Trotz rund 30 Prozent weniger Vergütung

Die Teststrategie bleibt

Die Vergütung für die Schnelltests wird zurückgefahren, auf die Teststrategie insgesamt hat das aber keine gravierenden Auswirkungen. | Foto: Basilicostudio/stock.adobe.com2021/06/NL-Schnelltests-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – Obwohl die Vergütung für Schnelltests zum 1. Juli sinkt, wollen die Anbieter weitermachen.

Bislang gab es für die Anbieter von Corona-Schnelltests bis zu 18 Euro pro Test. Das Gesundheitsministerium hat beschlossen, ab 1. Juli die Vergütung zu senken. Dann erhalten die Teststellen nur noch maximal 12,50 Euro. Welche Auswirkungen hat das? Seit über einem Jahr testen die Ehrenamtlichen des BRK Nürnberger Land Reiserückkehrer, in Pflegeeinrichtungen, Schulen oder Kitas. Veränderungen der Regularien sind sie mittlerweile gewohnt, so Geschäftsführer Markus Deyhle.Wir passen uns an“, sagt er. „Wir sind eine Hilfsorganisation, und damit bleibt die Bekämpfung der Pandemie im Vordergrund.“ Um die weiter einzudämmen, gehöre das Testen dazu, obwohl die Testfrequenz momentan abnehme.

Jetzt muss man ja nicht mehr bei jeder Gelegenheit einen Test vorweisen, deshalb ist deren Anzahl gesunken“, sagt Deyhle. Im Vergleich zu Pfingsten beläuft sich die Auslastung nur noch auf etwa 20 Prozent. Waren es am Freitag vor Pfingsten etwa rund 140 Testwillige, so kamen am Montag vergangener Woche nur noch 20. Mit der Nachfrage sinkt auch das Angebot: Zwar sollen alle 19 festen Teststellen und die drei Zentren des BRK im Nürnberger Land erhalten bleiben, die Öffnungszeiten aber werden gekürzt. Mobile Teststellen werden teilweise eingestellt.

Die Basisstruktur bleibt erhalten, auch um schnell reagieren zu können, wenn Schüler oder Reiserückkehrer vor der Tür stehen. „Die Teststellen sind kein Geschäftsfeld“, stellt Deyhle klar. Der Geschäftsführer lobt die Ehrenamtlichen ausdrücklich: „Es sind so viele Netzwerke entstanden und die Zusammenarbeit funktioniert hervorragend.

Zwölf Euro plus Materialkosten

Derzeit gibt es pro durchgeführten Test zwölf Euro plus maximal sechs Euro für Materialkosten. Künftig soll der Test nur noch acht Euro plus maximal 4,50 Euro für das Material bringen, ergänzt BRK-Mann Deyhle. Das gelte ab 1. Juli, über genaue Beträge werde noch verhandelt. Matthias Kreuzeder von der Marktapotheke in Altdorf sagt: „Für uns ist das natürlich fatal, aber wir werden unsere Teststrategie nicht ändern.“ Die reduzierte Vergütung träfe Apotheken besonders stark. Kreuzeder erklärt: „Mit unserem Fachpersonal haben wir höhere Personalkosten.“ In den privaten Testzentren reiche derzeit eine online Schulung. „Ich glaube, da arbeiten teilweise Leute, die noch nie in ihrem Leben ein Wattestäbchen in der Hand hatten.

Ein weiterer Kostenfaktor sei die Bestellmenge der Tests: „Große Testzentren bestellen in anderen Dimensionen. So zahlen sie weniger pro Test, als wir, die nur 40 bis 50 Tests pro Tag kaufen“, sagt Kreuzeder. Trotzdem wollen sie in der Markt Apotheke Altdorf weiter testen: „Wir empfinden es als Notwendig den Bürgern eine Testmöglichkeit anzubieten“, sagt Kreuzeder. Aufgrund der geringen Nachfrage ist das Testangebot eingeschränkt. Kreuzeder stellt in Aussicht: „Sobald die Nachfrage steigt, erweitern wir unsere Öffnungszeiten wieder.

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