Neuhauser Judo-Damen müssen warten

Ein weiter Weg auf die Matte

Bis zum normalen Sportbetrieb im Judo ist es ein weiter Weg, denkt SVN-Trainer Achim Schauer. | Foto: Pitsch2020/09/IMG-3708-scaled.jpeg

NEUHAUS – Eigentlich hätten die Judo-Damen des SV Neuhaus am vergangenen Wochenende wieder Kampftag gehabt. Doch obwohl alle anderen Sportarten dank der neuen Regierungsvorgaben den Wettkampfbetrieb nach und nach wieder aufnehmen, bleibt die Judo-Matte leer.

 „Die neuen Lockerungen eröffnen uns eigentlich keine neuen Möglichkeiten“, sagt Trainer Achim Schauer. Es sei nun mal so, dass Judo nur mit extremer Nähe funktioniere – im Gegensatz zu den meisten anderen Sportarten. „Daher ist es wichtig, zwischen meinem sportlichen Ehrgeiz, dem meiner Athletinnen und dem vernünftigen Verhalten abzuwägen.“

Und die aktuelle Situation mit steigenden Infektionszahlen zu überdenken und entsprechend zu handeln, habe für ihn absoluten Vorrang. Denn auch wenn Neuhaus in der zweiten Bundesliga kämpft, seien seine Damen „nur“ ambitionierte Hobby-Sportlerinnen und meilenweit weg vom Leistungssport. „Lieber machen wir mal ein oder zwei Jahre langsamer, als auf Teufel komm raus zu trainieren.“

Lange Fahrt zum Gegner

Zumal für Einheiten „mit harten, herausfordernden Partnern“ lange Wege auf sich genommen werden müssten. „Weil Judo nicht so verbreitet ist, geht das fast nur auf nationaler Ebene.“ Mit den Lockerungen wären zwar Wettkämpfe möglich, doch werden diese in Bayern nicht durchgeführt. Ein Stützpunkt-Training werde derzeit nur in München angeboten. „Und da regelmäßig hinzufahren, ist für kleine Vereine wie uns nicht umsetzbar.“

Daher trainieren die Erwachsenen drei Mal in der Woche und die Kinder zwei Mal daheim in der Halle des SV Neuhaus. „Wir haben ein Hygienekonzept erstellt, desinfizieren die Matten und halten die Partnerwechsel minimal.“ Denn das sportliche Ziel will Schauer nicht aus den Augen verlieren.

Kampf ohne Zuschauer?

Und das wäre der gemeinsame Kampftag der zweiten Bundesliga Süd am 12. Dezember in Leipzig. Ab Januar würden die Einzelmeisterschaften auf dem Programm stehen. Da stellt sich vor allem bei der Jugend die Frage nach Zuschauern: „Die Eltern dürfen die Kinder zwar nach Leipzig fahren, aber nicht zusehen?“ Wie das neue Jahr wird, kann sich SVN-Trainer Achim Schauer schwer vorstellen. „Ich denke, es ist noch ein weiter Weg bis zu einem geregeltem Sportbetrieb bei uns.“

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