Polizei ermittelt gegen zwei Mitarbeiter

Brandstiftung auf der Wolfshöhe

Am Montag sind die Folgen des Brandes noch erkennbar. Viele Fässer sind zerstört, das Sudhaus ist stark verrußt. | Foto: Udo Schuster2018/11/wolfshohe-brand-us.jpg

WOLFSHÖHE — Die Ursache für das Feuer auf dem Gelände der Brauerei Wolfshöhe ist offenbar geklärt: Die Kriminalpolizei ermittelt gegen zwei Mitarbeiter wegen fahrlässiger Brandstiftung. Weil Fenster des Sudhauses zu Bruch gingen, ruht derzeit auch der Braubetrieb.

Nach Informationen der Polizei haben Mitarbeiter des Betriebs am Freitag in einem Metallcontainer auf dem Hof der Brauerei verbotenerweise Müll verbrannt. Am Samstag seien erneut Holz und Kartonagen in den Behälter geworfen worden. Offenbar war den beiden Mitarbeitern nicht bewusst, dass es in dem Container noch glimmte. Der Brand entwickelte sich dann am Samstagabend. Die Flammen griffen auf Fässer über, die daneben auf dem Hof lagerten.

„Die Sachlage ist aus Sicht der Kriminalpolizei relativ eindeutig“, heißt es seitens eines Polizeisprechers. Die Polizei hat die beiden Mitarbeiter, die für den Brand verantwortlich sein sollen, bereits vernommen.

Betrieb war verlassen

Laut Patrick Weber, Sohn des Geschäftsführers Stephan Weber, soll der Brand zwischen 18 und 20 Uhr ausgebrochen sein. Zu dieser Zeit war niemand mehr im Betrieb tätig. Weber sagte, mit Kunststoff isolierte Aluminiumfässer seien im Hof des Brauereigeländes auf Holzpaletten gestapelt gewesen. Rund 300 Fässer sind laut Polizei beschädigt worden.

Im Einsatz waren mehr als 110 Feuerwehrleute aus dem Neunkirchener Gemeindegebiet, aus Schnaittach und Lauf. Sie hatten den Brand unter Kontrolle, bevor die Flammen auf das Sudhaus selbst übergreifen konnten. Der Kriminaldauerdienst Mittelfranken aus Nürnberg sicherten noch am Samstagabend Spuren (die Pegnitz-Zeitung berichtete).

Am gestrigen Montag waren laut einem Polizeisprecher Brandermittler der Kriminalpolizei Schwabach in dem Neunkirchener Ortsteil. Die erste Schätzung, dass rund 100 000 Euro Schaden entstanden seien, hat sich laut einem Polizeisprecher bestätigt. Das Gebäude ist außen und auch innen teilweise stark verrußt.

Im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung sagte Patrick Weber, die Lage sei „nicht so dramatisch, wie es am Anfang ausgesehen hat“. Das Feuer habe „keine Auswirkungen auf den laufenden Betrieb“, so der Sohn des Geschäftsführers. Nach wie vor werde auf der Wolfshöhe Bier gebraut und in einem anderen Betrieb abgefüllt.

Scherben im Sudhaus

Dem widerspricht das Landrats­amt Nürnberger Land. Weil Fensterscheiben des Sudhauses zu Bruch gegangen seien und deshalb nun Glassplitter im Gebäude lägen, ruhe seit Samstag der Betrieb, so ein Sprecher der Behörde auf Nachfrage der Pegnitz-Zeitung. Am gestrigen Montag seien Lebensmittelüberwacher in der Brauerei gewesen. Diese hätten angeordnet, dass im Sudhaus erst nach einer Grundreinigung wieder gebraut werden darf.

Letztmals war die Brauerei im Jahr 2017 in die Schlagzeilen geraten. Damals wurde bekannt, dass die Abfüll­anlage wegen Hygienemängeln nicht mehr benutzt werden darf. Seitdem kann das Bier nicht mehr vor Ort abgefüllt werden.

Seit August 2017 ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen eines Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz gegen die Geschäftsführung des Unternehmens. Laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth dauern die Ermittlungen an.

Patrick Weber sagte im PZ-Gespräch, wie bereits Ende 2017 angekündigt, solle eine neue Abfüllanlage in Betrieb gehen. Es sei aber noch unklar, ob das 2019 oder erst 2020 geschehen werde. Eventuell werde die Anlage größer als zunächst geplant, um auch Produkte anderer Brauereien auf der Wolfshöhe abzufüllen.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer