Talkrunde

Geplante Windräder: Ist Kucha ein Vorbild für Lauf?

Symbolfoto Windrad
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LAUF – Bis zu 14 Windräder sollen in Lauf in Zukunft für Strom aus erneuerbaren Quellen sorgen – um dieses Vorhaben ging es bei einer Veranstaltung im Verlagsgebäude der Pegnitz-Zeitung. Dorthin eingeladen hatte der sich derzeit gründende Bürgerverein Erneuerbare Energien.

Im Mittelpunkt einer Talkrunde stand nach Vereinsangaben die Frage, „was echte Bürgerbeteiligung bedeutet und welche Vorteile sie gegenüber rein kommerziellen Projekten bietet“. Beispiele aus der Region machten deutlich: „Bürgerenergie setzt auf Kostendeckung statt Gewinnmaximierung, ermöglicht Mitsprache und sorgt dafür, dass die Wertschöpfung vor Ort bei Bürgern und Kommunen bleibt und so die Akzeptanz steigert.“

Dieter Stephan, Vorsitzender der Bürgerenergiewerke Offenhausen eG, schilderte die Entstehung des Windparks auf den Höhen bei Kucha. Als externe Investoren anklopften, habe sich die Gemeinde für einen eigenen Weg entschieden, „getragen von Bürgern, mit regionalen Investoren und klarer Zielsetzung“. Die Erträge blieben seitdem in der Region. So konnte nach Stephans Angaben unter anderem ein neuer Kindergarten maßgeblich mitfinanziert werden.

Anhand des geplanten Wärmenetzes in der Conradty-Siedlung in Röthenbach zeigte Günter Bolz von der Wärmenetz Conradty-Siedlung (WCS) eG auf, wie Bürgerengagement „konkrete Verbesserungen“ schaffen kann. Aus einer Bürgerbeteiligung beim Denkmalschutz entstanden, strebt die frisch gegründete Genossenschaft in den nächsten Jahren die Realisierung eines von drei Röthenbacher Wärmenetzen an.

Anders gelagert sind die Aktivitäten der EWERG eG, wie Stefan Jessenberger erläuterte. Die 2012 gegründete Bürgerenergiegenossenschaft aus Erlangen investiert in 23 regionale Photovoltaik- und Windkraftprojekte und betreibt so Risikostreuung. Projektpartner sind Kommunen, Vereine, Unternehmen und Privatpersonen.

Zwei Flächen im Stadtgebiet

Im zweiten Teil des Abends berichtete „Windkümmerin“ Tabea Roser-Hofmann von der Energieagentur Nordbayern über den Stand der geplanten Windparks in Lauf und Schnaittach. Im Oktober 2025 wurden entsprechende Flächen festgelegt, darunter ein Gebiet mit rund 350 Hektar zwischen beiden Kommunen („Sandleite/Moosleite“) sowie eine weitere Fläche im Süden („Schönberg/Weigenhofen“).

Ein wichtiger Schritt war das Flächenpooling: Die Grundstücke wurden gebündelt und zu einheitlichen, fairen Bedingungen zu einem „Pool“ zusammengeführt. Zudem verabschiedeten die kommunalen Gremien im Dezember 2025 einen Kriterienkatalog für die Auswahl möglicher Projektierer. Dazu zählen unter anderem eine begrenzte Anzahl an Anlagen sowie eine verpflichtende Bürger- und Kommunalbeteiligung von über 50 Prozent.

Konkrete Aussagen zu Anzahl und Standorten der Anlagen seien noch nicht möglich. Erste Windräder würden frühestens in zwei, realistischerweise eher in vier Jahren in Betrieb gehen. Als grobe Richtwerte wurden Leistungen von sechs bis sieben Megawatt pro Anlage sowie Investitionskosten von rund je zehn Millionen Euro genannt.

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