiert.

Entlastung für die Verwaltung

Ab 1. September 2019, so der Plan, sollen sich ein oder zwei Träger um die Einrichtungen kümmern. Das spart der Gemeinde Geld und Verwaltungswaufwand, gibt Baumann unumwunden zu. Vor allem die Personalverwaltung und Hauptamtsleiter Gerd Lochner werden durch diesen Schritt entlastet. Da die Gebäude selbst im Gemeindebesitz sind, bleiben Kosten für Reinigung, Sanierung, Strom, Wasser und Abwasser sowie Heizung aber bestehen.

Aktuell werden in Neunkirchen 113 Kinder in drei Regelgruppen, einer Vorschulgruppe und zwei Krippengruppen betreut, in Speikern sind es 42 Kinder in zwei Regelgruppen. Nicht nur die Betreuungsverträge der Kinder, sondern auch die Tarifverträge des gesamten Personals sollen von den Trägern übernommen werden, heißt es seitens der Gemeinde. 18 Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen gibt es in Neunkirchen, sechs in Speikern.

Auch die aktuellen „pädagogischen Richtlinien“ der Kindergärten sollen sich nicht ändern, sagt Baumann. Die Leitungen der beiden Einrichtungen wollen sich zu den Plänen gegenüber der Pegnitz-Zeitung aktuell nicht äußern.

Bürgermeisterin Martina Baumann wirbt für den Schritt. „Ich glaube, dass da auch Chancen drinstecken“, sagt sie im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung. Sie betont einerseits, dass die Angestellten in den Kindergärten und die Verwaltung „gute Arbeit“ leisteten. Dennoch könne ein Träger für „mehr Rückhalt“ für das Personal sorgen als die Gemeinde, die mit vielen weiteren Themen zu tun habe.

Bessere Qualität durch Träger?

So argumentiert die Gemeinde auch im Rundschreiben, das am Donnerstag an alle Eltern ging. Man sehe „in einer besseren Vernetzung, einer weitergehenden Fachberatung und Förderung sowie Aus- und Fortbildung des pädagogischen Personals unter dem Dach eines größeren Trägers eine weiter steigende Qualität bei der Betreuung der Kinder“, heißt es dort.

Am 27. Februar wird das Thema erneut in nichtöffentlicher Sitzung im Gemeinderat behandelt. Dann geht es um die Details der Übergabeverträge.

Sollte sich kein Träger selbst bei der Gemeinde melden und Interesse zeigen, will die Verwaltung selbst aktiv werden und auf Träger zugehen, kündigt Bürgermeisterin Baumann an.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer