Fliegerlager der LSG Hersbruck

Flugkünstler mit Hitzeproblemen

Ein ungewöhnlicher Blick von Penzendorf auf Nürnberg an einem der wenigen Streckenflugtage während des traditionellen Fliegerlagers in Hersbruck. Rechts unten liegt Kornburg, der Hafen Nürnberg findet sich am linken Bildrand. | Foto: Stefan Harries2017/08/8323597.jpeg

HERSBRUCK – 37 Grad im Schatten – da kann es vor dem Start im Cockpit eines Segelflugzeuges durch den Treibhauseffekt an die Belastungsgrenzen gehen. Aber wenige Sekunden später hat die Winde auf dem Segelfluggelände in Hersbruck den Schulungsdoppelsitzer von 0 auf 110 km/h beschleunigt. Sofort wird die Temperatur angenehmer. Die 13 Flugschüler der Luftsportgemeinschaft kamen jedenfalls während des Fluglagers voll auf ihre Kosten.

An jedem Tag konnte intensiv geschult werden, so dass am Ende der Woche 360 Starts im Hauptflugbuch dokumentiert waren. Aber das von Ferdinand Harries und Helmuth Kuphal wieder einmal perfekt organisierte Trainingslager bot nicht nur jede  Menge Schulungsflüge und reichlich gutes Essen. Auch die Nutzung des von der Eintracht Hersbruck dankenswerterweise zur Verfügung gestellten Vereinsheims trug zur guten Stimmung bei.

Ein besonderes Highlight war der Überraschungsgast Günter Wetzel aus Spies, der exklusiv für die Hersbrucker Segelflieger von seiner spektakulären Flucht aus der DDR 1979 mit einem Heißluftballon berichtete. Wetzel, der bis vor kurzem noch selbst Fluglehrer war, fesselte mit seiner Geschichte vor allem auch die vielen jungen Menschen unter den Zuhörern: Durch ihn bekamen sie einen hervorragenden Eindruck nicht nur über die Flucht selbst sowie deren Vorbereitung und Dramatik, sondern auch über die Lebensverhältnisse in der DDR und die Fluchtbeweggründe vermittelt.

Ohne Wetterglück
Nur sportlich war wieder einmal Magerkost angesagt. Schon während der ganzen Saison 2017 agieren die Hersbrucker Segelflieger ziemlich glücklos in der zweiten Segelflug-Bundesliga. Die Ursachen liegen einmal mehr in den Wetter- und Flugplatzverhältnissen begründet. Schon zu Saisonbeginn fielen fünf Runden für die LSG aus, weil auf dem aufgeweichten Flugplatz an einen Start nicht zu denken war. Aber auch die zur Verfügung stehende Liga-Mannschaft ist aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen zurzeit stark dezimiert.

Hier gilt es, zeitnah die Sportausbildung unter den Flugschülern zu intensivieren. Auch die Hoffnung, die Punkte-Bilanz im Fliegerlager etwas aufzubessern, wurde durch das extrem heiße und segelflugunfreundliche Wetter nicht erfüllt. So kommt es nun in der letzten Wertungsrunde am 19. und 20. August zu einem spannenden Showdown mit den Fliegerclubs aus Hamburg und Fallersleben um den Klassenerhalt in der zweiten Bundesliga.

Ein Abstieg wäre für die Hersbrucker Segelflieger ein herber Einschnitt nach über zwölf Jahren im exklusiven Kreis der Vereine in der ersten und zweiten Segelflug-Bundesliga. Es lohnt sich also, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren und auf eine Chance bei gutem Wetter zu hoffen.

Jugend misst sich
Ein besonderes Event steht auch noch vom 8. bis 10. September auf dem Segelfluggelände in Hersbruck an. An diesem Wochenende wird hier das fränkische Jugendvergleichsfliegen ausgetragen. Dabei handelt es sich um einen Wettbewerb speziell für Flugschüler, der das Beherrschen der Grundlagen für den Segelflugsport, also insbesondere Starten, Landen und exaktes Fliegen, vergleicht. Besonders unter den vielen Jugendlichen in der LSG wird dieses Ereignis schon intensiv vorbereitet.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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