NÜRNBERGER LAND – Das Bündnis für Familie im Nürnberger Land hat seine Jahrestagung abgehalten und dabei drei neue Mitglieder begrüßt. Landrat Armin Kroder eröffnete die Veranstaltung bei der Lebenshilfe Nürnberger Land in Schönberg und betonte die Bedeutung eines familienfreundlichen Landkreises als Standortfaktor und gesellschaftliche Aufgabe.
Über 50 Mitglieder nahmen an der Tagung teil. Zu Beginn gab Leiterin Annette Zimmermann einen Überblick über die Aktivitäten des Jahres 2025 und einen Ausblick auf kommende Projekte. Das Bündnis verfolgt die übergeordneten Ziele, den Landkreis familienfreundlich zu gestalten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern und die Familienkompetenz generationsübergreifend zu stärken. Unter diesem Leitgedanken finden jährlich zahlreiche unterschiedliche Aktionen statt. Eine besondere Würdigung erhielt das Bündnis in diesem Jahr durch die Auszeichnung als „Ausgezeichnetes Bündnis“ durch die Bundesfamilienministerin Karin Prien.
Ein weiteres Highlight war das Showcooking, bei dem Unternehmensvertreterinnen und -vertreter beim gemeinsamen Kochen über Familienfreundlichkeit diskutierten und viele neue Impulse austauschten. Angela Ringlein, Elterntalk-Regionalbeauftragte, berichtete über das Projekt Elterntalk: In 45 Gesprächsrunden wurden knapp 300 Teilnehmende erreicht. Ehrenamtliche moderierten dabei Gespräche zu verschiedenen Erziehungsthemen – häufig auch mehrsprachig. Zudem wurden Angebote wie die Babysitter-Ausbildung, die betrieblich gestützte Ferienbetreuung, die Schulferiendatenbank und die Mitwirkung im Arbeitskreis „Familie ist bunt“ weitergeführt.
Neue Mitglieder im Bündnis
Im Rahmen der Veranstaltung unterzeichneten zudem drei neue soziale Einrichtungen die Charta für Familienfreundlichkeit – eine freiwillige Selbstverpflichtung, Familienfreundlichkeit als strategisches Ziel in der eigenen Organisation zu verankern. Neu im Bündnis sind das Evangelische Bildungswerk NAH, die Freiwilligenagentur Altdorf sowie die Firma Bock 1. Alle drei stellten im Anschluss ihre Praxisbeispiele vor.
Dennis Kummarnitzky, Geschäftsführer der Lebenshilfe Nürnberger Land, präsentierte das Unternehmenskonzept „Familienfreundlichkeit als gelebte Unternehmenskultur“. Unter dem Leitmotiv „Spürbar menschlich“ zeigte er auf, wie die Lebenshilfe seit vielen Jahren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf fest in ihrer Unternehmenskultur verankert habe. Zu dem Maßnahmen gehören unter anderem flexible Arbeitszeitmodelle, Eltern- und Pflege-Kompass, Jobsharing-Tandems, interne Coachings für besondere Lebensphasen und digitale Wissens-, Entlastungs- und Beratungsangeboten. „Familienfreundlichkeit ist für uns kein Zusatzangebot, sondern Ausdruck unseres Selbstverständnisses als sozialer Arbeitgeber“, so Kummarnitzky.
Im zweiten Vortrag des Tages zeigte Zhaleh Kammel, Projektreferentin im Netzwerkbüro Erfolgsfaktor Familie, dass Familienfreundlichkeit längst ein strategischer Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte sei. Flexibilität, partnerschaftliche Aufgabenteilung und eine familienbewusste Unternehmenskultur stärkten Motivation und Loyalität – und steigerten zugleich die Attraktivität als Arbeitgeber. Familienfreundlichkeit sei daher keine zusätzliche Leistung, sondern ein nachhaltiger Erfolgsfaktor, meinte Kammel.
