Alkoholfreie Getränke haben auch im Biomarkt Lauf längst Einzug gehalten. Besonders bei Bieren und Biermischgetränken findet man mittlerweile sehr hochwertige Varianten, die geschmacklich voll überzeugen. Und zwar so gut, dass der Umsatz teils sogar schon die klassischen Sorten überholt hat, weiß Geschäftsführerin Erika Vogel. Auch die Nachfrage nach alkoholfreien Weinen wächst, doch hier gibt es zusätzliche Herausforderungen wie etwa bei Haltbarkeit und der Einhaltung von Biokriterien. Insgesamt freuen sich die Kunden im Biomarkt über ein wachsendes Angebot alkoholfreier Alternativen.
Zur Herstellung alkoholfreier Weine muss der beim Mosten entstandene Alkohol wieder entzogen werden. Das ist zum einen technisch aufwendig und somit auch ein weiterer Verarbeitungsschritt, der die Kosten erhöht. Zum anderen ist nicht jedes Verfahren nach Bioverordnung zulässig, erklärt die Unternehmerin. Hinzu kommt das Problem der Haltbarmachung: Im konventionellen Bereich kommen hier häufig Hilfsstoffe zum Einsatz, die für Bioweine nicht zulässig sind. Den Biowinzern bleibt die kaltsterile Abfüllung oder das nachträgliche Erhitzen. Beides zusammen schränkt die Auswahl an alkoholfreien Bio-Weinen also schon von vornherein ein. Doch natürlich gibt es auch im Biomarkt Lauf alkoholfreien Weiß- und Rotwein im Angebot, Kompromisse beim Geschmack muss man jedoch machen, ergänzt Erika Vogel. Ihre Empfehlung lautet deshalb Traubensaft-Secco, der zwar süß schmeckt, mit seiner feinen Perlage aber eher echtem Sekt ähnelt als einer Saftschorle. Für festliche Anlässe also ein echter Tipp. Als weitere Alternative schlägt sie Sirupe vor, die man wunderbar mit anderen alkoholfreien Getränken mixen kann.
Und was trinkt die Bio-Pionierin selbst am liebsten? Am liebsten stilles Wasser, verrät sie augenzwinkernd und ist selbst immer wieder beeindruckt, welche Geschmacksvielfalt sich auch hier bietet. Und bei besonderer Gelegenheit darf es auch mal ein guter Bio-Secco sein.

BioMarkt Vogel
Simonshofer Str. 5
91207 Lauf
www.biomarkt.de
Ohne Promille? Ohne Probleme!
Alkoholfreie Biersorten, Weine und Secci liegen voll im Trend. Das Angebot wächst stetig – und die Qualität überzeugt zunehmend auch Feinschmecker.
Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für alkoholfreie Alternativen zu Bier, Sekt und Wein. Sei es aus gesundheitlichen Gründen, im Rahmen eines bewussteren Lebensstils oder einfach, weil man auch ohne Alkohol nicht auf den Genuss eines kühlen Biers oder prickelnden Sekts verzichten möchte. Doch wie kommt der Alkohol eigentlich raus und Geschmack rein ins Lieblingsgetränk?
Ist alkoholfreies Bier Sünde?
Auch im Bierland Franken, wo die Brautradition bekanntermaßen tief verwurzelt ist, bieten viele Brauereien mittlerweile alkoholfreie Sorten an – auch wenn wahrlich noch nicht jeder (fränkische) Biertrinker vom Sinn und Zweck dieser Varianten überzeugt ist. Dennoch haben regionale Brauereien diesen Trend erkannt und produzieren alkoholfreie Varianten, die geschmacklich mit den klassischen Sorten durchaus mithalten können – Tendenz steigend.
Alkoholfreier Wein – mehr als Traubensaft
Mit alkoholfreiem Bier fing es an, doch das Weinsegment hat längst aufgeholt und inzwischen boomt auch hier der Markt. Sowohl Weinhandlungen als auch Supermärkte bieten mittlerweile eine große Auswahl an alkoholfreien Rot-, Weiß- und Roséweinen an. Die besten alkoholfreien Weine werden heute wie klassische Weine gekeltert und danach schonend entalkoholisiert – was sie deutlich vom einfachen Traubensaft unterscheidet.
Unterschied alkoholfrei und 0,0 %
Die Bezeichnung „alkoholfrei“ ist in Deutschland leider etwas verwirrend. Denn Bier und Wein, die als „alkoholfrei“ gekennzeichnet sind, sind in der Regel nicht völlig alkoholfrei, sondern enthalten einen geringen Restalkoholgehalt, meistens unter 0,5 Prozent vol. Laut deutschem Lebensmittelrecht ist das aber erlaubt. Wer vollständig auf Promille verzichten möchte, sollte auf die Kennzeichnung „0,0 Prozent“ achten.
Warum das so ist? Bei der Gärung von Bier oder Wein entsteht automatisch Alkohol. Dabei bleiben oft kleine Mengen Restalkohol (unter 0,5 Prozent) zurück. Eine Entalkoholisierung bis 0,5 Prozent ist technisch leichter als bis 0,0 Prozent und schonender für das Aroma. Wird alles entzogen, kann der Geschmack flach oder dünn wirken. Deshalb belassen viele Hersteller einen Hauch Restalkohol.
Beim Sekt kaschiert die Kohlensäure die fehlende Alkoholstruktur. Der prickelnde Effekt sorgt für Frische und Reiz, der sonst durch Alkohol getragen wird. Einbußen bei Aroma und Geschmack fallen so weniger auf.
Schon gewusst? Auch Fruchtsäfte oder auch Kefir können teilweise bis zu 2 Prozent oder sogar mehr Alkohol enthalten – ganz natürlich durch Gärung von Fruchtzucker. Aber erst ab einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Prozent muss dies auf dem Etikett angegeben werden.
Text: Michaela Hummel
