Was sich nicht verträgt

Medikationsanalyse im Blick: Apotheke kann helfen, Risiken zu vermeiden

Verschiedene Arzneimittel auf einem Holztisch mit Wasserglas zur täglichen Einnahme.
Verschiedene Arzneimittel auf einem Holztisch mit Wasserglas zur täglichen Einnahme. | Foto: @stock.adobe.com/Von USeePhoto2026/08/08_AdobeStock_561538120.jpeg

NÜRNBERGER LANDFünf Tabletten morgens, eine mittags, drei am Abend und dazu noch ein pflanzliches Mittel „zwischendurch“: Gerade ältere und chronisch kranke Menschen, die regelmäßig mehrere Medikamente einnehmen, verlieren schnell den Überblick. Dabei ist vielen nicht bewusst, dass die Kombination auch Risiken bergen kann. Eine Medikationsanalyse in der Apotheke hilft dann, Ordnung ins System zu bringen und mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen. Diese pharmazeutische Dienstleistung ist für viele Versicherte kostenfrei, wird aber noch wenig genutzt. Dabei kann sie die Therapie deutlich sicherer machen.

Wechselwirkungen vermeiden

Der Nutzen besteht darin, Wechselwirkungen möglichst zu vermeiden und gleichzeitig sicherzustellen, dass der Patient seine Medikation nachvollziehen und richtig anwenden kann.

Genau hier können Apotheken ihre fachliche Kompetenz gezielt einbringen und zugleich die Bindung zu ihren Kundinnen und Kunden stärken. Für eine verlässliche Analyse sollten sämtliche eingenommenen Arzneimittel erfasst werden, also auch freiverkäufliche Präparate wie Paracetamol, pflanzliche Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel. Denn selbst Lebensmittel wie Grapefruit können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen.

Gesundheitsexperten aus der Region:
Wallenstein-Apotheke Altdorf
Linden-Apotheke Winkelhaid
Kreuzeder Apotheke Altdorf

KI trifft menschliche Kompetenz

In der Apotheke werden die Angaben systematisch geprüft. Dabei geht es vor allem um drei Punkte: die genannten Wechselwirkungen, Risiken für Organe wie Leber oder Niere sowie sogenannte Verordnungskaskaden. Hinter letzterem steckt folgendes Problem: Treten Nebenwirkungen eines Medikaments auf, werden diese nicht immer als solche erkannt, sondern mit einem weiteren Mittel behandelt. So entsteht eine Kette zusätzlicher Verordnungen, die sich oft vermeiden ließe. Die Auswertung der Medikation erfolgt mithilfe spezialisierter, KI-gestützter Datenbanken, die Bewertung und Einordnung übernimmt jedoch der Apotheker. Dessen Aufgabe ist es, die Relevanz für den einzelnen Menschen einzuschätzen.

Gesundheitsexperten aus der Region:
Burg Apotheke Burgthann
Zeidler Apotheke Feucht

Gut für die Therapietreue

Für Patienten bedeutet das vor allem mehr Sicherheit und Klarheit. Wer versteht, warum er welche Präparate nimmt, hält sich eher an die Therapie. Zudem können problematische Kombinationen erkannt und in Abstimmung mit der Arztpraxis angepasst werden. Für die Analyse sollten Interessierte vorab einen Termin vereinbaren. Das Gespräch dauert ungefähr eine Stunde. Hilfreich ist ein aktueller Medikationsplan, inklusive Selbstmedikation und Nahrungsergänzung.

Text: djd

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