Tobi Wrobel hat eigene Rampe im Bikepark Osternohe

Neubau für Profi-Biker

OSTERNOHE — Dachdecker-Auszubildende aus bayerischen Betrieben haben am Osternoher Schloßberg eine Absprungrampe für Tobi Wrobel, den bekannten Mountainbiker aus Nürnberg, gebaut. Über fünf Tonnen Holz werden mit rund 5000 Schrauben zusammengehalten. Mit seinem Hardtail wird Wrobel bald mit Dirtjumps im Osternoher Bikepark zu sehen sein.

Nicht etwa für die Mountainbiker, die am Bikepark ihre Downhillkünste ausleben, ist dieser Turm gedacht, sondern einzig zum Training des Radprofis. Die Aufsicht über dieses Projekt liegt beim Jugendbeauftragten des bayerischen Dachdeckerverbandes, Jürgen Lehner aus Waldkirchen. Lehner, der quasi die Schnittstelle von der Schule zum Beruf verkörpert, hat nicht lange nach freiwilligen Helfern aus den Ausbildungsbetrieben suchen müssen. Neun Dachdecker-Auszubildende aus ganz Bayern bauten mit dem Jugendbeauftragten eine stabile Holzkonstruktion mit einer Grundfläche von drei mal drei Metern und einer Höhe von sechs Metern.

Schon im September 2014 waren bayerische Dachdecker-Azubis maßgeblich am Bau der 15 Meter hohen Rampe für den „Red Bull District Ride“ am Nürnberger Rathaus beteiligt. Nun stellten die Lehrlinge unweit der Bergstation des Lifts am Osternoher Bikepark das Grundgerüst aus dem Balkenmaterial, das in Nürnberg verwendet wurde, wieder auf. Fast alle, die in Nürnberg mitgearbeitet hatten, kamen auch nach Osternohe. Mit dabei auch Roland Kraus aus Nürnberg, der zunächst eine Ausbildung als Konstruktionsmechaniker begonnen hatte. „Der Job hat mir aber nicht die Abwechslung gebracht, die ich mir vorstellte“, sagt der 26-jährige Auszubildende aus Nürnberg und ergänzt: „Nun hab‘ ich meinen Traumberuf gefunden“.

Auch Tobi Wrobel hat einiges ausprobiert, bevor er umsattelte und seit drrei Jahren als Profi im Mountainbiken sein Geld verdient. Der 25-jährige Radsportler aus Nürnberg hat als Handballspieler begonnen und mit 14 Jahren ist er mit den Kindern aus der Nachbarschaft über Erdhügel gesprungen. Später hat er die „Zabotrails“ für sich entdeckt. Mit 18 Jahren hat der gelernte Werkzeugmechaniker bereits an Wettkämpfen im Biken teilgenommen und erste Erfahrungen sammeln können. „In Deutschland ist es schwierig, als Profi im Mountainbikesport finanziell über die Runden zu kommen“, erklärt der junge Mann der seit drei Jahren ausschließlich mit dem Rad sein Geld verdient.

60 Grad steile Rampe

Wenn er nun vom sechs Meter hohen Turm über die 60 Grad steile Rampe mit Speed in Richtung Kicker braust, hofft natürlich auch Freundin Miriam, dass der Sprung gut gelingt und keinen bösen Sturz nach sich zieht. Mit seinem Hardtail, ohne Schaltung, mit einer Bremse hinten und nur einem verkürzten Federweg am Vorderrad ist der Tobi eins geworden. Unfälle bleiben trotzdem nicht aus. Erst vor acht Wochen hatte er sich bei Filmaufnahmen in der Nähe von Koblenz die Hand gebrochen. Danach hat er einige Wettbewerbe ausfallen lassen müssen, doch am Schloßberg legt er schon wieder selbst Hand an und baut an den Rampen mit. Wenn alles fertig ist und auch die Erdarbeiten abgeschlossen sind, werden noch Hackschnitzel rund um den Erdhügel aufgeschüttet, um im Fall eines Sturzes für Dämpfung zu sorgen.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster