Schutz von Bodennestern

LBV informiert: Wiesenbrüter überleben besser

Die Situation der Wiesenbrüter bleibt dennoch kritisch. Besonders dramatisch ist die Lage der Uferschnepfe: Aktuell brüten nur noch etwa 15 bis 16 Brutpaare in ganz Bayern, verteilt auf vier Gebiete.
Die Situation der Wiesenbrüter bleibt dennoch kritisch. Besonders dramatisch ist die Lage der Uferschnepfe: Aktuell brüten nur noch etwa 15 bis 16 Brutpaare in ganz Bayern, verteilt auf vier Gebiete. | Foto: Rosl Roessner2026/06/q84-f614x204-1024x614-1.webp

NÜRNBERGER LAND - Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern hat in diesem Jahr so viele Nester bedrohter Wiesenbrüter entdeckt, wie noch nie zuvor. Mithilfe von Wärmebilddrohnen konnten die Naturschützer deutlich mehr Gelege von Brachvogel und Uferschnepfe finden als in den vergangenen Jahren. Die beiden Vogelarten gehören zu den seltensten Brutvögeln Bayerns und sind vom Aussterben bedroht.

Die Wärmebilddrohnen ermöglichen eine Suche nach den gut versteckten Bodennestern, ohne die Vögel dabei zu stören. Die Drohnen fliegen bis zu 100 Meter über dem Boden und können Nester dennoch sicher erkennen. Werden diese gefunden, können sie gezielt geschützt werden - etwa durch Elektrozäune gegen Fressfeinde oder durch eine angepasste Bewirtschaftung gemeinsam mit den Landwirten.

Im mittelfränkischen Altmühltal konnten in diesem Jahr 40 Brachvogelnester gefunden und geschützt werden. Zusätzlich brüten dort vier Paare der Uferschnepfe. Auch im Donautal zwischen Regensburg und Deggendorf lief die Saison mit 26 gefundenen Nestern des Brachvogels erfolgreich. Zudem konnte die dortige Gebietsbetreuung erstmals ein Nest der Uferschnepfe im Vorland der Donau nachweisen. Im Donaumoos wurden bereits im Winter Maßnahmen umgesetzt, um den Lebensraum dieser Vögel zu verbessern. So wurden Flachwassermulden angelegt, in denen die Vögel Nahrung wie Insektenlarven und Wasser finden. In dem Gebiet konnten elf Brachvogelnester gefunden und geschützt werden. Zudem gibt es erstmals Brutverdacht bei der Uferschnepfe.

Situation bleibt kritisch

Die Situation der Wiesenbrüter bleibt dennoch kritisch. Besonders dramatisch ist die Lage der Uferschnepfe: Aktuell brüten nur noch etwa 15 bis 16 Brutpaare in ganz Bayern, verteilt auf vier Gebiete. Studien zeigen, dass vor allem der mangelnde Bruterfolg die Bestände der Vögel begrenzt. Umso wichtiger ist es, möglichst viele Gelege und Jungvögel zu schützen. Gerade im Mai und Juni beginnt für die bedrohten Arten die sensibelste Phase des Jahres: Die Jungvögel schlüpfen und verbringen anschließend mehrere Wochen noch flugunfähig in den Wiesen. Ob eine Brutsaison erfolgreich war, wird sich erst im Juli zeigen.

Der Verband bittet Besucher der Wiesenbrütergebiete um Rücksicht. Hunde sollten angeleint bleiben, Wege nicht verlassen und sensible Bereiche gemieden werden.

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