Kritische Töne bei Erntedankgottesdienst

Bauern fühlen sich diffamiert

Der Erntedankgottesdienst des Bauernverbands fand in St. Leonhard in Leinburg statt. | Foto: Märtl2019/10/bauernerntedank-leinburg.jpg

LEINBURG — „Erntedank ist der Dank an den Schöpfer für unsere Lebensgrundlagen und an die Menschen, die als Teil der Schöpfung in, mit und manchmal im Ringen mit der Schöpfung ihre Arbeit verrichten“, so Kreisbäuerin Marion Fischer beim Erntedankgottesdienst des Bauernverbands, der in der Kirche St. Leonhard in Leinburg stattfand. Ihr Dank galt aber auch den Menschen, „die die Arbeit der Landwirte schätzen.“

Das Volksbegehren zum Arten­sterben und dessen Konsequenzen hätten dem Selbstbewusstsein der Landwirtschaft geschadet, so Fischer, und selbst die tapferen und zuversichtlichen Gemüter mutlos gemacht. „Man hat uns das Gefühl gegeben, für alles Negative verantwortlich zu sein“, sagte die Kreisbäuerin. In Umfragen würden zwar alle Bio kaufen, aber an der Kasse bleibe nicht mehr viel davon übrig. Ihr Fazit: „Das Band zwischen Bauern und Verbrauchern ist zerrissen.“

Die mit Krone und Erntegaben geschmückte Kirche, so Leinburgs Pfarrerin Christiane Schlenk, zeuge „von der großen Gabe unseres Gottes und von der Vielfalt seiner Schöpfung“. Dies werde in der heutigen Zeit oft nicht mehr wert geschätzt.

Felßner fordert mehr Miteinander

In den von Elke Fleischmann, Heidi Loos, Claudia Weber und Günther Felßner gesprochenen Fürbitten klang an, dass sich viele Bauernfamilien diffamiert und ausgegrenzt fühlen. Kreisobmann Felßner: „Gib den Familien Kraft, den Glauben an ihr gutes Tun nicht zu verlieren und der Gesellschaft, dass nicht im Gegen- sondern im Miteinander der richtige Weg liegt.“

Für den musikalischen Rahmen des politisch stark aufgeladenen Gottesdiensts in St. Leonhard sorgte der Landfrauenchor. Der Erlös der Kollekte – 400 Euro – geht an den Betriebshelferausschusses im Nürnberger Land.

N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl