Treffen zweier Raumfahrtpioniere

Der Mann vom Mond in Feucht

Buzz Aldrin, Hermann Oberth und seine Tochter Dr. Erna Roth-Oberth beim Treffen in Feucht 1986. | Foto: HORM/Archiv2021/05/Feucht-Buzz-Aldrin-Hermann-Oberth-1986.jpeg

FEUCHT – Vor 35 Jahren besuchte Edwin „Buzz“ Aldrin das Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum in Feucht – Erinnerungen an ein unvergessliches Treffen.

Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein Riesenschritt für die Menschheit.“ Diese bekannten Worte Neil Armstrongs fielen im Sommer 1969, einem wichtigen Jahr für die Raumfahrt. Denn im Sommer dieses Jahres landeten die ersten Menschen auf dem Mond. Darunter war auch der Astronaut Edwin Aldrin, der zweite Mann auf dem Mond, der seinen Vornamen in den 80er Jahren in Buzz änderte. Er wurde schon als Kind Buzz gerufen, weil seine Schwester „brother“, das englische Wort für Bruder, als „buzzer“ aussprach.

Der 28. Mai 1986 war für den Markt Feucht ein bedeutsames Datum. An diesem Tag besuchte Buzz Aldrin den damals noch lebenden Raumfahrtpionier Hermann Oberth. Bevor er nach Feucht kam, begann seine Vortragsreise durch Europa in der damaligen Sowjetunion.
Anschließend besuchte er eine Gruppe der Anonymen Alkoholiker in Polen, die er aus eigener leidvoller Erfahrung auf ihrem Weg aus der Sucht ermuntern und bestärken wollte. Nach einem Verwandtschaftsbesuch in Schweden und einem Abstecher in Budapest kam er schließlich Ende Mai in Feucht an.

„Lockere, familiäre Atmosphäre“

Der zweite Vorsitzende des Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museums Robert Adams war damals dabei und erinnert sich: „Buzz Aldrin persönlich zu treffen, war für uns alle damals natürlich eine aufregende Sache.
Für Oberth selbst war es vermutlich eine Art Bestätigung, denn obwohl ihn über die Jahre sehr viele Astronauten und Kosmonauten in Feucht besuchten, war es schon etwas Besonderes, dass der zweite Mensch, der den Mond betreten hatte, jetzt zu ihm kam.

Autogrammkarte Buzz Aldrins mit einer Widmung und Danksagung an Dr. Erna Roth-Oberth. Foto: HORM/Archiv2021/05/Feucht-Buzz-Aldrin-Hermann-Oberth-Widmung-1986-scaled.jpeg

Neben dem Besuch im Museum, das damals noch im Pfinzingschloss war, gab es, wie immer bei der Familie Oberth, eine reich gedeckte Kaffeetafel im Privathaus. Dabei erlebten wir eine sehr lockere, beinahe familiäre Atmosphäre. Es war fast, als hätten sich alle schon lange persönlich gekannt. Aldrin und Oberth unterhielten sich schließlich sehr lange und intensiv über neue Konzepte für einen Flug zum Mars, die Aldrin damals propagierte.

Gipfeltreffen zweier Raumfahrtpioniere

Dieses Gipfeltreffen zweier Raumfahrtpioniere filmte Robert Adams mit. Es entstanden viele Fotoaufnahmen, die auch zeigen, wie der amerikanische Astronaut Autogrammkarten unterschreibt. Buzz Aldrin erinnert sich in seinem Buch „Magnificent Desolation – The Long Journey Home from the Moon“ an sein Treffen mit Hermann Oberth. Es sei für ihn der Höhepunkt seiner damaligen Europareise gewesen und ein Nervenkitzel, den wichtigsten Pionier der Raketentechnik und Raumfahrt zu besuchen.
1994 kam es zu einem zweiten Besuch Buzz Aldrins im Rahmen einer Tagung zum 100. Geburtstags des bereits verstorbenen Oberth.

Organisator dieser Veranstaltung war der Museumsdirektor Karlheinz Rohrwild. Auch er erinnert sich an die Besuche: „Die allermeisten Astronauten, die ich im Lauf der Jahre meiner Arbeit im Museum kennenlernte, sind sehr freundliche, verbindliche Zeitgenossen. Buzz Aldrin ist da keine Ausnahme. Ich erinnere mich an menschlich sehr angenehme Begegnungen. Dass er neben einer ganzen Reihe anderer Astronauten und Kosmonauten 1994 noch einmal nach Feucht kam, illustriert die Bedeutung, die Astronauten Hermann Oberth für die Entwicklung der Raumfahrt zumessen.“ All diese Erinnerungen bezeugen, wie herzlich das Zusammentreffen dieser beiden Legenden der Raumfahrt war.

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